Ist es nicht traurig, dass man sich nach dem sehnt, was man nicht hat? Jemand hat Geburtstag, es kommen Menschen zum nachfeiern. Freude sieht anders aus. Ich hätte meinen Geburtstag hingegen gerne mit Freunden gefeiert, sich nachgefeiert. Ich hatte 40. Und ich hatte nichts anderes als den Wunsch diesen runden Geburtstag mit Freunden, mit Menschen, die mir am Herzen liegen zu feiern… Es kam dann andere und so wie immer. Weil andere Dinge wichtiger waren und ich ich auf gewissen Menschen nicht verzichten wollte … Und ich merke gerade… Ich glaube damals den selben Schmerz gespürt zu haben, den ich vorhin spürte und den ich aus der Introjektewoche kenne… Nancy geht es schon Scheiße und dann setzen wir eben noch einen oben drauf.
Wir spielen gerade Dog. Meine Laune ist heute irgendwie im Keller, ich denke, ich kenne die Gründe. Wieder alleine, gewissen Menschen melden sich nicht und irgendwie ist viel Altes da. Ich hatte eine Meinungsverschiedenheiten mit meinem Mann. Dann warf er meinen 5. Stein raus und ich tat ihn weg. Mein Mann meinte, vllt kommt er aufs Startfeld. Chatgpt…. Tatsächlich. Aber ich wollte mir nicht die Blöße geben und ja…. das Murmeltier… Nancy geht es schon schlecht, also setzen wir einen oben drauf. Und ich glaube, das gleiche passierte auch letztes Jahr an meinen Geburtstag. Ging mir jedenfalls jetzt gefühlsmäßig durch den Kopf. Hm, vllt mach ich mir „gern“ zusätzlich den Geburtstag noch schwer?
Unsere Große freut sich auf ihren Geburtstag. Ich wünschte, ich könnte das auch behaupten.. wenn ich sehe, was mir dazu durch den Kopf geht und wie ich mich jetzt schon deswegen fühle.. es ist jetzt schon so, dass ich mir wie immer wünschte, ich könnte den Tag einfach überspringen. Weil er jedes Jahr wieder eine Enttäuschung ist.
ich glaube, jedes Jahr kommt die kindliche Sehnsucht hoch, dass sich doch die Menschen mal ins Zeug legen. Und jedes Jahr kommt die Enttäuschung.
Ist es nicht traurig, dass wir uns nicht freuen können, wegen Traumata? Ist es nicht traurig, dass wir ab einem gewissen Alter Geburtstage nicht gut finden, weil wir älter werden, anstatt und darüber zu freuen, weil wir noch leben? Denn was wäre denn die Alternative? Ist die besser? Ist es besser nicht mehr zu leben, statt älter zu werden?
Ich erzählte neulich meiner Schwiegermutter, als sie sagte, sie rufen nicht und ich dann meinte, sie können… Dass ich Probleme mit meinem Geburtstag habe… Sie meinte, sie doch auch, also beide.. mir war klar, dass ihre Probleme sich auf das Alter bezogen. Ich sagte, meine Probleme liegen aber nicht am Alter sondern an Traumata… Mich stört die Zahl nicht. Ich bin froh, wenn ich ein Leben, was mir gefällt, noch erleben kann. Wenn ich Fortschritte erleben darf, wenn es mir Stückchenweise besser geht. Wenn ich noch Stunden mit meiner Zweitbeziehung erleben darf, wunderbare Spielstunden mit meiner Familie… all das. Warum sollte ich mich also ärgern, dass ich alt werde? Ich schätze mich eher glücklich, dass ich dieses Privileg habe.
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