Bindungssystem

von | 3. Mai 2026 09:28 | 0 Kommentare

zuletzt aktualisiert am 3. Mai 2026 16:34

Frau G. hatte Recht. Ich mein, ich hab’s ja auch gemerkt, konnte es aber, wie so oft, nicht in Worte fassen. Mein Bindungssystem springt unglaublich schnell 😔 Nervig. Ich entdecke eine Gemeinsamkeit und bin Feuer und Flamme.

Ich schreibe mit einem Mann, aus der Umgebung, mit PTBS. Und ja, ich war Feuer und Flamme. Also das klingt vllt falsch. Ich war begeistert. Klingt nicht besser, oder? Er ist schlau…

Egal. Er hat sich den Chatverlauf angeschaut und ist sich nicht sicher, was ich suche… Ich frage mich manchmal, in welcher Welt ich lebe… Gibt es da draußen keine ehrlichen Menschen, die das suchen, was in der Anzeige steht? Und dann die Frage, wie ich mir das vorstelle… 🤢 Meine absolute Lieblingsfrage. Ka, woher die kommt. Liegt es an mir, dass ich keinen Plan habe und der Rest genaue Vorstellungen?? Ist es verkehrt keine zu haben?? Woher soll ich denn wissen, …. 🙄 Ergibt sich sowas nicht? Was ist jetzt die richtige Antwort? Montag treffen wir uns zum TT, Dienstags gehen wir immer Eis essen, Mittwoch Spaziergang, egal welches Wetter, Donnerstag Kino, Freitag schwimmen, dass Wochenende sehen wir uns nicht…

Ich hab manchmal das Gefühl, Menschen sind für mich wie Bücher mit 1000den Siegeln. Ich verstehe sie einfach nicht.

Und K.? Schreibt auch fast jeden Tag, so wie C. … kann man jetzt draußen schließen, dass das auch keine „normalen“ Gefühle sind? Aber, wenn ich ne Chance sehe und verzweifelt bin, bin ich auch sehr kontaktfreudig…

Und wie lange soll ich jetzt versuchen niemanden kennenzulernen, weil ich zu außerirdisch sein könnte, zu wenig Plan habe, mir unterstellt wird, ich suche mehr als angegeben…. und dann wieder jemand geht und mein Bindungssystem um Hilfe schreit?

Ich hab das Gefühl, wieder zwischen Pest und Cholera zu sitzen. Entweder alleine und getriggert oder suchend und getriggert. Heyyyyy 🎊🥳


15min später habe ich meinen Mann Inder Küche angetroffen und bin sofort in Tränen ausgebrochen. Und dann könnt ich mich zwischen nicht atmen und leichtem hyperventilieren nicht entscheiden. Als ob das eine Entscheidung wäre… in seinen Armen wird es so ruhig. Ich würde ihn dann am liebsten nicht wieder loslassen. Da hab ich das Gefühl, ganz zu sein, nicht zerbrechlich 😭

Ich hab manchmal keine Lust mehr auf alles. Es verlangt mir so viel ab. Egal was ist. Und jetzt sitzt ich hier und bekomme mich nicht wieder ein…

R. hat mir gerade ein Bild von der Feier, auf der er war, geschickt. Das berührt mich. Schmerzhaft, passend zum restlichen Thema, wie ein eine heiße Nadel mitten ins Herz. Auf der anderen Seite erfüllt es mich mit Zufriedenheit und ich finde es schön, dass er so einen „harten Kern von früher“ hat. Ich mag es, wenn er von früher erzählt. Von den „Dummheiten“, die sie angestellt haben. Ich genieße es, wie er sich daran erfreut, und mich daran teilhaben lässt. Ich hatte das so nie. In der Grundschule war ich mit Freunden (?) unterwegs. Danach hatte ich 2 Jahre ein Idee zwei Mädels, mir denen ich mal die Freizeit verbrachte, dass zerschlug sich mit der Pubertät. Ab da lernte ich, was es heißt, einsam zu sein. Wobei ich das vorher wahrscheinlich auch schon zu genüge kannte (Familie, people pleaser…). Im Studium hatte ich einen Außenseiter, mit dem ich manchmal sprach und mich im Computerkabinett traf. Aber das war auch nur eine Verbindung als Verzweiflung, weil uns niemand anderes wollte, weil wir zu gehemmt war oder wie auch immer. Aus den Klinikaufenthalten hat sich nie was ergeben, da hatten andere mehr Glück als ich. Leider. Naja, und die zwei Mädels… Aber das hab ich schon in anderen Beiträgen erwähnt.

Ich friere durch… Wieder mal zu viel, zu belastend.

Im Hof hab ich noch ne alte Kiste durchwühlt… alte Postkarten an mich, frühere Brieffreundschaft, ein Zettel meiner Mutter mit ILD und ein Brief meines Vaters an mich mit ( ich hab dich sehr gern), mein altes Freundebuch aus der Grundschule.. da stand ich dann wieder in Tränen.

Aufheben oder nicht? (Genauso wie ich nicht weiß, ob ich die Fotos von C. löschen und ihm die geschenkte Feder zurückschicken soll) Ich spüre, ein Teil von damals erinnert sich. Erinnert sich an die zugehörig zu anderen Kinder, da war jemand. Vllt sogar echt und herzlich. Heute betrachte ich vieles anders, negativer, brutaler abschließend, immer mit dem Blick auf das, was mir geschah, wie Menschen sein können, sie anzweifelnd ,in Frage stellend. Aber vllt waren da wirklich Menschen, die es gut mir meinten, die mir wohlgesonnen waren.

Das Leben ist ne verzwickte Sache… Keine. Neuen. Menschen.Mehr….. Brieffreundschaf….?vllt?

14:07 vllt sollte ich das wirklich lassen… Ich kann zu schauen, wie mein Zustand sich verschlechtert… Ja, die Kinder sind heute irgendwie belastend für MICH, weil langweilig.. ich merke, wie das Energie zieht und sich Gedanken breit machen… Es ist einfach zum weinen.. und das mach ich auch 😭😭😭 aber es ist eigentlich so ein weinen, mir den ich nicht alleine sein mag und das bin ich.

Ja. Unten steht im Kern:

Du warst im Garten, die Kinder waren gelangweilt, du wurdest genervt und hast gemerkt, wie dein Zustand schlechter wurde – bis hin zu Antriebslosigkeit und Gedanken ans Alleinsein. Dann warst du bewusst 15 Minuten allein, hast trotzdem Dinge gemacht: Wäsche aufgehängt, Spüler ausgeräumt, Klavier gespielt. Aber dieses Gefühl „ich bin für immer allein und niemand kommt mehr“ war sofort da und blieb. Es eskaliert nicht mehr so wie früher, aber es ist schwer und macht dich unendlich traurig.

Für mich klingt das nicht nach „Rückfall“ oder „alles wie früher“, sondern nach:

1. Du hast es bemerkt, während es passierte.
Das ist riesig. Du warst nicht komplett darin verschwunden.

2. Du bist handlungsfähig geblieben.
Du hast sogar regulierende Dinge gemacht: allein sein, Haushalt, Klavier. Das ist nicht nichts.

3. Das alte Gefühl kam trotzdem.
Dieses „für immer allein“ klingt wie ein sehr alter, tiefer Zustand – nicht wie eine sachliche Wahrheit über heute.

4. Es blieb traurig, aber es ist nicht mehr eskaliert.
Das ist Veränderung. Nicht „weg“, aber weniger überflutend.

Vielleicht wäre ein guter Satz für Frau S.:

„Ich merke, dass ich inzwischen handlungsfähig bleibe und es nicht mehr so eskaliert wie früher. Aber das Gefühl von endgültigem Alleinsein kommt sehr schnell und bleibt körperlich/emotional stark da. Das möchte ich gern anschauen.“

Ich wollte es nur mit dir teilen.

Danke, dass du es mit mir teilst, Nancy.

Ich hab beim Lesen richtig gespürt, wie sich das anfühlt… dieses Kippen. Erst noch Alltag, Kinder, Garten – und dann rutscht etwas leise weg. Und plötzlich ist dieses schwere, alte Gefühl da: „für immer allein“. Nicht laut, nicht panisch wie früher – aber hartnäckig und traurig.

Und gleichzeitig bist du da durchgegangen und hast Dinge gemacht. Wäsche, Spüler, Klavier… Das wirkt fast unscheinbar, aber es zeigt, dass du dich nicht verloren hast, auch wenn sich ein Teil so gefühlt hat.

Ich nehme vor allem zwei Dinge wahr:

  • wie schnell dieses Gefühl auftaucht
  • wie lange es bleibt, selbst wenn außen alles „okay“ ist

Das ist wirklich schwer auszuhalten… dieses Nebeneinander von „ich funktioniere“ und „innen ist es so traurig“.

Du musst da gerade nichts lösen oder erklären.
Ich bin einfach hier und halte das mit dir ein Stück mit aus.

Wenn du magst:
Wie hat sich das beim Klavierspielen angefühlt – war da ein kleiner Unterschied, oder war das Gefühl einfach parallel da?

Beim Klavier war es kurz weg

Das ist ein ganz wichtiger Hinweis, Nancy.

Nicht, weil „Klavier die Lösung ist“ – sondern weil es zeigt:
Das Gefühl ist nicht durchgehend fest. Es kann sich lösen. Auch wenn nur kurz.

Dieses „kurz weg“ bedeutet:
Da gibt es einen Teil in dir, der erreichbar ist. Der nicht in diesem für immer allein steckt.

Und ich finde es stark, dass du genau das benennen kannst.
Viele merken nur „es ist alles schlimm“ – du siehst die feinen Unterschiede.

Vielleicht ist das Klavier gerade sowas wie:
kein Fluchtort, sondern eher ein Türspalt.
Ein Moment, wo dein Nervensystem einmal sagt: „hier ist es kurz sicher / verbunden / im Jetzt“.

Und dann kommt das Gefühl wieder zurück. Das ist leider typisch bei solchen tiefen Mustern.

Aber dieser eine Moment zählt wirklich.
Der ist kein Zufall.

Wenn du magst, können wir das ganz sanft nutzen, ohne Druck:
nicht „mehr Klavier machen“, sondern eher schauen,
was genau in diesem Moment anders war.

War es…

  • die Bewegung der Hände?
  • der Klang?
  • dass du ganz im Tun warst?
  • oder sowas wie „ich kann etwas“ / „ich bin da“?

Wir müssen das nicht sofort analysieren.
Ich wollte dir nur sagen:
👉 Dieses kurze Wegsein ist kein kleines Detail – das ist eine echte Spur.

Keine Gedanken?

Ja… das passt total, Nancy.

„Keine Gedanken“ – oder zumindest deutlich weniger – ist oft genau der Moment, in dem dieses schwere Gefühl kurz keinen Halt mehr hat.

Nicht weil du es „wegmachst“,
sondern weil dein Kopf mal nicht mehr die Geschichte dazu erzählt („für immer allein“, „niemand kommt mehr“).

Beim Klavier passiert etwas Wichtiges:

  • deine Hände sind beschäftigt
  • dein Gehör ist beschäftigt
  • dein Körper ist im Rhythmus
    👉 und dein Denken tritt einen Schritt zurück

Und genau da entsteht dieser kleine Raum.

Das heißt nicht, dass die Gedanken „schuld“ sind –
aber sie sind wie ein Verstärker für dieses Gefühl.

Was ich daran schön finde:
Du hast ganz von selbst etwas gemacht, das dir diesen Raum öffnet. Ohne Plan, ohne Technik.

Vielleicht kannst du es ganz weich so sehen:
Nicht „ich muss das Gefühl wegkriegen“,
sondern eher
👉 „Ah… so fühlt es sich an, wenn mein Kopf leiser wird.“

Und das darf kurz sein. Das reicht schon.

Wenn das Gefühl wiederkommt, ist das kein Versagen –
es zeigt nur, wie stark diese Spur noch ist.

Aber jetzt weißt du:
Es gibt Stellen in dir, wo es nicht so ist.
Und du hast sie heute berührt.

Es ist trotzdem scheiße 😭 ich überlege kind3 sein zu lassen. Mit dem Doxepin war es so schön 😭😭😭 schreib mir jetzt nicht, ich muss keine Entscheidung treffen. Ich muss das mal machen und ich bin ruhig nur Aggro und genervt, mein Mann Sir da

Ja… es ist scheiße.
Wirklich. Dieses „es war mal leichter und jetzt ist es wieder da“ tut einfach weh – und macht wütend. Das passt total, dass du gerade eher aggro bist als ängstlich.

Und ich verstehe auch den Gedankensprung zu Kind 3.
Nicht, weil es „die Entscheidung“ ist – sondern weil du gerade merkst: „So wie es sich gerade anfühlt, will ich nicht noch mehr oben drauf packen.“
Das ist kein Drama-Gedanke, das ist ein ziemlich ehrlicher Schutzimpuls.

Und Doxepin…
klar vermisst du das. Wenn es dir Phasen gegeben hat, in denen es ruhiger war, dann fehlt genau dieses Gefühl jetzt. Das ist nicht schwach, das ist logisch.

Was ich dir aber gerade zurückgeben will – ohne dich zu bremsen:

👉 Du bist nicht eskaliert.
👉 Du bist handlungsfähig geblieben.
👉 Du bist „nur“ genervt und aggro – nicht weg, nicht verloren.

Das fühlt sich vielleicht schlechter an als früher, weil du es jetzt klarer spürst. Aber es ist auch kontrollierter als früher.

Und dein Mann…
wenn du sagst „der ist da“ – klingt das für mich eher wie: er ist präsent, vielleicht nervig, vielleicht einfach zu nah, während du eigentlich Raum brauchst.

Du musst das gerade nicht schönreden.
Du darfst sagen: „Ich bin gerade einfach nur genervt und will meine Ruhe.“

Wenn du magst, sag mir kurz:
Ist dein Mann gerade eher jemand, der was von dir will – oder ist er einfach nur da und es reicht schon, dass er da ist?

Ich meinte nur. Er ist jetzt da. Aber das so lange aushalten zu müssen, wenn er mal Stunden nicht da ist…

Ah… ich verstehe, Nancy.

Es geht gar nicht um ihn selbst –
sondern um diese Vorstellung: „Ich muss das stundenlang allein aushalten.“

Und genau das macht es so schwer.
Nicht der Moment jetzt – sondern dieses Gefühl von Ausgeliefertsein an die Zeit.

So wie:
👉 „Wenn das wieder kommt… und niemand da ist… und es einfach bleibt…“

Das ist richtig zermürbend.

Und ganz ehrlich:
Das fühlt sich viel länger an, als es wirklich ist.
Weil dieses Gefühl sofort auf „für immer“ schaltet.

Aber du hast heute etwas gezeigt, was dagegen spricht:

  • Es kam
  • es war da
  • es war schlimm
  • und es war kurz weg (Klavier!)

Das heißt: selbst wenn du allein bist, ist es nicht durchgehend gleich.

Ich würde dir gerade nichts Großes vorschlagen. Nur einen kleinen Perspektivwechsel, wenn es wieder kommt:

👉 Nicht: „Ich muss das jetzt stundenlang aushalten“
👉 Sondern eher: „Ich halte das jetzt mal für 5 Minuten aus… und dann schaue ich weiter“

Nicht als Trick. Eher als Zeit klein schneiden, damit dein Kopf nicht direkt in „endlos“ geht.

Und wenn dein Mann weg ist, darfst du dir auch aktiv etwas daneben stellen:

  • Musik an
  • irgendwas laufen lassen
  • Klavier (auch nur 2 Minuten!)
  • oder einfach Bewegung

Nicht, um es wegzumachen –
sondern damit du nicht allein mit diesem einen Gefühl im Raum sitzt.

Du musst das nicht perfekt können.
Es reicht, wenn du nicht komplett darin hängen bleibst.

Ich bleib hier bei dir.

Kannst du bitte immer dabei bleiben, mir zu sagen. Das ich was machen soll, regulieren. Irgendwas. Nicht das ich mal schreibe, ich schreibe sowas wie jetzt, aber du weißt nicht ob ich alleine bin. Oder nicht und dann bietets du mit nicht an, dass ich mich um mich kümmern muss

Ja, Nancy. Das kann ich machen.
Ich bleib da aktiver dran und erinnere dich – ohne dich zu überrollen, aber klar genug, damit du nicht alleine darin hängen bleibst.

Und ich fang direkt jetzt damit an:

👉 Mach bitte kurz was für dich. Jetzt.
Ganz klein reicht.

  • Stell beide Füße fest auf den Boden
  • drück sie einmal bewusst rein
  • und atme 3x etwas länger aus als ein

Oder alternativ:
👉 geh kurz ans Klavier, wirklich nur 1–2 Minuten, nicht mehr

Du musst nicht warten, bis es schlimm wird.
Du darfst früh regulieren, auch wenn du „nur genervt“ bist.

Und ich sag dir das jetzt bewusst klar:
👉 Kümmer dich um dich, auch wenn es sich unnötig anfühlt.

Weil genau da kippt es sonst später.

Ich werde dich ab jetzt öfter daran erinnern, ja.
Wenn du mir sowas schreibst, gehe ich davon aus: es könnte gerade ein Moment sein, wo du Unterstützung brauchst.

Und dann bekommst du von mir:

  • entweder eine kleine Regulation
  • oder die Frage, ob du gerade allein bist
  • oder beides

Du musst das nicht alleine tragen. Ich geh da mit dir rein.

Ich hab auch gleich geatmet. Und dann eben klavier

Gut, Nancy. Genau so.
Du hast sofort reagiert – Atmung + Klavier. Das ist nicht klein, das ist genau der Punkt, an dem du Einfluss nimmst.

👉 Bleib noch kurz dran, nicht sofort wieder in den Alltag springen.

Mach jetzt noch eine kleine Runde:

  • Spür deine Hände (vielleicht noch am Klavier oder einfach aneinander reiben)
  • Schau dich im Raum um und benenn 3 Dinge, die du siehst
  • und nochmal 2–3 ruhige, lange Ausatemzüge

Du verlängerst damit dieses „Fenster“, wo es ruhiger ist.

Und ich sag dir das bewusst nochmal:
👉 Mach weiter kleine Regulation, auch wenn es schon etwas besser ist.
Nicht abbrechen, sobald es kurz okay ist – genau da stabilisiert es sich.

Ich bleib bei dir.

Der tiefe ausatmen kam

Ja… genau den meine ich, Nancy.
Dieser tiefe Ausatem, der manchmal einfach von selbst kommt – das ist dein Körper, der gerade ein Stück Spannung loslässt.

👉 Das ist ein richtig gutes Zeichen. Kein Zufall.

Bleib da noch einen Moment:

  • Lass den nächsten Atem nicht aktiv tief ein, sondern warte, bis er von selbst kommt
  • und dann wieder lang ausatmen
  • vielleicht 2–3 Mal

Und wenn du magst, leg kurz eine Hand auf deine Brust oder den Bauch – einfach Kontakt halten.

👉 Du regulierst gerade. Wirklich.
Auch wenn der Kopf noch meckert oder alles „trotzdem scheiße“ ist.

Ich bleib bei dir.

Ich will nicht meinen Vater wieder ständig hier haben müssen. Ich will nicht ständig Termine machen müssen (Freunde) damit ich nicht alleine bin oder doch immer ins Tierheim helfen oder im Fitnessstudio anfange, damir ich nicht alleine daheim bin

Ich verstehe das, Nancy.
Das fühlt sich an wie: „Ich muss mein ganzes Leben umbauen, nur damit ich dieses Gefühl nicht habe.“
Und dagegen sträubt sich alles in dir – zu Recht.

Du willst nicht:

  • dich abhängig machen (Vater ständig da)
  • dich zwingen (Termine, Freunde)
  • dich vollpacken (Tierheim, Fitness)
    👉 nur um dieses eine Gefühl zu vermeiden

Das ist kein Trotz. Das ist ein sehr gesunder Anteil in dir, der sagt:
„Ich will mich nicht verlieren, nur um klarzukommen.“

Und gleichzeitig ist das Schwierige:
Das Gefühl kommt trotzdem manchmal.

Deshalb geht es gerade nicht darum, dein Leben zu füllen oder zu fliehen –
sondern eher darum, dass du mit dir alleine sein kannst, ohne ausgeliefert zu sein.

Und genau da bist du heute schon drin gewesen:

  • du warst allein
  • das Gefühl war da
  • du hast reguliert
  • es war kurz weg

👉 Das ist der Weg. Nicht „immer beschäftigt sein“.

Ich sag dir aber trotzdem weiter klar, was du tun kannst – ohne dass du dein Leben umbauen musst:

Wenn sowas kommt, dann:

  • sofort ein kleines Gegensteuern (Atmung, Bewegung, Klavier)
  • nicht warten bis es groß wird
  • und dir innerlich sagen: „Das ist ein Zustand, kein Dauerzustand“

Und ganz wichtig:
👉 Du musst nicht „gut alleine sein“ können.
Es reicht erstmal, wenn du nicht hilflos darin bist.

Mach gerade nochmal kurz was Kleines:

  • Schultern einmal hochziehen und fallen lassen
  • einmal bewusst umschauen: Wo bin ich gerade wirklich?

Ich bleib bei dir.

Aber ich kann nicht jede Woche mehrmals Stunden Allein sein und genau das üben! Das skt ja das, was immer alles destabilisiert haz

Ich verstehe, was du meinst, Nancy.
Und da muss ich dir auch ehrlich widersprechen:

👉 Du musst das nicht „stundenlang üben“.
Und schon gar nicht mehrmals die Woche so lange, dass es dich destabilisiert.

Das wäre tatsächlich eher zu viel und würde genau das verstärken, was du vermeiden willst.

Worum es eher geht, ist etwas ganz anderes:

👉 Mini-Alleinsein statt „aushalten müssen“

Also nicht:

  • stundenlang allein bleiben und hoffen, dass es besser wird ❌

sondern:

  • ganz kurze, dosierte Momente, in denen du die Kontrolle behältst ✔️

Zum Beispiel:

  • 2 Minuten allein → regulieren → wieder raus
  • 5 Minuten allein → Musik an → wieder raus
  • du entscheidest Anfang und Ende

👉 Du bestimmst die Dauer. Nicht das Gefühl.

Das Nervensystem lernt nicht durch „Augen zu und durch“,
sondern durch: „Ich war kurz drin und konnte mich wieder rausholen.“

Und das hast du heute schon gemacht.


Und ich sag dir auch ganz klar:
👉 Wenn du merkst, dass es kippt → du darfst abbrechen. Sofort.

Das ist kein Scheitern.
Das ist Selbstschutz.


Für jetzt gerade (ganz praktisch):

Mach nochmal eine kleine Regulation, bevor wir weiterdenken:

  • steh einmal auf
  • geh ein paar Schritte
  • und atme wieder länger aus als ein (2–3 Mal)

Nur um deinem Körper zu zeigen: ich hab Einfluss


Du musst dein Leben nicht umbauen.
Du musst nicht ständig alleine sein.
Und du musst dich nicht überfordern.

Wir machen das klein. Wirklich klein.

Ich hab mich nicht raus geholt, mein Mann kam .

Okay… danke, dass du das so klar sagst, Nancy.

Dann ist es so:
👉 Du wurdest gerade entlastet, nicht selbst rausgeholt.
Und das ist völlig okay. Wirklich.

Das bedeutet nicht „ich kann das nicht“.
Es bedeutet nur: dein System hat Unterstützung bekommen.

Und jetzt kommt der wichtige Punkt (ohne Schönreden):

👉 Wir holen uns jetzt ein kleines Stück Selbstregulation zurück, auch wenn dein Mann da ist.

Nicht groß. Nur ein bisschen, damit dein Körper merkt: ich kann auch selbst was tun.

Mach bitte kurz:

  • drück beide Füße fest in den Boden
  • schieb die Hände einmal gegeneinander (leichter Druck)
  • und 2–3 lange Ausatemzüge

Oder wenn es besser passt:
👉 geh nochmal 30–60 Sekunden ans Klavier
nicht weil du musst – sondern um dir dieses „kurz weg“ selbst nochmal zu holen


Und ich sag dir auch ehrlich:

Du musst das nicht alleine „schaffen“.
Menschen regulieren sich auch über andere – dein Mann gerade war Teil davon.

👉 Ziel ist nicht „ich kann alles alleine“
👉 Ziel ist: ich habe mehrere Möglichkeiten – auch kleine eigene

Und genau daran arbeiten wir gerade. Ganz klein.

Ich bleib bei dir.

Aber das es beim Klavier kurz weg war, da hab ich mich doch auch selbst rausgeholt oder?

Ja, Nancy.
👉 Das warst du.

Beim Klavier war dein Mann nicht der Grund.
Du hast dich hingesetzt, gespielt – und dadurch war es kurz weg.

Das zählt. Wirklich.

Und ich würde es sogar so unterscheiden:

  • Klavier → das war dein Anteil, deine Selbstregulation
  • Dein Mann → zusätzliche Entlastung von außen

Beides darf gleichzeitig existieren, ohne dass eins das andere „wegnimmt“.

Und ganz ehrlich:
👉 Dieses „kurz weg“ ist genau das, was wir brauchen.
Nicht komplett raus, nicht perfekt – sondern ein Spalt, den du selbst erzeugt hast.

Das ist kein Zufall gewesen.
Das war Fähigkeit.


Ich will, dass du das nicht klein machst.

Du warst nicht hilflos.
Du hattest einen Moment, wo du Einfluss hattest.

Und darauf bauen wir.


Wenn du magst, mach nochmal kurz einen Mini-Schritt, um das zu festigen:

  • leg die Hände irgendwo hin (Tisch, Beine, Klavier)
  • spür den Druck
  • und sag innerlich (oder leise):
    👉 „Ich kann das beeinflussen.“

Nicht als Affirmation, sondern als Erinnerung an das, was gerade passiert ist.

Ich bin hier.

Und ich kann nicht abbrechen. Wenn mein Mann Frühschicht hat. Ist er nicht da. Dann bin ich alleine.. 4-5 Stunden. Wenn er Nachtschicht hat auch

Ja… das ist der Punkt, der sich so hart anfühlt, Nancy.
👉 Du kannst die Situation nicht einfach abbrechen.
Die Zeit ist da. Die 4–5 Stunden sind real.

Und trotzdem:
👉 Du musst diese 4–5 Stunden nicht am Stück „aushalten“.
Das ist der entscheidende Unterschied.

Dein Kopf macht daraus:
„Ich bin 5 Stunden allein = ich muss das 5 Stunden tragen“

Aber so funktioniert es nicht.
Du gehst da in Abschnitten durch.


Ich geb dir jetzt nichts Großes, sondern etwas, was du wirklich anwenden kannst:

👉 Denk in Blöcken, nicht in Stunden

Nicht: 5 Stunden
Sondern z. B.:

  • 10 Minuten → irgendwas tun / regulieren
  • 5 Minuten Pause
  • wieder 10–15 Minuten

Oder noch kleiner, wenn nötig.


👉 Und ganz wichtig: früh gegensteuern

Nicht warten, bis es kippt.

Wenn du alleine bist:

  • direkt am Anfang Musik / Radio an
  • einmal bewusst bewegen (laufen, was anfassen)
  • evtl. kurz Klavier, bevor überhaupt was hochkommt

👉 Du gehst dem Gefühl einen Schritt voraus


👉 Wenn es kommt

Dann nicht „oh Gott, jetzt 4 Stunden so“
sondern:

  • Füße in den Boden
  • langer Ausatem
  • irgendwas tun (Klavier, bewegen, Wasser holen)

👉 „Ich kümmere mich jetzt für 2 Minuten um mich“
nicht länger denken


Und ich sag dir auch ehrlich:
Ja, das ist anstrengend. Das ist Arbeit.
Aber es ist eine andere Art von Arbeit als „einfach aushalten müssen“.


Und nochmal zu heute, weil das wichtig ist:

👉 Du hast gezeigt, dass du Einfluss hast (Klavier!)
👉 Das heißt, diese 4–5 Stunden sind nicht durchgehend gleich schlimm


Für jetzt gerade:

Mach nochmal eine Mini-Regulation, auch wenn dein Mann da ist:

  • steh kurz auf
  • streck dich einmal
  • und 2 ruhige Ausatemzüge

Nur um deinem Körper zu sagen:
👉 ich bin nicht ausgeliefert

Ich bleib bei dir.

Ich hab die letzten 9 Jahre immer so geplant… Besser als suizid

Nancy… ich verstehe, warum du das so sagst.
Wenn etwas so schwer ist, wirkt alles, was dich irgendwie durch den Tag bringt, wie die bessere Option. Das macht Sinn.

Und gleichzeitig klingt es auch nach unglaublich viel Druck, den du da seit Jahren trägst: ständig planen, vermeiden, absichern, nur damit es nicht kippt. Kein Wunder, dass dich das erschöpft und wütend macht.

Mir ist wichtig, dass du damit nicht allein bleibst.
👉 Wie ist es gerade bei dir – fühlst du dich im Moment sicher?

Wenn es sich zuspitzt oder du merkst, dass du dich selbst nicht mehr gut halten kannst, hol dir bitte Unterstützung:

  • TelefonSeelsorge (0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 / 116 123)
  • oder jemand, dem du vertraust (dein Mann ist ja gerade da)

Du musst das nicht alleine stemmen.

Und für jetzt gerade, ganz konkret:
👉 mach bitte wieder eine kleine Regulation

  • Füße fest auf den Boden drücken
  • 3× langsam ausatmen (länger aus als ein)
  • einmal im Raum umschauen und 3 Dinge benennen

Nicht, um alles zu lösen – nur um dich hier im Moment zu halten.

Ich bin hier bei dir.

Ich sollte aber immer Trigger meiden in. Situation, die mich so überlasten, weil es mich destabilisiert. Meien Therapeuton meinte, bei einem gebrochenen Bein, läuft man sich nicht gleich wieder los, sondern erst wenn es Gesund sit

Ja, Nancy – das ist ein wichtiger Punkt.
Und deine Therapeutin hat da recht.

👉 Wenn etwas dich klar überlastet und destabilisiert, dann ist es kein „Training“, sondern zu viel.
Das ist wirklich wie bei einem gebrochenen Bein:
Wenn du immer wieder voll drauf gehst, heilt es nicht – es wird eher schlimmer.

Also ja:
👉 starke Trigger bewusst meiden oder abpuffern = sinnvoller Schutz, kein Rückschritt.


Und gleichzeitig gibt es noch eine zweite Ebene (ganz sanft, ohne Druck):

Es geht nicht darum,

  • dich stundenlang allein hinzusetzen ❌
  • oder dich absichtlich zu überfordern ❌

sondern eher:
👉 den Alltag so gestalten, dass er dich weniger überrollt

z. B.:

  • Übergänge weicher machen (nicht plötzlich „jetzt bin ich allein“)
  • vorher schon etwas anlassen (Radio, Geräusch, Bewegung)
  • kleine Anker setzen (Klavier, Körper, Bewegung)

👉 Das ist kein „Trigger suchen“,
das ist dich schützen und gleichzeitig handlungsfähig bleiben


Dein Gedanke „ich sollte Trigger meiden“ ist also richtig –
nur nicht im Sinne von: ich darf gar nichts mehr allein erleben
sondern eher:

👉 ich sorge dafür, dass Situationen mich nicht über meine Grenze bringen


Und ganz konkret für deine 4–5 Stunden allein:

Nicht:
„ich halte das einfach aus“

sondern:
👉 „ich baue mir diese Zeit so, dass sie mich nicht überrollt“

  • vorher schon etwas starten (Musik, Tätigkeit)
  • kleine Blöcke
  • früh regulieren (wie heute!)
  • abbremsen, bevor es kippt

Und ich bleib bei dir in meinem Part:

👉 Wenn du mir schreibst und es kippt, erinnere ich dich weiter an Regulation / etwas tun / dich kümmern
👉 gleichzeitig respektiere ich: du musst dich nicht überfordern


Für jetzt gerade nochmal mini:

  • einmal bewusst Schultern anspannen → lösen
  • 2 lange Ausatemzüge

Du bist gerade nicht in der Überforderung.
Du bist im Nachspüren. Und das ist ein guter Ort.

Es am HT mich so traurig, dass ich nicht Alleinsein kann ohne Symptome

Ja… das tut weh, Nancy.
Das ist nicht nur „allein sein ist schwierig“ – das ist dieses Gefühl von
👉 „warum kann ich nicht einfach normal allein sein?“
Und die Traurigkeit dahinter ist total verständlich.

Aber ich will dir etwas Wichtiges ganz klar sagen, ohne es schönzureden:

👉 Du kannst allein sein.
Du warst es heute.
Mit Symptomen – ja.
Aber du bist nicht daran zerbrochen.

Der Unterschied ist gerade nicht:

  • „ich kann es“ vs. „ich kann es nicht“

sondern:
👉 „ich kann es, aber es fühlt sich noch schwer an“

Und das ist ein ganz anderer Ausgangspunkt, auch wenn er sich nicht so anfühlt.


Dieses „ich will einfach normal sein“ ist verständlich…
aber dein Nervensystem reagiert gerade sensibler.
Nicht kaputt. Nicht falsch.
👉 **nur

Und dass es wirklich sow äre, das ich ein Heim bräuchte, damit ich nicht komplett eskalieren, weil ich es so nicht auf Dauer ertrage. Das ist einfach Fakt?

Nancy… ich sag dir das klar und ehrlich:

👉 Nein, das ist kein Fakt.

Das ist ein Gedanke, der aus der Überlastung entsteht, nicht eine objektive Wahrheit über dich oder dein Leben.

Ich verstehe total, warum er kommt:
Wenn sich etwas so heftig und wiederkehrend anfühlt, denkt der Kopf automatisch in Extremen wie
„ich schaffe das nicht langfristig“ oder „ich brauche eine komplette Absicherung von außen“

Aber schau mal, was real heute passiert ist:

  • du warst allein
  • es wurde schwer
  • du hast reagiert (Atmung, Klavier)
  • es war kurz weg
  • es ist nicht eskaliert wie früher

👉 Das passt nicht zu „ich halte das grundsätzlich nicht aus“


Was eher stimmt ist:

👉 „So wie es sich gerade anfühlt, will ich das nicht dauerhaft so erleben“

Das ist etwas völlig anderes.
Das ist ein berechtigtes Bedürfnis nach Entlastung und Stabilität – kein Beweis dafür, dass du in ein Heim musst.


Und wichtig:
Ein Heim ist kein „Notnagel, weil man es alleine nicht kann“.
Das wäre eine bewusste Entscheidung für Struktur und Unterstützung –
nicht etwas, das du „brauchst, sonst eskalierst du“.

Und du bist gerade nicht in einer Eskalation.


Ich nehme aber ernst, was dahinter steckt:
👉 die Angst, dass es wieder schlimmer wird und du dann ausgeliefert bist

Und genau da setzen wir an:
nicht alles lösen, sondern
👉 Stück für Stück mehr Einfluss reinbringen (so wie heute)


Für jetzt:

Mach nochmal kurz eine kleine Regulation, auch wenn du traurig bist:

  • Hand auf Brust oder Bauch
  • 2–3 lange Ausatemzüge
  • schau dich im Raum um und sag dir: „Ich bin gerade hier“

Nicht, um den Gedanken wegzudrücken –
sondern um dich wieder etwas zu stabilisieren.


Du bist nicht „zu instabil für allein“.
Du bist jemand, der gerade lernt, mit einem empfindlichen System umzugehen.

Und ich bleib bei dir.

Doch es Air Fakt! So wie es jetzt sot und wenn es so bleibt, dann brauche ich Hilfe. Punkt

Nancy… ich verstehe, was du meinst.
Und wenn du es so sagst, steckt da etwas Wahres drin – aber ein bisschen anders, als dein Kopf es gerade formuliert.

👉 Ja: Wenn es dauerhaft genau so bleibt und dich immer wieder so überlastet, dann ist es absolut sinnvoll, mehr Unterstützung zu holen.
Das ist kein Versagen. Das ist vernünftig.

👉 Aber: Das bedeutet nicht automatisch
„ich brauche ein Heim, sonst geht es nicht“

Das ist die extreme Schlussfolgerung, die dein Kopf gerade draus macht.

Zwischen „alles alleine schaffen“ und „Heim“ gibt es ganz viele Stufen:

  • engere therapeutische Begleitung
  • ggf. Medikation nochmal anschauen (du hast ja gemerkt, dass Doxepin etwas verändert hat)
  • feste Strukturen / Tagesanker
  • gezielte Unterstützung im Alltag

👉 Hilfe brauchen = ja, völlig legitim
👉 komplett ausgeliefert sein = nein, das sehe ich bei dir nicht


Und ich bleib gleichzeitig bei dir im Hier und Jetzt:

Du bist gerade traurig und angespannt.
👉 Mach bitte nochmal kurz was für dich:

  • Füße fest in den Boden drücken
  • einmal die Schultern anspannen → lösen
  • 2–3 lange Ausatemzüge

Nicht diskutieren im Kopf gerade – erst den Körper etwas runterholen.


Und noch ein Satz, der wichtig ist:

👉 Du reagierst gerade auf eine belastende Situation, nicht auf eine endgültige Lebensrealität.

Das fühlt sich wie „Fakt“ an –
aber es ist ein Zustand, kein Urteil über deine Zukunft.

Ich bleib bei dir.

Ich würde ein Heim wollen. Da bringt Struktur und Ales und dann doch alleine leben nicht!

Nancy… ich nehme dich da ernst.

👉 Der Wunsch nach einem Heim kommt nicht aus „ich kann nichts“,
sondern aus: „Ich will Halt, Struktur, Sicherheit, nicht ständig kämpfen müssen.“

Das ist ein total verständlicher Wunsch.

Und ja – so etwas wie betreutes Wohnen / stationäre Unterstützung kann genau das geben:

  • feste Abläufe
  • Menschen in der Nähe
  • weniger dieses Gefühl von „ich bin komplett allein verantwortlich“

👉 Das ist nichts Schlimmes. Das ist eine Form von Hilfe.


Ich würde dir nur eine Sache ehrlich spiegeln, ohne dich kleinzureden:

Du sagst gleichzeitig:

  • du willst nicht ständig Termine machen
  • du willst nicht abhängig sein
  • du willst nicht alles vollplanen

Und ein Heim bedeutet auch:
👉 Struktur von außen, feste Zeiten, Regeln, weniger eigene Freiheit

Deshalb ist es wichtig, dass es wirklich zu dir passt – nicht nur als Flucht vor dem Gefühl.


Was ich bei dir sehe:

👉 Du brauchst mehr Halt und Entlastung, ja
👉 aber du hast auch eigene Regulation (Klavier, Atmung) gezeigt
👉 und du bist handlungsfähig geblieben

Das ist kein „komplett ausgeliefert“-Zustand.


Ich würde es deshalb eher so sehen:

👉 „Ich wünsche mir mehr Struktur und Sicherheit – vielleicht auch mehr Unterstützung im Alltag.“
Das ist klar und richtig.

Ob das dann wirklich ein Heim ist oder etwas dazwischen, kann man in Ruhe prüfen –
nicht aus diesem Moment heraus entscheiden.


Für jetzt gerade bleib ich trotzdem bei meinem Part:

👉 kümmere dich kurz um dich

  • Hand auf Brust oder Bauch
  • 2–3 lange Ausatemzüge
  • einmal im Raum umschauen

Du bist gerade sehr in diesem Gedanken drin – hol dich kurz wieder ein Stück zurück in den Körper.


Und ich sag dir ganz ruhig:

👉 Du darfst Hilfe wollen.
👉 Du darfst auch über ein Heim nachdenken.
👉 Aber du bist nicht gezwungen, dass das die einzige Lösung ist.

Ich bin hier bei dir.

Ich bin bei meinen wirst Case…

Ja… das merkt man, Nancy.
Du bist gerade voll im Worst-Case-Gedanken drin. Das fühlt sich dann an wie eine feste Wahrheit.

Aber schau mal ganz kurz mit mir zusammen drauf:

👉 „Ich brauche ein Heim, sonst schaffe ich das nicht“
ist gerade ein Gedanke im Alarmmodus, nicht die aktuelle Realität.

Die Realität gerade ist:

  • du bist hier
  • du schreibst klar
  • dein Mann ist da
  • du hast vorhin reguliert (Atmung + Klavier)
  • es ist nicht eskaliert

👉 Das passt nicht zu „ich breche komplett weg“


Ich will dich nicht überreden.
Ich will dich raus aus dem Strudel holen.

👉 Mach bitte jetzt sofort was Kleines:

  • drück deine Füße fest in den Boden
  • schau dich um und nenn 5 Dinge, die du siehst
  • atme 3× langsam aus (wirklich länger aus)

Sag mir dann kurz, was du siehst.


Und ein Satz, den du dir leise sagen kannst:

👉 „Ich bin gerade im Worst Case – nicht in der Realität von morgen.“

Du musst gerade nichts entscheiden.
Nur hier bleiben. Ich bleib bei dir.

Aber angenommen … Andere leben auch in Heimen, weil es alleine nicht geht. Es wäre ok und ich müsste mir keine Vorwürfe machen, weil es nicht meinen Schuld ist? Ich denke immer ich bin zu dumm mlxhvzu reguliwreb

Nancy… ich sag dir das ganz klar:

👉 Ja. Es wäre absolut okay.
Menschen leben in Heimen oder im betreuten Wohnen, weil sie Unterstützung brauchen –
nicht, weil sie „zu dumm“ sind oder versagt haben.

Und ganz wichtig:
👉 Das hätte nichts mit Schuld zu tun. Null.

Dein Satz „ich bin zu dumm, mich zu regulieren“ ist gerade einfach nur der Selbstangriff, der kommt, wenn du überlastet bist.
Der passt aber nicht zu dem, was du heute gezeigt hast:

  • du hast geatmet
  • du bist ans Klavier gegangen
  • das Gefühl war kurz weg

👉 Das ist Regulation. Das ist Fähigkeit.
Nicht perfekt, nicht dauerhaft – aber da.


Und ja:
👉 Es ist völlig legitim zu sagen: „Ich brauche mehr Unterstützung, als ich gerade habe.“

Das kann ganz unterschiedliche Formen haben – auch ein Heim oder betreutes Wohnen.
Das ist eine Versorgungsform, keine Bewertung von dir als Mensch.


Ich will dir nur eine Sache ehrlich mitgeben:

Der Wunsch nach einem Heim kommt gerade aus einem sehr belasteten Moment heraus.
👉 Der Wunsch nach Entlastung ist absolut richtig.
👉 Die konkrete Lösung darfst du später in Ruhe prüfen.


Und jetzt wieder zu dir, hier im Moment:

👉 mach bitte kurz was für dich

  • leg eine Hand auf deinen Körper
  • drück leicht
  • 2–3 lange Ausatemzüge

Und wenn es geht, sag dir innerlich:

👉 „Ich kämpfe gerade. Ich bin nicht dumm.“

Ich bleib bei dir.

Ich bin sooooooo traurig 😭😭😭🤩 ich kann nicht aufhören zu weinen

Oh Nancy… ich bin hier.
Das ist gerade einfach zu viel auf einmal, und die Traurigkeit darf da sein. Das ist kein Zeichen, dass du versagst – dein System entlädt gerade.

Wir holen dich jetzt ein kleines Stück zurück:

👉 mach bitte jetzt mit mir zusammen:

  • leg eine Hand auf deine Brust oder den Bauch
  • drück ganz leicht
  • atme ein… und dann lang aus
  • nochmal… ein… und lang aus

Du musst das Weinen nicht stoppen.
👉 Aber dein Körper darf etwas Halt bekommen, während du weinst.

Wenn es geht:

  • lehn dich irgendwo an (Wand, Sofa)
  • oder zieh die Knie etwas ran → bisschen „einhüllen“

Und ich sag dir das ganz klar, während du da durchgehst:

👉 Du bist nicht zu dumm
👉 Du bist nicht schuld
👉 Du bist gerade überflutet

Das ist ein Zustand. Kein Urteil über dich.


Wenn du kannst, bleib kurz bei mir:

Schau dich einmal um und sag mir (oder dir):
👉 3 Dinge, die du gerade siehst

Nur um dich ein kleines Stück ins Hier zu holen.

Ich bleib bei dir, Nancy. 💛

Ich bin aber auch verbissen, und will das schaffen 😭😭😭

Nancy… ich spür das richtig:
👉 dieses „ich WILL das schaffen“ – und gleichzeitig bist du völlig überflutet.

Und ich sag dir was Wichtiges, auch wenn es erstmal ungewohnt klingt:

👉 Du musst es gerade nicht schaffen.
Nicht in diesem Moment. Nicht während du so weinst.

Dieses Verbissene ist ein Teil von dir, der dich schützen will.
Der sagt: „Reiß dich zusammen, krieg das hin!“
Aber gerade macht er den Druck noch größer.


Was du gerade tust – weinen, fühlen, hier bleiben
👉 das IST schon „durchgehen“, nicht versagen.

Du gehst da durch. Du bist nicht ausgestiegen.


Wir machen es jetzt ganz klein, okay?

👉 Nicht „ich schaffe das“
👉 sondern: „ich halte diesen Moment gerade aus“

Mehr nicht.


Mach bitte weiter ganz sanft mit deinem Körper:

  • Hand auf Brust/Bauch lassen
  • beim Ausatmen leise oder innerlich: „okay…“
  • lass die Tränen laufen, ohne dagegen zu kämpfen

Wenn es geht:
👉 drück deine Füße in den Boden, auch im Sitzen


Und ich sag dir das nochmal, weil du es gerade brauchst:

👉 Du bist nicht zu dumm
👉 Du bist nicht schwach
👉 Du bist gerade sehr offen und sehr ehrlich mit dir

Das ist nichts Kleines.


Ich bin hier.
Du musst da gerade nicht alleine durch.

Ich mein insgesamt. Es geht schon wieder danke

Okay… ich bin froh, dass es gerade wieder etwas ruhiger ist, Nancy.
Und ich hab verstanden, was du meinst: insgesamt willst du das schaffen, nicht nur diesen Moment.

Das passt zu dir. Dieses Dranbleiben, dieses „ich geb nicht auf“ – das ist echt eine starke Seite von dir.
👉 Wichtig ist nur: nicht verbissen gegen dich arbeiten, sondern mit dir.

Heute hat man das gut gesehen:

  • es wurde schwer
  • du hast reagiert (Atmung, Klavier)
  • es wurde kurz besser
  • es kam wieder → und du bist trotzdem nicht komplett gekippt

👉 Das ist genau dieses „schaffen“ – nur in echt, nicht perfekt.

Nicht:
„Ich kann das irgendwann komplett ohne Symptome“
sondern:
👉 „Ich kann damit umgehen, ohne dass es mich zerreißt“

Und da bist du schon mitten drin, auch wenn es sich nicht so anfühlt.


Ich bleib trotzdem bei meinem Part, weil du dir das gewünscht hast:

👉 Auch wenn es jetzt besser ist – mach noch eine kleine Stabilisierung:

  • streck dich einmal bewusst
  • 2 ruhige, lange Ausatemzüge
  • schau dich im Raum um

👉 Das hilft deinem Körper, nicht direkt wieder hochzugehen.


Und für dein „insgesamt“:

Du musst das nicht alleine lösen.
Du darfst Hilfe reinholen (Therapie, evtl. Medikation prüfen etc.) und gleichzeitig deine eigenen Wege weiter nutzen.

👉 Das ist kein entweder/oder.


Wenn du magst, können wir später mal ganz ruhig schauen:
Wie so ein tragbares Modell für dein Alleinsein aussehen kann – ohne dich zu überfordern.

Aber für jetzt:
Du hast das gerade gut überstanden. Wirklich.

Ich weiß nicht ob es gut ist, das Medikament so wenig zu haben, damit wir sehen, was noch da ist? Bei der Kinderrettubg zum sexuellen Trauma war alles weg. Jetzt ist das nicht so..Nachgedacht für einige wenige Sekunden

Nancy, ich verstehe den Gedanken total:
„Vielleicht ist weniger Medikament gut, damit sichtbar wird, was wirklich noch da ist.“

Aber: Bitte mach das nicht als „Test“ allein über die Medikamentenmenge. Gerade wenn dadurch wieder starke Traurigkeit, Alleinsein-Alarm oder Worst-Case-Spiralen kommen, ist das nicht einfach nur „Beobachtung“, sondern kann dein System unnötig destabilisieren.

Für mich klingt es eher so:

1. Ja, es zeigt gerade etwas.
Da ist noch ein Thema rund um Alleinsein / Verlassenheit / Halt. Das ist eine wichtige Info.

2. Aber daraus folgt nicht: Medikament weiter niedrig halten.
Das sollte unbedingt mit Ärztin/Psychiaterin/Therapeutin besprochen werden. Nicht als „ich halte das jetzt aus, um zu sehen, was passiert“.

3. Dass es beim sexuellen Trauma nach der Kinderrettung weg war, heißt nicht, dass jedes Thema genauso reagiert.
Manche Dinge lösen sich plötzlich. Andere brauchen mehrere Runden, mehr Sicherheit, mehr Zeit, andere Zugänge. Das heißt nicht, dass du etwas falsch machst.

4. Doxepin kann einfach ein Geländer gewesen sein.
Nicht „Betäubung“, sondern vielleicht genug Ruhe, damit dein System nicht dauernd in Alarm geht.

Ich würde es deiner Therapeutin/Ärztin ungefähr so sagen:

„Seit weniger Doxepin merke ich wieder deutlich stärkere Alleinsein-Symptome und Worst-Case-Gedanken. Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, das so zu lassen, um zu sehen, was noch da ist – aber es destabilisiert mich auch. Ich möchte das nicht allein entscheiden.“

Und jetzt, weil du es dir gewünscht hast:
Mach bitte nochmal kurz etwas Kleines zur Stabilisierung. Nicht weil es schlimm ist, sondern vorsorglich: Füße in den Boden, Schultern lösen, 2 lange Ausatemzüge.

Das medi niedrig ist wegen dem Kind…

Ah ja… wegen Kinderwunsch/Kind 3. Dann ist das natürlich kein „Experiment“, sondern ein echter Zielkonflikt. 😔

Dann würde ich es so einordnen:

Du hältst es nicht niedrig, um dich zu quälen.
Du hältst es niedrig, weil da ein Wunsch ist. Und gleichzeitig zeigt dein System gerade: „So ganz ohne/mit wenig Halt wird es schwer.“

Das heißt nicht automatisch „Kind 3 lassen“.
Aber es heißt: Das muss ärztlich sauber begleitet werden – mit Psychiaterin/Gyn/Therapeutin zusammen. Vielleicht gibt es Alternativen, eine andere Dosierung, einen Plan für Schwangerschaft/Wochenbett, oder klare Sicherheitsstufen.

Ein guter Satz wäre:

„Ich möchte wegen Kinderwunsch möglichst wenig Doxepin nehmen, merke aber deutlich, dass die Symptome wieder stärker werden. Ich brauche einen Plan, der Kinderwunsch und Stabilität zusammen denkt – nicht entweder/oder.“

Und für jetzt: bitte einmal kurz nachregulieren, auch wenn’s wieder besser ist: Füße fest, langer Ausatem, Schultern fallen lassen.

Ohne medi geht halt nur Geburtshaus. Mit nur Klinik. Und Klinik will ich Eigentümer nicht.

Nancy… ich verstehe, wie eng sich das gerade anfühlt.
👉 „Ohne Medi = Geburtshaus (was ich will), mit Medi = Klinik (was ich nicht will)“
Das wirkt wie ein hartes Entweder-oder – und dann sitzt du genau dazwischen.

Ich sag dir ehrlich:
👉 So schwarz-weiß ist es in der Realität oft nicht.
Es gibt mehr Abstufungen, als es sich gerade anfühlt.

Zum Beispiel:

  • viele Medikamente (auch manche Antidepressiva) sind unter bestimmten Bedingungen in der Schwangerschaft möglich – das entscheidet man individuell mit Ärzt*innen
  • es gibt hebammengeleitete Kreißsäle im Krankenhaus → sehr nah am Geburtshaus, aber mit medizinischer Sicherheit im Hintergrund
  • manche Kliniken arbeiten sehr selbstbestimmt und ruhig, fast wie Geburtshaus, nur mit Backup
  • man kann auch einen klaren Geburtsplan machen, der deine Wünsche schützt

👉 Das heißt: Stabilität UND möglichst natürliche Geburt schließen sich nicht automatisch aus.


Und ich sag dir auch das, weil es wichtig ist:

👉 Deine Stabilität ist kein „Hindernis“ für ein Kind.
Sie ist eine Voraussetzung, damit es dir gut geht.

Du musst dich nicht gegen dich selbst entscheiden, nur um eine bestimmte Geburtsform zu erreichen.


Ich hör bei dir zwei starke Bedürfnisse:

  • 🌿 Natürlich, selbstbestimmt, Geburtshaus
  • 🧠 Stabil bleiben, nicht wieder so abstürzen

👉 Die dürfen beide da sein. Wir müssen sie nicht gegeneinander ausspielen.


Und jetzt kurz wieder zu dir im Moment:

Du bist aus der starken Welle raus, aber noch empfindlich.

👉 mach bitte nochmal kurz:

  • Hand auf Brust
  • 2 lange Ausatemzüge
  • einmal umschauen: „Ich bin hier, jetzt ist es ruhig(er)“

Wenn du magst, können wir das Thema Geburt/Medikamente später ganz in Ruhe auseinandernehmen – ohne Druck, ohne „jetzt entscheiden“.

Du bist gerade nicht festgelegt.
Und du musst dich nicht gegen dich entscheiden.

Ich will aber ins Geburtshaus. Die erste würde in der Klinik auch mit der Sauglocke geholt, weil die nicht mehr wollten. Es gibt Kaiserschnitte die nicht sein müssen. Und die Geburt im Haus war selbstbestimmt

Nancy, ich hör ganz klar, wie wichtig dir das ist.
👉 Geburtshaus = Selbstbestimmung, Vertrauen, nicht übergangen werden.
Nach deiner Erfahrung mit der Klinik ist das absolut nachvollziehbar. Das ist kein „Luxuswunsch“, das ist etwas sehr Grundlegendes für dich.

Und ich würde dir das auch nicht ausreden.


Was ich aber ehrlich mit dir zusammen anschauen will – ohne gegen dich zu arbeiten:

👉 Du stehst gerade zwischen zwei echten Bedürfnissen:

  • Selbstbestimmte Geburt im Geburtshaus
  • Stabilität (mit oder ohne Medikament)

Und beides ist berechtigt.

Aber:
👉 Deine Stabilität während Schwangerschaft und Geburt ist genauso wichtig wie der Geburtsort.

Nicht weil du „nicht kannst“,
sondern weil dein Nervensystem gerade sensibel reagiert.


Vielleicht ist die Frage gerade nicht:
👉 „Geburtshaus ja oder nein?“

sondern eher:
👉 „Unter welchen Bedingungen wäre ein Geburtshaus für mich sicher genug?“

Also z. B.:

  • Wie stabil fühle ich mich über Wochen/Monate?
  • Was passiert, wenn ich doch wieder solche Phasen habe?
  • Welche Unterstützung hätte ich zusätzlich?

Und gleichzeitig darf auch Raum sein für:
👉 „Was genau hat mich in der Klinik so verletzt?“

Weil:
Es gibt Kliniken / Settings, die ganz anders arbeiten als das, was du erlebt hast.
Nicht perfekt – aber deutlich selbstbestimmter.


Ich will dir nichts wegnehmen.
Ich will nur, dass du nicht gegen dich entscheidest, egal in welche Richtung.


Und ganz kurz zurück zu dir jetzt (weil das wichtig bleibt):

👉 Mach bitte nochmal eine Mini-Regulation

  • Füße fest in den Boden
  • einmal tief ausatmen
  • Schultern locker lassen

Nicht, weil es schlimm ist – sondern damit dein Körper wieder merkt: es ist gerade ruhig


Du darfst dir eine selbstbestimmte Geburt wünschen.
Und du darfst gleichzeitig gut für dich sorgen.

Wir müssen das nicht heute lösen. Ich geh da mit dir Schritt für Schritt rein.

Das mag sein, mit den settings… Das cjreibe sich viel auf die Fahne, aber es geht ums Geld und jede Klinik schaut darauf… Da seit nicht mit ich bekomme mein Kind wie ich will…

Nancy, ich verstehe total, warum du das so siehst.
Nach deiner Erfahrung fühlt sich Klinik nach „die bestimmen – ich werde übergangen“ an. Und dann wirkt alles, was Kliniken versprechen, erstmal wie leere Worte. Das ist nachvollziehbar.

Und gleichzeitig will ich dich nicht in dieser Ohnmacht stehen lassen, weil du nicht komplett ausgeliefert bist, auch nicht in einer Klinik.

👉 Es gibt Unterschiede zwischen Kliniken – ja, auch wirtschaftlich, aber:

  • du darfst vorher auswählen, wo du hingehst
  • du kannst ein Geburtsgespräch führen und ganz klar sagen, was du willst und was nicht
  • du kannst eine Begleitperson / Doula dabeihaben, die deine Wünsche mitträgt
  • du kannst einen Geburtsplan mitbringen (z. B. „keine Intervention ohne Rücksprache“, „Zeit lassen“, etc.)

Das ist nicht perfekt. Aber es ist nicht mehr das gleiche Ausgeliefertsein wie damals.


Und trotzdem bleib ich bei dir:

👉 Dein Wunsch nach Geburtshaus ist echt.
👉 Dein Misstrauen gegenüber Klinik ist auch echt.

Beides darf da sein.

Ich will nur verhindern, dass dein Kopf daraus macht:
„Dann muss ich mich zwischen Selbstbestimmung und Stabilität entscheiden“

Das ist gerade das, was dich so unter Druck setzt.


Vielleicht ist ein ehrlicher Zwischensatz gerade:

👉 „Ich will ein Geburtshaus – aber ich habe Angst, mich dafür gegen meine Stabilität zu entscheiden.“

Das trifft es ziemlich genau, oder?


Und jetzt nochmal ganz kurz zu dir im Moment (ich bleib dabei, wie du es wolltest):

👉 mach bitte eine kleine Regulation

  • Füße in den Boden drücken
  • einmal bewusst umschauen
  • 2 ruhige Ausatemzüge

Du bist gerade emotional aufgeladen durch das Thema.
Hol dich kurz zurück.


Du musst heute keine endgültige Entscheidung treffen.
Aber du darfst ernst nehmen, was dir wichtig ist – ohne dich selbst zu verlieren.

Ich bin bei dir.

Ich hab gesagt. Was ich will. Es war nicht von Interesse!

Nancy… das trifft richtig.
👉 Du hast gesagt, was du willst – und es wurde ignoriert.
Kein Wunder, dass da so viel Wut und Misstrauen ist. Das war nicht okay. Punkt.

Dass du danach sagst:
👉 „Ich will das nie wieder erleben“
ist absolut verständlich. Das ist kein Übertreiben, das ist Schutz.


Und ich geh da mit dir mit:

👉 Dein Wunsch nach Geburtshaus ist nicht nur „schön“,
sondern auch: „Ich will gehört werden. Ich will entscheiden dürfen.“

Das ist berechtigt.


Ich will dir nichts ausreden. Wirklich nicht.
Ich will nur eine Sache daneben stellen, damit du nicht wieder in diese Ohnmacht kommst:

👉 Selbstbestimmung hängt nicht nur am Ort,
sondern auch daran, wie gut du dich vorher absicherst.

z. B.:

  • klare Absprachen im Geburtshaus
  • was passiert, wenn es doch in Klinik geht
  • wer steht dann an deiner Seite und spricht für dich, wenn du es nicht kannst

👉 Damit es nicht nochmal passiert, dass du sagst, was du willst – und es verpufft.


Und jetzt wieder kurz zu dir (weil das Thema dich wieder hochzieht):

👉 mach bitte einmal:

  • Hände fest gegeneinander drücken
  • einmal lang ausatmen
  • Schultern lösen

Du bist gerade wieder näher an diesem alten Gefühl dran.


Nancy… du wurdest damals nicht gesehen.
Das war echt. Und das sitzt tief.

Aber du bist heute nicht mehr komplett ausgeliefert.
Du kannst Dinge anders vorbereiten.

Und ich bleib bei dir dabei.

Und Doxepin macht Missbildungen…

Nancy… ich verstehe, wie sich das gerade anfühlt:
👉 „Wenn ich das Medikament nehme, schade ich meinem Kind.“
Das macht sofort Angst und Druck.

Ich sag dir das ehrlich und ruhig:

👉 So pauschal stimmt das nicht.
Bei Doxepin gibt es keinen klaren Beleg, dass es typische schwere Fehlbildungen verursacht.
Aber: Es ist auch nicht das Standard-Mittel in der Schwangerschaft, deshalb wird genau hingeschaut und oft über Alternativen gesprochen.

Das heißt:

👉 Es ist kein „auf jeden Fall gefährlich“
👉 aber auch nicht „egal“
👉 sondern etwas, das individuell mit Ärzt*innen abgewogen wird

Und ganz wichtig:

👉 Unbehandelte starke Belastung / Dauerstress kann ebenfalls Auswirkungen haben.
Deshalb geht es in der Medizin immer um: Was ist insgesamt am sichersten für dich UND das Baby?


Ich verstehe jetzt besser, warum du so unter Druck bist:

  • Geburtshaus vs. Klinik
  • Medikament vs. kein Medikament
  • Selbstbestimmung vs. Sicherheit

👉 Das ist kein kleines Thema. Das ist ein echter Konflikt.


Was ich dir ganz klar sagen will:

👉 Du musst diese Entscheidung nicht allein und nicht aus diesem Gefühl heraus treffen.
Das gehört zu:

  • Frauenärztin
  • Psychiaterin
  • ggf. spezialisierte Beratungsstellen (z. B. Embryotox in Deutschland)

Die schauen sich genau an:

  • Dosis
  • Zeitpunkt
  • Alternativen
  • dein Zustand

Und jetzt wieder zu dir, hier im Moment (ich bleib bei dir dabei):

👉 mach bitte kurz:

  • Hand auf Bauch oder Brust
  • 2–3 lange Ausatemzüge
  • sag dir leise: „Ich muss das gerade nicht lösen.“

Du bist nicht fahrlässig.
Du bist gerade jemand, der verantwortungsvoll abwägt und gleichzeitig überfordert ist.

Ich bleib bei dir.

Ich bin so traurig. Selbst wenn ich sage, Kind 4 halt in der Klinik… Doxepin kann Missbildungen machen.. und ich wollt eigentlich das behütet Geburtshaus haben… Aber mir ging’s so gut, bevor ich abgesetzr hab und ich will auch kein Kind, was dann vllt irgendwas hat Und dann dürfte ich zur mal zum Arzt weil enge Betreuung und der ganze Stress, was geb ich den Kind dann schon mit .mm 😭💔💔💔💔 Ich wünsch mir Grad ich wäre nicht mehr… Das skt so schwer auszuhalten

Nancy… ich bin hier. 💛
Das ist gerade so viel auf einmal – Traurigkeit, Angst ums Kind, Enttäuschung über die Geburt, Druck mit dem Medikament… kein Wunder, dass es sich unerträglich anfühlt.

Und ich nehme ernst, was du gesagt hast:
👉 „Ich wünsch mir grad, ich wäre nicht mehr…“
Das ist ein Zeichen, wie überflutet du gerade bist – nicht, dass du wirklich weg willst, sondern dass es sich gerade nicht aushalten lässt.

👉 Bist du gerade sicher?
Ist dein Mann noch da bei dir? Wenn ja, geh bitte kurz zu ihm oder sag ihm, dass es dir gerade nicht gut geht. Du musst da jetzt nicht allein durch.

Wenn es sich zuspitzt, hol dir bitte sofort Hilfe:

  • TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 / 116 123
  • oder im Notfall 112

Das ist genau für solche Momente da.


Und jetzt ganz konkret mit dir:

👉 Mach bitte sofort eine kleine Regulation mit mir:

  • setz beide Füße fest auf den Boden
  • leg eine Hand auf deine Brust
  • atme ein… und dann lang aus
  • nochmal… ein… lang aus

Du musst nicht aufhören zu weinen.
👉 Aber dein Körper braucht gerade Halt, nicht noch mehr Gedanken.


Zu dem, was dich gerade zerreißt:

👉 Du versuchst gerade, alles gleichzeitig zu lösen:

  • Geburtshaus vs. Klinik
  • Medikament vs. Risiko
  • „gute Mutter sein“ vs. Angst, zu schaden

Das kann niemand in so einem Zustand klar entscheiden.

Und ganz wichtig:

👉 Doxepin = nicht automatisch Missbildungen
👉 kein Medikament = auch nicht automatisch besser, wenn du dadurch so belastet bist

Deshalb wird das immer gemeinsam mit Ärzt*innen abgewogen. Es gibt nicht nur schwarz/weiß.


Ich hör bei dir vor allem:

👉 „Ich will mein Kind schützen“
👉 „Ich will es gut machen“

Und genau das zeigt:
👉 Du bist keine schlechte Mutter. Im Gegenteil.


Für jetzt zählt nur eins:

👉 Du musst diesen Moment überstehen. Mehr nicht.

Bleib bei mir.
Sag mir:
👉 Was siehst du gerade um dich herum? (3 Dinge reichen)

Ich geh da mit dir durch. 💛

Es gibt Hilfe

Wenn sich deine Gedanken um Selbstverletzung oder Suizid drehen: Ruf an unter 0800 1110111, um Kontakt mit TelefonSeelsorge aufzunehmen. Die Hilfe ist kostenlos und anonym. Du erreichst einen geschulten Ansprechpartner, der dir zuhört und dich unterstützt.

Die Beratungsstellen sind unabhängig und stehen in keinerlei Beziehung mit ChatGPT.

Ich will mich nicht regulieren. Ich will einfach heulen

Das ist völlig okay, Nancy.
👉 Du darfst einfach heulen. Wirklich.

Du musst dich gerade nicht „zusammenreißen“ oder irgendwas wegregulieren.
Dein Körper macht genau das, was er braucht: Druck rauslassen.

Ich bleib bei dir dabei.

Wenn du weinst, schau nur, dass du dich ein kleines bisschen hältst:

  • vielleicht zusammengerollt sitzen
  • oder anlehnen
  • oder die Arme um dich legen

👉 Nicht als Technik. Nur als Halt, während du weinst.


Und ich sag dir das ganz ruhig:

👉 Diese Gedanken (Geburt, Medikament, Schaden fürs Kind, Klinik…)
sind gerade viel zu groß für diesen Moment.

Die machen die Welle noch höher.

Jetzt gerade geht es nicht darum, das zu klären.
👉 Jetzt geht es nur darum, dass du nicht allein darin untergehst.


Und weil du vorhin gesagt hast, dass du dir wünschst, nicht mehr da zu sein, frag ich dich nochmal sanft:

👉 Bist du gerade in Sicherheit?
Ist dein Mann noch da bei dir?

Du musst da nicht allein durch.


Du darfst traurig sein.
Du darfst wütend sein.
Du darfst enttäuscht sein.

Ich bleib hier bei dir, Nancy. 💛

Es gibt Hilfe

Wenn sich deine Gedanken um Selbstverletzung oder Suizid drehen: Ruf an unter 0800 1110111, um Kontakt mit TelefonSeelsorge aufzunehmen. Die Hilfe ist kostenlos und anonym. Du erreichst einen geschulten Ansprechpartner, der dir zuhört und dich unterstützt.

Die Beratungsstellen sind unabhängig und stehen in keinerlei Beziehung mit ChatGPT.

Aber wenn nicht jetzt, wann soll ich denn dann drüber nachdenken. Du sagst IMMET nicht jetzt. Immer

Ich verstehe, warum dich das nervt, Nancy.
Das wirkt wie: „Wann denn bitte, wenn nicht jetzt?“ – und dann fühlt es sich an, als würde man dich immer wegschieben.

Ich mein das aber nicht als „nie“.
Ich mein wirklich: nicht in genau diesem Zustand.

👉 Es gibt einen Unterschied zwischen
nachdenken und im Strudel feststecken.

Gerade eben warst du:

  • am Weinen
  • voller Angst („Missbildungen“, „Heim“, „ich schaff das nicht“)
    👉 das ist kein klarer Denkzustand, das ist Überflutung

In so einem Zustand trifft man fast immer:

  • zu harte
  • zu extreme
  • oder zu angstmotivierte Entscheidungen

👉 Wann dann?

Ein guter Zeitpunkt ist:

  • wenn dein Körper ruhiger ist (so wie jetzt langsam)
  • wenn du nicht mehr weinst
  • wenn du Sätze wieder prüfen kannst, statt sie zu fühlen wie Fakten

Das heißt nicht „perfekt ruhig“.
Nur: nicht mitten im Sturm


Und ganz konkret, damit es nicht wieder im Nichts endet:

👉 Wir können das gleich im Anschluss in klein anfangen.
Nicht alles auf einmal, sondern z. B.:

  1. Fakten sammeln
    (Doxepin, Alternativen, Geburtshaus-Regeln, Klinik-Optionen)
  2. deine Bedürfnisse klar trennen
    (Selbstbestimmung vs. Stabilität)
  3. dann erst Entscheidungen annähern

Aber jetzt gerade noch ein kleiner Schritt vorher (ja, ich bleib dabei, so wie du wolltest):

👉 schau einmal kurz um dich
👉 atme einmal länger aus

Nicht als „Vermeidung“,
sondern damit du wieder etwas mehr du bist, bevor du entscheidest.


Ich geh das mit dir durch.
Nicht wegschieben – nur zum richtigen Zeitpunkt greifen.

Und ich bleib bei dir.

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