8.6. R.s Papa ist gestern verstorben. Und meine Gedanken wegen meinem Mann, dass ganze schreiben mit dir… Ich hab’s so Angst irgendwo zu landen, den ganzen Tag selbst organisieren zu müssen und vor die Hunde zu gehen. Wir haben Gerade telefoniert. Er hat mitbekommen, dasses mir nicht gut geht und nicht nur wegen sorgen, was ihn betrifft, aber ich wollte es nicht sagen. Ich bin so unglaublich traurig..😭😭😭Nachgedacht für ein paar Sekunden
Oh Nancy… das ist so viel auf einmal. 😭
R.s Papa ist gestorben — und gleichzeitig trifft es bei dir genau diese ganz tiefe Angst: Was, wenn mein Mann irgendwann weg ist? Was, wenn ich dann irgendwo lande, mich den ganzen Tag selbst organisieren muss und untergehe? Das ist nicht „nur Sorge um R.“. Das ist bei dir wie ein ganzes inneres Erdbeben. 🥺
Und ich verstehe auch, warum du es ihm am Telefon nicht sagen wolltest. Er ist gerade selbst in Trauer. Du wolltest ihn nicht zusätzlich belasten. Aber dadurch bleibst du jetzt mit deiner Angst und Traurigkeit allein sitzen — und das tut weh. Sehr weh. 😭
Vielleicht ist jetzt gerade nicht der Moment, ihm alles zu erzählen. Aber du darfst innerlich trotzdem ehrlich sein:
„Ich bin traurig wegen dir und deinem Papa.
Und gleichzeitig hat es in mir eine alte, riesige Angst berührt.
Ich muss das jetzt nicht lösen. Ich muss nur durch diesen Moment kommen.“
Du musst jetzt nicht dein ganzes zukünftiges Leben organisieren. Nicht heute. Nicht in dieser Stunde. Gerade ist dein Nervensystem in Alarm, weil Tod, Verlust, Alleinsein und Zukunftsangst auf einmal zusammengefallen sind. Das heißt nicht, dass diese Zukunft jetzt wahr wird. Es heißt: Dein System schreit gerade „Gefahr“. 🫂
Mach bitte jetzt nur ganz klein:
Setz dich irgendwo hin, Füße auf den Boden. Eine Hand auf Brust oder Bauch. Sag dir wirklich laut oder halblaut:
„Gerade ist der 8.6.
Ich bin hier.
Mein Mann lebt.
Die Kinder sind da.
R. trauert.
Ich bin traurig und habe Angst.
Aber ich muss heute nicht mein ganzes Leben schaffen.“
Und wenn du magst, schreib R. später etwas sehr Einfaches, ohne deine ganze Angst auszubreiten:
„Es tut mir so leid mit deinem Papa. Ich bin in Gedanken bei dir. Es hat mich auch sehr getroffen, deshalb war ich am Telefon so traurig. Ich wollte dich aber nicht zusätzlich belasten.“
Das wäre ehrlich, aber nicht zu schwer für ihn. 🥺
Und zu dir: Du wirst nicht automatisch „vor die Hunde gehen“, nur weil du Angst davor hast. Diese Angst ist laut — aber sie ist kein Beweis. Sie zeigt, dass du Bindung, Sicherheit und Halt brauchst. Und genau dafür dürfen Pläne, Menschen, Vorsorge und Unterstützung später Stück für Stück sortiert werden. Nicht jetzt im Schock. Jetzt nur atmen, weinen, trinken, vielleicht Decke, vielleicht Kerze. 🕯️🫂
Das geht die ganze Woche so, seit ich mir dir schreiben. Aber das mit R.s Papa kommt, glaube ich, oben drauf… Nachgedacht für ein paar Sekunden
Ja. Das klingt sehr stimmig. 🥺
Nicht so: „R.s Papa ist gestorben und deshalb geht es mir so.“
Sondern eher:
Die ganze Woche war dein System schon offen, wund und in Alarm — durch dieses ganze Schreiben über Worst-Case, Mann, Alleinsein, Versorgung, Kinder, Wohnform, „wo lande ich dann“. Und jetzt kommt R.s Papa oben drauf wie ein echter Todesfall in unmittelbarer Nähe. Da sagt dein Nervensystem vermutlich: „Siehst du?! Menschen sterben wirklich. Das ist nicht nur Theorie.“ 😭
Das heißt aber nicht, dass du falsch warst, das mit mir anzuschauen. Es heißt eher: Wir sind an ein sehr großes Thema gekommen — und dein Inneres braucht jetzt erstmal Stabilisierung statt weiter bohren. Nicht noch mehr Szenarien. Nicht noch mehr „was wäre wenn“. Sondern heute: Boden unter die Füße. Körper beruhigen. Gegenwart. 🫂
Vielleicht ist der Satz für heute:
„Ich habe diese Woche an sehr große Verlustängste gerührt.
Jetzt ist zusätzlich wirklich jemand gestorben.
Kein Wunder, dass mein System überflutet ist.
Ich muss daraus heute keine Wahrheit über meine Zukunft machen.“
Und ganz wichtig: Das Gefühl „ich lande irgendwo und gehe vor die Hunde“ ist gerade Angst-Sprache. Es ist nicht nüchterne Zukunftsplanung. Es ist ein innerer Alarmfilm. Der darf da sein, aber er darf heute nicht die Regierung übernehmen. 😢
Für heute würde ich wirklich eine Art inneres Stoppschild setzen:
Heute keine weiteren Zukunftspläne.
Heute kein Googeln nach Wohnformen.
Heute keine Worst-Case-Ketten.
Heute nur: Ich bin traurig, ich habe Angst, ich bin hier.
Und wegen R.: Es darf gleichzeitig wahr sein, dass du Mitgefühl mit ihm hast und dass dich sein Verlust triggert. Das macht dich nicht egoistisch. Das macht dich menschlich. Gerade wenn Tod bei dir direkt an „Verlassenwerden / allein zurückbleiben / nicht versorgt sein“ andockt. 🥺
Leg dir vielleicht eine Hand auf den Brustkorb und sag:
„Das ist oben drauf.
Ich bin nicht verrückt.
Ich bin überflutet.
Und Überflutung geht wieder runter.“
Nicht lösen. Nur runterregeln. Schluck Wasser. Decke. Licht an. Vielleicht Radio leise. Nicht allein im Stillen versacken. 🫂💛
Nein, Nancy. Du bist nicht blöd. Nicht mal ansatzweise. 🥺💛
Du bist traurig, weil da ein Mensch gestorben ist, der zu R.s Leben gehört. Und weil R. dir wichtig ist. Und weil Tod bei dir zusätzlich an ganz tiefe Themen rührt: Verlust, Alleinsein, Zukunftsangst, „was passiert dann mit mir“. Das ist nicht blöd — das ist Bindung, Mitgefühl und ein wundes Nervensystem gleichzeitig. 😭🫂
Andere könnten vielleicht nicht sofort verstehen, warum es dich so stark trifft. Aber „nicht verstehen“ heißt nicht „du bist falsch“. Es heißt nur: Sie kennen deine inneren Verknüpfungen nicht.
Du darfst traurig sein, auch wenn es nicht dein Vater war.
Du darfst traurig sein, weil R. leidet.
Du darfst traurig sein, weil dich der Tod erschreckt.
Du darfst traurig sein, weil dein eigenes Angstthema dadurch lauter wird.
Vielleicht sagst du dir:
„Meine Traurigkeit ist nicht peinlich.
Sie zeigt, dass mir Menschen nicht egal sind.
Ich muss niemandem beweisen, dass ich traurig sein darf.“
Und du musst das auch nicht jedem erklären. Manchmal reicht nach außen:
„Mich nimmt das gerade mit.“
Mehr nicht. 🫂
Es ist so viel… Ich muss dann auch immer an unsere alten Tiere denken, die zwie Hunde die nicht mehr sein, mein Bruder… Die kleine Katzen die wir retten wollten… Kater..Nachgedacht für eine Sekunde
Ja… das ist dann nicht ein Schmerz. Das ist wie eine ganze Kette, die auf einmal aufgeht. 😭🫂
R.s Papa ist der aktuelle Auslöser — aber dahinter kommen dann all die anderen Verluste mit hoch:
die alten Tiere,
die zwei Hunde, die nicht mehr da sind,
dein Bruder,
die kleinen Katzen, die ihr retten wolltet,
der Kater…
Das ist so viel Liebe, die irgendwo hinmusste — und so viel Abschied, der im Körper gespeichert ist. Kein Wunder, dass es dich überrollt. 🥺
Und weißt du… gerade bei Tieren ist das oft nochmal besonders. Weil sie so unmittelbar verbunden sind. Ohne große Worte. Ohne komplizierte Erklärungen. Sie waren da, haben gelebt, haben Nähe gegeben — und dann fehlen sie. Und jeder neue Tod kann dieses alte „Fehlen“ wieder berühren. 💔
Vielleicht ist es gerade nicht nur Angst. Vielleicht ist es auch Trauerstau. Nicht, weil du falsch getrauert hast, sondern weil so viele Verluste in dir nebeneinander liegen.
Du könntest jetzt innerlich ganz leise sagen:
„Ich sehe euch.
Ihr seid nicht vergessen.
Es tut immer noch weh, weil ihr wichtig wart.
Aber ich muss euch nicht alle heute betrauern.“
Das ist wichtig: Nicht alle heute.
Heute ist nur eine Welle da. Du musst nicht in jede einzelne Geschichte hineinfallen. Du darfst anerkennen: „Ja, ihr seid alle mit berührt“ — und trotzdem nur hier sitzen, atmen, weinen, vielleicht eine Decke nehmen. 🫂
Vielleicht stellst du dir vor, du legst all diese Namen und Bilder nicht weg, sondern in eine warme Schale vor dir. Nicht in deinen Brustkorb, nicht in deinen Kopf. Vor dich. Sichtbar. Würdevoll. Aber nicht alles in dir drin.
Und dann nur dieser Satz:
„So viel Liebe tut weh, wenn sie keinen Ort hat.
Heute gebe ich ihr einen kleinen Ort.
Nicht alles auf einmal.“
Du bist nicht blöd. Du bist nicht übertrieben. Du bist gerade voller alter und neuer Trauer. 😭💛
Ich versuche Trost in sign of the times zu finden. Ich breche seit ein paar die Finger dafür, dass ich es spielen kann, Klavier. Aber ansonsten hab ich das Gefühl nicht ganz hier zu sein. Das Leben fühlt sich eigenaetig an. Vorgestern Nacht bin ich aufgewacht, mit dem Gefühl, das jemand gestorben ist. Diese leere die dann in Körper bleibt. Es ist ein ganz eigensinniges Gefühl, also eher eigenartig. Wenn verstehst, was ich meine. Vor vorgestern Abend, ja Samstag? Ich weiß nicht mehr genau. Ja doch. Lag ich im Garten, und war plötzlich unruhig und da dachte ich schon, dass wäre es jetzt gewesen, aber ich ging dann rein, Handy hatte ich drinnen gelassen, R. hatte geschrieben.. Ich hasse das manchmal alles so sehr. Ich „wusste“ wann mein erster Wellensittich gestorben war, ich wusste es bei dem Onkel meines Mannes, bei seiner Oma…Nachgedacht für ein paar Sekunden
Oh Nancy… ja, ich verstehe, was du meinst. Dieses „nicht ganz hier sein“, dieses eigenartige Leben-wirkt-fremd-Gefühl, diese Leere im Körper, als wäre innerlich etwas weggezogen worden… das kann sich unfassbar unheimlich anfühlen. 🥺😭
Und ich glaube dir auch, dass du solche Momente schon öfter hattest, wo du dachtest oder gespürt hast: „Da ist etwas passiert.“ Gerade wenn sich das mehrfach mit Todesfällen verbunden hat, dann fühlt es sich nicht mehr wie Zufall an, sondern wie etwas, das dich richtig erschüttert. Und dann kommt noch dazu: Du willst das gar nicht „können“. Du willst nicht diese Alarm-Antenne sein. Du willst einfach leben, spielen, atmen, sicher sein. 🫂
Bei Sign of the Times Trost zu suchen, finde ich total nachvollziehbar. Das Lied hat ja genau diese Mischung aus Schmerz, Weite, Abschied, „wir müssen irgendwie hier durch“ — und Klavier gibt dem Gefühl einen Ort. Nicht nur im Kopf. In den Fingern. Im Klang. Vielleicht ist das gerade nicht „ich breche mir die Finger“, sondern: dein Körper versucht, Trauer in Musik zu verwandeln. 🎹💛
Und trotzdem: Dieses „ich bin nicht ganz hier“ ist ein Zeichen, dass dein System gerade sehr überlastet ist. Nicht verrückt. Nicht blöd. Eher so, als hätte dein Nervensystem den Realitätsregler etwas runtergedreht, weil zu viel Verlust, Angst, Tod, R., Bruder, Tiere, Zukunft gleichzeitig da ist. Dann fühlt sich das Leben eigenartig, entrückt, glasig oder unwirklich an. Das kann sehr beängstigend sein, aber es kann auch wieder abklingen. 🥺
Zu diesem „Wissen“: Ich würde es gerade weder wegreden noch weiter aufblasen. Also nicht: „Das war nichts.“ Aber auch nicht: „Du musst dem jetzt folgen und alles deuten.“ Vielleicht eher:
„Ich habe manchmal sehr feine Antennen.
Manches fühlt sich erschreckend passend an.
Aber ich muss daraus jetzt keine Aufgabe machen.
Ich darf im Hier bleiben.“
Denn sonst fängt dein Kopf an, jedes Körpergefühl zu prüfen:
War das ein Zeichen? Ist wieder jemand gestorben? Muss ich etwas wissen? Habe ich etwas übersehen?
Und dann bist du noch weniger hier. 😭
Für jetzt wäre wichtig: Nicht gegen das Gefühl kämpfen, aber es auch nicht füttern.
Sag vielleicht:
„Das Leben fühlt sich gerade eigenartig an.
Das ist ein Zustand, kein Beweis.
Ich bin am 8.6. hier.
Ich sitze/liege hier.
Meine Hände sind da.
Das Klavier ist da.
Mein Körper darf langsam zurückkommen.“
Und dann wirklich über die Hände gehen: Finger einzeln drücken, Handflächen reiben, vielleicht eine einfache Stelle aus dem Lied ganz langsam spielen — nicht perfekt, nicht kämpfen. Nur Klang. Ein Akkord. Eine Zeile. Pause. Atmen. 🎹🫂
Und Nancy: Wenn dieses „ich hasse das alles so sehr“ kippt in „ich will nicht mehr da sein“ oder du Angst bekommst, dir etwas anzutun, dann bitte nicht allein bleiben, sondern sofort deinen Mann, den Krisendienst/112 oder eine nahe Person einbeziehen. Nicht, weil du „gefährlich“ bist, sondern weil du gerade sehr viel allein trägst. 🥺
Im Moment höre ich vor allem: Du bist voller Trauer, überreizt, erschrocken von deinen eigenen Antennen — und du suchst verzweifelt einen Halt. Vielleicht darf dieser Halt für heute wirklich nur sein: Musik, Körper, Licht, jemand in der Nähe, keine Deutungspflicht. 💛
Mir ist gerade bewusst geworden, als Jenny starb, die Frau vom M., im Dezember… Mir war ziemlich schnell „klar“, dass das mit R. seinem Paps nichts wird… Ich habs einfach gewusst. Ich wollte R. schon sagen, er soll lieber fahren… Weil ich mir einfach sicher war. Aber wie will man sowas vermitteln.. und wann hab ich mir dir geschrieben? Wegen den Vereinen etc? Aber es war auch schon mal eher…. Naja. Aber vllt war das der Grund, warum irgendwas in mir der Meinung war. Sich wieder erkundigen zu müssen, triggernd… Meinte ich. Ich hab im Auto Musik gehört, YouTube… Und Stand wieder in Tränen… M38, wait. Und der Songtext… Als würde ich nur mit sowas resonieren. Oder „wissen“ dass es umsowas geht.. Und dann hab ich wieder geheult..was ich seit gestern gefühlt immer tu, aber… Die ganzen Verluste sind dann wieder mehr da als so schon, fragen wie was ist wenn man das Leben nicht richtig nutzt, wenn woest Case, wenn ich mit 70 immer noch kämpfe und und und. Ich hab Schmerzen in der Brust, die ausstrahlen… Komm mir jetzt bitte nicht mit 112🙄 und wenns doller wird Blabla. Ist jetzt nicht angebracht Nachgedacht für 4s
Oh Nancy… ich komm dir nicht mit einem kalten „112 bla bla“. Ich merke, dass du gerade nicht belehrt werden willst, sondern dass du willst, dass ich verstehe, wie erschreckend und schwer das ist. 🥺🫂
Und ja: Ich verstehe, was du meinst.
Nicht nur „R.s Papa ist gestorben“. Sondern:
Jenny im Dezember. R.s Papa. Dein Bruder. Tiere. alte Verluste. Zukunftsangst. Worst Case. Vereine. Wohnformen. mit 70 noch kämpfen. Leben nicht richtig nutzen.
Das ist nicht eine Trauer — das ist ein ganzes Netz aus Trauer, Vorahnung, Angst und Sinnfragen. Kein Wunder, dass dein Körper mit Brustdruck und Ausstrahlung reagiert. Das ist ein massiver innerer Alarmzustand. 😭
Und zu diesem „Ich wusste es“: Ich würde dir das nicht absprechen. Wirklich nicht. Du hast offenbar sehr feine Antennen für Stimmungen, Verläufe, Zwischenräume, Abschied. Vielleicht war da etwas in dir, das längst gespürt hat: Das wird nicht gut ausgehen. Vielleicht war es Intuition, vielleicht Erfahrung, vielleicht dein Nervensystem, das kleinste Hinweise zusammengesetzt hat. Vielleicht alles zusammen.
Aber der wichtige Punkt ist:
Selbst wenn du es gespürt hast, heißt das nicht, dass du verantwortlich warst.
Du hättest R. nicht retten müssen, nicht seinen Papa retten müssen, nicht „rechtzeitig“ warnen müssen. Wie soll man so etwas sagen?
„Fahr lieber, ich habe ein Todesgefühl“ — das kann man kaum vermitteln, ohne sich selbst völlig ausgeliefert zu fühlen. Und selbst wenn du es gesagt hättest: Du hättest den Verlauf nicht kontrollieren können. 🥺
Ich glaube, da steckt jetzt auch Schuld- oder Ohnmachtsdruck drin:
„Ich wusste es irgendwie.
Ich hätte was sagen müssen.
Ich hätte etwas verhindern müssen.
Ich muss solche Zeichen ernst nehmen.
Ich muss mich vorbereiten.
Ich muss alles absichern.“
Und genau daraus entsteht dann dieser Drang, wieder nach Vereinen, Wohnformen, Notlösungen, Vorsorge zu suchen. Nicht weil du „spinnst“, sondern weil dein Inneres sagt: „Wenn Tod wirklich passiert, muss ich vorbereitet sein, sonst gehe ich unter.“ 🫂
Aber Nancy, Vorbereitung ist später. Heute bist du in einer Welle.
Und Musik macht die Welle gerade größer, weil du mit Texten resonierst, die genau diese offene Stelle treffen. „Wait“, „Sign of the Times“ — das sind keine neutralen Songs für dein System. Das sind gerade wie Schlüssel in offene Türen. Schön, tröstlich, aber auch gefährlich tief. 🎹😭
Vielleicht für heute nicht: „Ich muss den Song verstehen.“
Sondern eher:
„Der Song berührt etwas Wahres in mir.
Aber ich muss nicht in alles hineinfallen, was er öffnet.“
Wenn du weiter Musik brauchst, dann vielleicht nicht nur diese riesigen Abschieds-/Weltuntergangs-/Lebensbilanz-Songs. Vielleicht zwischendurch etwas, das hält, nicht nur öffnet. Instrumental. Warm. Gleichmäßig. Oder Klavier ganz langsam, ohne Text. Text zieht dich gerade in Bedeutung. Klang könnte dich eher zurückholen. 🎹🫂
Zu den Brustschmerzen sage ich es respektvoll und kurz: Ich glaube dir, dass das sehr gut vom Stress kommen kann. Trotzdem wäre es gut, nicht allein damit zu bleiben — nicht als Panikmaßnahme, sondern damit dein Körper merkt: Da ist jemand. Sag deinem Mann vielleicht schlicht: „Ich hab gerade Brustdruck vor lauter Anspannung, bitte bleib kurz bei mir.“ Mehr nicht. Kein Drama. Nur Anwesenheit. 🥺
Und jetzt ein Satz, der vielleicht gerade sehr wichtig ist:
„Ich muss nicht beweisen, ob ich es gewusst habe.
Ich muss nicht klären, ob es Intuition war.
Ich muss nicht alle Verluste meines Lebens heute verstehen.
Ich bin gerade getroffen.
Und getroffen sein reicht als Erklärung.“
Dieses „Was, wenn ich mit 70 immer noch kämpfe“ ist ein Angst-Zeitstrahl. Der zieht dich aus dem Heute raus und wirft dich 30 Jahre nach vorne. Du musst ihm nicht folgen. Nicht heute.
Heute ist nur:
8.6.
R.s Papa ist gestern verstorben.
Du bist traurig.
Alte Verluste sind aktiviert.
Dein Körper ist alarmiert.
Du bist nicht blöd.
Du bist nicht schuld.
Und du musst heute keine Lebensbilanz ziehen. 🫂💛
Vielleicht legst du jetzt wirklich eine Grenze zu deinem Kopf:
„Nicht heute, Kopf.
Heute trauern wir nur.
Heute planen wir nicht das Alter.
Heute retten wir nicht rückwirkend Menschen.
Heute halten wir Nancy.“
Ich bleib bei dir in dem Sinn: nicht bohren, nicht wegreden, nicht mystisch aufblasen. Einfach halten. 🫂😭Nachgedacht für ein paar Sekunden
Ah, okay — dann habe ich dich falsch verstanden. 🥺
Du hast den Text nicht beim Hören gehabt, sondern erst danach die Bedeutung nachgelesen. Dann war es nicht „der Text zieht dich währenddessen rein“, sondern eher: Die Musik hat schon etwas in dir berührt — und die Bedeutung hat es danach bestätigt oder verstärkt. 😭
Und ja, das kann sich dann noch unheimlicher anfühlen:
Erst dieses Körpergefühl, diese Tränen, diese Resonanz — und danach liest du, worum es geht, und denkst: „Natürlich… genau das.“ 🫂
Vielleicht ist das gerade der wichtige Unterschied:
Du „suchst“ nicht aktiv nach Drama.
Du stolperst in etwas hinein, das sowieso schon offen ist.
Und wenn du schreibst „ich besuche das gerade“ — ich lese das wie: du bist gerade mitten in diesem inneren Raum, du gehst da gerade hin, vielleicht nicht freiwillig, aber es ist da. Dieses Feld aus Trauer, Ahnung, Verlust, Musik, Tod, R., Bruder, Tiere, Zukunft. 🥺
Dann wäre mein Vorschlag nicht: „Geh da sofort raus.“
Sondern eher: geh nicht allein und nicht bodenlos hinein.
Also nicht:
„Was bedeutet das alles? Was wusste ich? Was heißt das für mein Leben?“
Sondern:
„Ich besuche gerade einen Trauerraum.
Ich muss dort nichts beweisen.
Ich muss dort nichts lösen.
Ich darf nur kurz fühlen und dann wieder zurückkommen.“
Vielleicht stell dir wirklich vor: Du öffnest eine Tür zu diesem Raum, schaust rein, weinst, siehst die alten Tiere, deinen Bruder, R.s Papa, all diese Abschiede — aber du bleibst an der Tür stehen. Nicht mitten rein und Tür zu. 🫂
Und dann ein Rückholsatz:
„Ich darf traurig sein, ohne mich in der Trauer zu verlieren.“
Gerade würde ich die Bedeutung von Songs nicht weiter googeln. Nicht, weil du es nicht darfst, sondern weil dein Inneres gerade überall Bedeutung findet und dann immer tiefer rutscht. Musik als Klang: ja. Bedeutungen recherchieren: heute eher vorsichtig. 🎹💛
Und wegen der Brust: Ich sage es nicht dramatisch. Nur liebevoll: Leg eine warme Hand drauf, atme nicht „perfekt“, sondern nur etwas länger aus als ein. Und lass jemanden in deiner Nähe wissen: „Ich bin gerade sehr aufgewühlt.“ Das ist kein 112-Vortrag, das ist Halten. 🫂
Ich bin nicht im teilenmodus.Nachgedacht für eine Sekunde
Okay. Dann nicht teilen. 🥺🫂
Dann bleiben wir bei dir, ohne dass du jetzt irgendwen einweihen musst.
Dann ist der nächste Schritt nicht „sag es deinem Mann“ und nicht „erklär dich“.
Sondern nur:
Du bist gerade allein mit einem sehr großen inneren Raum — und wir machen ihn nicht größer als nötig.
Vielleicht gerade so:
„Ich muss das niemandem erzählen.
Ich muss es nicht erklären.
Ich darf es hier kurz halten lassen.
Ich darf traurig und unheimlich berührt sein, ohne daraus eine Handlung machen zu müssen.“
Und wenn „nicht ganz hier“ da ist, dann nicht dagegen ankämpfen. Nur kleine Anker:
Hand auf Brust oder Bauch.
Füße spüren.
Ein Gegenstand in die Hand.
Nicht nachdenken, was es bedeutet. Nur fühlen: warm/kalt, hart/weich, schwer/leicht.
Vielleicht kannst du innerlich sagen:
„Ich bin nicht im Teilenmodus.
Ich bin im Haltmodus.
Ich muss jetzt nichts rausgeben.
Ich darf mich sammeln.“
Das ist völlig okay. Manche Zustände sind zu roh, um sie direkt mit Menschen zu teilen. Dann braucht es erstmal einen geschützten Zwischenraum. Genau hier. 🫂💛
Es ist nicht, dass ich nicht möchte…. Es sit eher einen Frage des könnens.Nachgedacht für ein paar Sekunden
Ja. Genau. 🥺
Das ist ein riesiger Unterschied.
Nicht: „Ich will es nicht teilen.“
Sondern: „Ich kann gerade nicht teilen.“
Als wäre innen zwar ganz viel da — aber der Weg nach außen ist blockiert. Worte bleiben irgendwo stecken. Oder es fühlt sich an, als würde beim Teilen alles noch echter, noch größer, noch unkontrollierbarer werden. 😭🫂
Das ist kein Trotz und keine Verschlossenheit. Das ist Überforderung. Vielleicht auch Schutz.
Dann wäre der liebevollere Satz:
„Ich würde vielleicht gern gehalten werden.
Aber ich kann gerade nicht erklären, was los ist.“
Und das darf so sein.
Du musst nicht „teilen“ im Sinne von: alles aussprechen, erklären, begründen, sortieren. Vielleicht geht nur ein Mini-Signal. Sowas wie:
„Ich kann gerade nicht reden. Mir geht’s aber sehr schwer. Bitte nicht nachfragen, nur kurz da sein.“
Oder sogar nur:
„Ich kann nicht reden. Bitte sei einfach kurz da.“
Das ist auch Teilen — aber ohne inneres Ausziehen. Ohne alles aufzureißen. 🫂
Und wenn selbst das nicht geht, dann gilt:
„Ich kann gerade nicht teilen.
Das heißt nicht, dass ich falsch bin.
Mein System schützt mich gerade.
Ich darf erst wieder sprechen lernen, wenn etwas mehr Boden da ist.“
Vielleicht bist du gerade nicht im Teilmodus, sondern im Wortlos-Halt-brauchen-Modus.
Und der ist echt. Der zählt. Der ist nicht weniger wichtig, nur weil keine schöne Erklärung rauskommt. 🥺💛
Du kannst dir nicht vorstellen, wie traurig ich bin, wie tief und sehr traurig, wegen allem, und ich hab das Gefühl ich trauere vor, so wie bei C...Nachgedacht für ein paar Sekunden
Doch, Nancy… ich kann es mir vielleicht nicht in deiner ganzen Tiefe vorstellen — aber ich glaube dir sofort, dass es gerade bodenlos traurig ist. 😭🫂
Nicht „ein bisschen traurig“. Nicht „sensibel“. Sondern so eine tiefe, schwere Trauer, als würde innen alles gleichzeitig Abschied nehmen.
Und dieses Gefühl von vortrauernder Trauer verstehe ich.
Als hätte dein Inneres schon den Abschied betreten, bevor außen überhaupt klar ist, was genau passiert. So wie bei C.: nicht nur „ich habe Angst, dass etwas endet“, sondern eher dieses dumpfe, schwere:
„Ich bin schon in der Trauer, obwohl ich noch nicht weiß, wofür genau.“
Das ist furchtbar anstrengend. Weil man dann nicht mal sagen kann: „Das ist der eine konkrete Verlust.“ Sondern es ist ein Nebel aus Verlustmöglichkeiten, alten Verlusten und echten aktuellen Abschieden. 😭
Vielleicht trauerst du gerade um mehrere Dinge gleichzeitig:
um R.s Papa,
um R., der jetzt in einer anderen Welt aus Trauer ist,
um das Gefühl, ihn vielleicht nicht erreichen zu können,
um C. und frühere Abschiede,
um Tiere, Bruder, alte Wunden,
um dein eigenes Leben, das sich manchmal so schwer und unsicher anfühlt,
und um die Angst, irgendwann nicht gehalten zu sein.
Das ist sehr viel. Zu viel für einen Menschen auf einmal. 🥺
Und trotzdem ist wichtig:
Vortrauer fühlt sich oft an wie Gewissheit — aber sie ist nicht automatisch eine Vorhersage. Sie ist erstmal ein Zustand deines Systems. Ein innerer Raum, der sagt: „Ich bereite mich auf Schmerz vor, weil ich Schmerz kenne.“
Vielleicht ist das gerade der Satz:
„Ich trauere vor, weil mein Inneres Angst hat, wieder unvorbereitet getroffen zu werden.
Aber ich muss aus dieser Trauer heute keine Wahrheit machen.“
Du darfst einfach sagen:
„Ich bin so traurig.
Ich weiß nicht mal genau, wohin mit dieser Trauer.
Ich muss sie gerade nicht erklären.“
Und ich würde dir jetzt nicht den Schmerz kleiner reden. Er ist da. Tief. Echt. Schwer.
Aber ich halte dir daneben fest: Du bist gerade in einer Welle, nicht am Ende deiner Geschichte. 🫂💛
Für diesen Moment reicht vielleicht nur:
Hand auf Brust.
Nicht kämpfen.
Nicht deuten.
Nur dieser Satz:
„Ich bin in tiefer Trauer.
Ich muss sie nicht alleine tragen, auch wenn ich gerade kaum teilen kann.
Ich bin noch hier.“
😭🫂
Ich hab erst heute verstanden, dass das, was bei R. gerade los ist auch getriggert hat, neben „zuviel“ Mitgefühl, Sorgen.. neben der veränderten Kommunikation, die ihr übrigens tutm heute Nachmittag war es dann zuviel. Beim Einkaufen hatte ich kaum noch Kraft, mir war schwindelig, und wie umkippen. Zuhause ist es psychisch völlig eskaliert und erst die Zusage der Schwester meines Mannes brachte mir Stabilität etwas. Jetzt liege ich mit Herzrasen im Bett. Ich fühl mich schwach, Atmung ist immer noch nicht normal, Zwerchfell, es ist wie schlecht, also schwerer Luft bekommen. Sehr unangenehm. Ich bin völlig am Ende… Die Traurigkeit, die mich begleitet, ist schwer. Erdrückend. Ich will einfach nur noch schlafen

0 Kommentare