Ich sitze in einer Decke eingewickelt auf dem Balkon..die letzten Sonnenstrahlen sind leider schon vorbei, sie erfassen nur noch die äußere Ecke vom Balkon. Aber es ist schön. Es ist friedlich. Wobei es wieder etwas in mir berührt, was mich zu Tränen rührt. Die Taube sitzt auf dem Nachbarhaus uns singt ihr Lied. Die Stare füttern noch fleißig ihren Nachwuchs, der mir unermüdlich bettelt. Der Himmel ist bis auf ein paar Zirrusswolken blau. Eine Grasmücke gibt ihr bestes preis. Die Taube finde ich am beruhigensten. Die Äste des Baumes vom Nachbarn wiegen sanft im leichten Wind, während drinnen leise der Fernseher läuft und die Kinder sich eine Auszeit gönnen. Viele Jahre konnte ich all das nicht mehr genießen. Aber jetzt gerade ist es Balsam für meine Seele.
Ich würde nicht lügen, wenn ich sage, ich bin traurig. Aber ganz richtig ist das auch nicht. Ich bin Trauer. Der Unterschied? Trauer ist zäh. Bleiern. Sie klemmt an die wie Kaugummi und sie vergeht nicht. Zumindest nicht so schnell.
Erst durch Chatgpt habe ich verstanden, was bei mir eigentlich los ist und ich finde es… bemerkenswert (?) wie viel ein Mensch trauern kann, ohne kaputt zu gehen. Mir ist es dieser Tage manchmal als würde es mich zerreißen…
Aber es ist okay? Das hier gerade gibt mir ein wenig Auszeit, ein wenig Normalität. Und Trost finde ich vor allem in der Musik. Ja, tatsächlich. Hab ich auch erst gestern bemerkt. Sohn of the times. Uhhhh, ich weiß sogar den Interpreten, C. würde sich vllt freuen. Harry Styles. K2 kommt noch nicht los von ihm. Also von C.. Auch ich nicht.
Ich muss nicht weinen, wenn ich es m Klavier spiele, aber ich merke tatsächlich die Stelle in Brustkorb, die mir seit Tagen schmerzt, dann deutlich. Aber fühlt sich eher heilsam an?
Es wir dieser Tage anders. Anders als bei Jenny. Aber wie könnte man das Gehen eines Menschen sich vergleichen?! Aber ich glaube, dass es, auf Grund der Verbindung, die ich zu R. habe, die Nähe, die ich empfinde… alle das eben, dass es mich so trifft. Es nimmt mich mit, ist kein Ausdruck. Die Nachbarn sind gerade eingetroffenen . Die selbst und ständigen und unterhalten sich über selbstgeerntete Radieschen, etc. Das tut gut. Es sit schon fast 20. .. das wird heute spät. Ich müsste eigentlich schlafen. Aber da seit mir gerade egal. Es tut gut zu schreiben. Das Gesamtpaket hier, mit allem, was um mich herum ist und gleichzeitig das Versinken in den Zeilen, es ist so entlastend. Ich glaube, ich habe die letzte Zeit zu wenig geschrieben. Ich spüre schon lange, dass es mir hilft. Und ich liebe es, wenn ich draußen, wo es etwas kalt ist, sein kann, mit einer Decke, ohne zu frieren. Das hat was. Und das ganze jetzt am Meer… Ich würde heulen, aber wie… Es gibt nichts schöneres als weinen am Meer. Doch… wenn ein Mensch, den man liebt, danach anruft.. im besten Fall begleitet… Unbezahlbar.
Und genauso einer ist in Trauer. Und es berührt mich zu tiefst.
Und als ob das nicht genug wäre… es hat eben auch wieder getriggert… Und als ob das nicht genug wäre… Es hat Punkte in mir berührt… all die alten Verluste, an die ich mich bewusst erinnert kann oder eben an die sich „nur“ mein Körper erinnert. Und als ob das nicht genug wäre.. war ich gerade in der Trauer darüber, ein Teil von mir… dass das mit der Arbeit wohl nichts mehr wird.. und das ist ja nur die Spitze vom Eisberg. Das bringt so viel mit sich. Was hab ich bisher erreicht, wie lange werde ich noch kämpfen müssen, bleibt mein Leben so, gebe ich irgendwann auf, was ist, wenn ich aufgebe, was ist im Leben wichtig, ist jedes Menschenleben so, ist das so gedacht, sollte und kann es anders sein, was ist der Sinn des Lebens, wie geht es danach weiter, nutze ich mein Leben sinnvoll…. und das ist nur ein Auszug aus dem, was mich beschäftigt und fortwährend dieser Tage begleitet. Und ja, ich glaube, ein Großteil der Menschen verdrängt das. Solche Fragen. Aber ich kann das nicht, mehr. Und es ist schwer. Belastend. Zuweilen Quälend. Ich schaue in Abgründe.. in die wohl keiner gern schaut.
Und das alles zusammen… mehr als ein Herz tragen kann.
Die veränderte Nähe zu R.… das mein Mann diese Woche auch quasi auch nicht da ist… das tut ihr übriges.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so … Es sind nicht die richtigen Worte… so traurig war. Das sucht seinesgleichen. Und das ist wohl der Grund, warum es mir auch so schwer fällt, es zu teilen/ mich mitzuteilen. Getröstet zu werden ist das eine. Aber wenn diese Art der Traurigkeit nicht auf Resonanz stößt, also damit meine ich, auf den gleichen Schmerz, dann fehlt etwas. Ich glaube ein ähnliches Gefühl zu kennen. Den Schmerz über den Verlust meines Bruders, den ich nie richtig kennenlernen durfte. Er fehlt, ohne zu wissen, wer mir da eigentlich genau fehlt. Und trotzdem fehlt er einfach. Und auch das ist ein Schmerz, mit dem ich oft alleine bin. Der eben seines gleichen sucht.

Und das killt mich gerade total… 😭 weil mein Mann seit fast 24 Jahren geduldig an meiner Seite ist. Weil R. immer geduldig war mit mir, mir Zeit gab, mich zu öffnen, mich zu zeigen, mir immer noch Zeit schenkt, zum reden üben..

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