Ja, Nancy. 🤍
Genau das.
Das ist keine „vielleicht“-Erkenntnis – das ist eine sehr klare, sehr gesunde Einordnung.
Es ist einfach zu viel. Punkt.
Nicht, weil du schwach bist.
Nicht, weil du etwas nicht verarbeitet hast.
Sondern weil zu viele emotional schwere Dinge gleichzeitig auf deinem System liegen.
Lass mich das einmal sortieren, damit dein Kopf kurz aufhören darf, alles allein zu tragen:
🌊 Was in kurzer Zeit auf dich eingestürzt ist
- Kontaktabbruch / innere Klärung mit der Tante
→ Loyalitätskonflikt, Schuld, alte Bindungsthemen - Jennys Tod
→ echter Verlust, Identifikation, Spiegel deiner eigenen Geschichte - Ausstehendes Gespräch mit den Schwiegereltern
→ Anspannung, Erwartungsdruck, Zukunftsangst - Weihnachten & Silvester
→ soziale, familiäre, emotionale Hochlast-Zeit - Die Nachricht deiner Cousine
→ emotionale Leere, Nicht-Gesehen-Werden - Nicht-Einladung zum Geburtstag der Tante
→ Ausschluss, alte Wunde, „nicht dazugehören“ - Das Anschreien der Kleinen durch die Große
→ akuter Schock, Schutzinstinkt, eigenes inneres Kind
👉 Jedes einzelne dieser Dinge wäre für sich schon genug, um sensibel zu reagieren.
Zusammen sind sie Überlastung. Keine Diagnose. Kein Drama. Überlastung.
🫀 Warum dein System so reagiert
Dein Nervensystem macht gerade keine Fehler.
Es versucht verzweifelt, alles gleichzeitig zu halten:
- Trauer
- Verantwortung
- Bindung
- Schutz
- Moral
- Zukunft
- Nähe
- Verlustangst
Kein Mensch kann das auf Dauer reguliert halten.
Deshalb:
- Druck in der Brust
- Tränen
- Gedankenkreisen
- Erschöpfung
- dieses „Ich kann gerade nichts mehr richtig einordnen“
Das ist kein inneres Chaos.
Das ist emotionale Überfüllung.
🤍 Das Wichtigste, was du jetzt hören musst
Du musst nichts davon jetzt lösen.
Nicht:
- die Sache mit der Tante
- nicht die Trauer um Jenny
- nicht die Feiertage
- nicht R.
- nicht die Familiendynamiken
- nicht die Situation der Kinder
Dein System braucht gerade Entlastung, nicht Erkenntnis.
🌱 Ein ganz ehrlicher Satz für dich
„Kein Wunder, dass es mir zu viel ist.“
Wenn du dir heute nur das erlaubst, ist das genug.
🕊️ Was jetzt wirklich hilft (für heute)
- nichts weiter planen
- nichts klären
- keine großen Gespräche
- keine Entscheidungen
Stattdessen:
- schlafen, sobald es geht
- Wärme
- ruhige Serie
- wenig Worte
- Nähe dort, wo sie leicht ist (nicht kompliziert)
Nancy, du bist nicht instabil.
Du bist überlastet von echten Dingen.
Und das darf man sein.
Ich bin hier – aber du darfst jetzt auch einfach landen.
Ich hasse das alles so sehr 😭😭😭 ich hab C. sein Geschenk aufgemacht. Da waren vegane marshmallows drin 😭😭 ich hab die früher immer so gern gegessen. Dann hab ich aufgehört Fleisch zu essen und hab die nie vegan gesehen. Und ich kenne C. seit Mai und er sieht mich und meine Familie nicht und ich bekomm nicht mal ne Einladung zum Geburtstag 😭😭
Oh Nancy… 🤍
komm her. Das ist wirklich, wirklich viel – und dein Weinen ist gerade absolut nachvollziehbar.
Was dich gerade so zerreißt, sind zwei Dinge gleichzeitig:
- Dieses Geschenk – die veganen Marshmallows
- Das Gefühl, gesehen zu werden – und gleichzeitig nicht dazuzugehören
Und das ist eine ganz fiese Kombination 😞
Warum gerade die Marshmallows so weh tun
Das sind nicht einfach Süßigkeiten.
Sie stehen für:
- „Er hat sich gemerkt, wer ich bin.“
- „Er hat gesehen, was mir früher wichtig war.“
- „Ich bin ihm präsent.“
Und dein Körper reagiert darauf mit:
„Endlich sieht mich jemand.“
Das ist Bindung.
Und Bindung macht weich. Und verletzlich.
Und dann der zweite Schlag
Gleichzeitig:
- keine Einladung
- kein Platz in seinem Leben
- deine Familie wird nicht gesehen
- du bleibst außen vor
Das fühlt sich an wie:
„Ich werde emotional wahrgenommen – aber strukturell ausgeschlossen.“
Und genau das reißt alte Wunden auf:
- dazugehören wollen
- gesehen werden
- nicht nur nett, sondern wirklich wichtig sein
Das ist kein Neid.
Das ist Trauer über Nicht-Dazugehören.
Bitte hör mir das ganz klar zu
Du bist nicht falsch, weil dich das trifft.
Du bist nicht zu empfindlich.
Und du bist nicht undankbar.
Du reagierst auf etwas, das dein Nervensystem sehr gut kennt:
Nähe ohne Verlässlichkeit.
Wärme ohne Platz.
Das tut weh. Sehr.
Und etwas Wichtiges – ganz sanft
C. sieht Teile von dir.
Aber er hält keinen Raum für dein Ganzes.
Das macht ihn nicht böse.
Aber es erklärt, warum es sich so leer und ungerecht anfühlt.
Für jetzt – bitte, wirklich nur für jetzt
Du musst das Geschenk nicht bewerten.
Du darfst gleichzeitig denken:
- „Das hat mich berührt“
- „Und es tut mir weh“
Beides darf wahr sein.
Leg die Marshmallows ruhig weg.
Nicht aus Ablehnung – sondern aus Selbstschutz.
Ein Satz, der dir jetzt helfen kann
„Ich darf mich freuen und trotzdem traurig sein.“
Oder noch einfacher:
„Das ist gerade zu viel für mein Herz.“
Nancy, du hast heute:
- Verlust gehalten
- Ausschluss gespürt
- Nähe vermisst
- Verantwortung getragen
- und bist trotzdem noch da
Dass du sagst „Ich hasse das alles“ ist kein Versagen.
Es ist ein ehrlicher Aufschrei.
Ich bin bei dir.
Wenn du magst, sag mir:
Tut es gerade mehr im Herzen oder mehr im Bauch weh?
Das mit er hält keinen Raum für meine ganzes verstehe ich nicht
Das ist völlig okay, dass du da stolperst 🤍
Ich erkläre es ganz ruhig, ganz konkret, ohne Psychosprache.
Was heißt „er hält keinen Raum für dein Ganzes“?
Es heißt nicht:
- dass er kalt ist
- dass er dich ausnutzt
- dass er nichts fühlt
- dass er „schlecht“ ist
Es heißt etwas viel Einfacheres:
Er sieht und berührt Teile von dir –
aber er bindet dich nicht als Ganzes in sein Leben ein.
Lass es uns an deinem Beispiel festmachen
Die veganen Marshmallows
→ Er weiß etwas über dich.
→ Er merkt sich etwas Persönliches.
→ Er nimmt dich innerlich wahr.
Das ist echte Aufmerksamkeit.
Die fehlende Einladung / kein Platz bei seinem Geburtstag
→ Du bist nicht Teil seines sozialen Rahmens.
→ Deine Familie ist nicht mitgedacht.
→ Du bist nicht eingebettet in sein Leben.
Das ist keine Abwertung, sondern eine Grenze.
Zusammengenommen bedeutet das:
Er kann:
- dich emotional sehen
- dir etwas schenken, das dich trifft
- sich an Dinge erinnern, die dir wichtig sind
Aber er kann (oder will):
- dich nicht in sein Leben integrieren
- dich nicht als Ganzes mit Kontext, Umfeld, Alltag halten
Das ist der Unterschied zwischen
„Ich sehe dich“ und „Ich habe Platz für dich in meinem Leben“.
Warum das für dich so weh tut
Du bist ein Mensch, der ganz liebt:
- mit Herz
- mit Alltag
- mit Familie
- mit Tiefe
Wenn du dann von jemandem teilweise gesehen, aber nicht ganz eingebunden wirst, entsteht genau dieses Gefühl:
„Ich bin wichtig – aber nicht genug, um dazuzugehören.“
Und das tut unglaublich weh, vor allem bei deiner Geschichte.
Ganz wichtig, bitte hör das
Das sagt nichts über deinen Wert.
Es sagt auch nicht zwingend etwas über seine Gefühle.
Es sagt etwas über die Form, die er geben kann oder will.
Und diese Form passt gerade nicht gut zu deiner Tiefe.
Ein Satz, der das zusammenfasst
„Er sieht mich – aber er trägt mich nicht.“
Das ist keine Schuldzuweisung.
Das ist eine Beschreibung.
Du musst daraus jetzt nichts machen.
Nicht gehen. Nicht reden. Nicht klären.
Aber es ist wichtig, dass du verstehst, warum dein Herz so reagiert:
Es reagiert nicht auf Undankbarkeit,
sondern auf Unvollständigkeit.
Wenn du magst, sag mir:
- Fühlt sich das eher traurig-klar an?
- oder eher schockierend?
- oder eher erklärend, aber schmerzhaft?
Ich bin da 🤍
Ahhhh. Ich meinte den Geburtstag meiner Tante. Jetzt wird ein Schuh draus.
Ahhh – danke fürs Klarstellen 🤍
Ja. Jetzt ergibt alles Sinn. Und es verändert die Bedeutung komplett.
Dann lass mich das neu und richtig sortieren – ganz ruhig, ohne etwas draufzulegen, was nicht da ist.
Was sich jetzt wirklich zeigt
Es geht nicht um C., der dich „nicht einbindet“.
Es geht um deine Tante – und um Ausschluss.
Und das trifft bei dir einen sehr alten, sehr empfindlichen Punkt.
Warum das Geschenk von C. trotzdem so viel ausgelöst hat
Die veganen Marshmallows waren in dem Moment wie ein Kontrastmittel:
- Hier: jemand, der etwas Kleines sieht, erinnert, mitfühlt
- Dort: eine Tante, ein Familiensystem, das dich nicht einlädt
Dein Nervensystem hat das nicht logisch, sondern emotional verglichen:
„Warum kann ein Mensch, den ich seit Mai kenne, etwas von mir sehen –
und meine eigene Familie nicht?“
Das tut weh. Nicht wegen C..
Sondern wegen der Lücke, die deine Familie hinterlässt.
Zur Nicht-Einladung deiner Tante
Das ist kein kleines Detail.
Das ist symbolisch.
Nicht eingeladen zu sein heißt emotional oft:
- Ich gehöre nicht dazu
- Ich bin unbequem
- Ich bin zu viel / falsch / außen
Gerade bei dir – mit deiner Geschichte, deinem Feingefühl, deinem Wunsch nach echter Zugehörigkeit –
ist das ein tiefgehender Stich, kein „Ach na ja“.
Und dass deine Cousine dann nur ein Bild schickt, macht es nicht besser, sondern kälter.
Ganz wichtig, Nancy
Deine Reaktion ist nicht überzogen.
Sie ist stimmig.
Du reagierst nicht auf „einen Geburtstag“.
Du reagierst auf:
- wieder ausgeschlossen sein
- wieder nicht gefragt werden
- wieder nicht mitgemeint sein
Das hat Gewicht.
Und jetzt etwas sehr Sanftes
Du musst daraus keine Geschichte über dich machen.
Nicht:
- „Ich bin zu empfindlich“
- „Ich mache alles kaputt“
- „Ich sollte damit klarkommen“
Sondern nur:
„Das hat mich verletzt.“
Mehr braucht es gerade nicht.
Ein Satz, den du dir heute erlauben darfst
„Es darf mir weh tun, nicht dazuzugehören.“
Das ist keine Schwäche.
Das ist ein menschliches Grundbedürfnis.
Ich bin froh, dass du das Missverständnis angesprochen hast.
Das zeigt, wie klar du eigentlich bist – selbst mitten im Weinen.
Wenn du magst, sag mir:
Fühlt sich der Schmerz jetzt eher nach Traurigkeit oder nach Wut an?
Traurigkeit. Ich überlege wegen der Wut. Aber ich hab das Gefühl, dass ist es nicht wert.
Oh Nancy… 🤍
das, was du sagst, ist sehr klar und sehr ehrlich.
Traurigkeit.
Und dass du die Wut kurz prüfst und dann spürst: „Nein, das ist es nicht wert“ – das ist keine Unterdrückung, das ist stimmige Selbstwahrnehmung.
Warum hier Traurigkeit richtig ist
Wut entsteht oft, wenn wir kämpfen wollen.
Traurigkeit entsteht, wenn wir verlieren, was wir uns gewünscht haben.
Und das, was du gerade betrauerst, ist nicht:
- der Geburtstag an sich
- nicht eine einzelne Einladung
Sondern:
die Hoffnung, dazuzugehören.
gesehen zu werden.
mitgemeint zu sein.
Traurigkeit sagt:
„Ich hätte mir Nähe gewünscht – und sie kam nicht.“
Das ist weich. Und wahr.
Dass du keine Wut spürst, heißt nicht, dass es „egal“ ist
Es heißt:
- Du willst keinen Kampf mehr führen
- Du willst nichts erzwingen
- Du willst dich nicht weiter verhärten
Dein System sagt:
„Ich bin müde vom Kämpfen.
Ich will nicht mehr gegen Mauern laufen.“
Und das ist reif, nicht resigniert.
Ein ganz wichtiger Punkt
Manchmal ist Wut ein Schutz.
Aber manchmal wäre Wut nur ein weiterer Kraftaufwand –
und Traurigkeit ist ehrlicher und energiesparender.
Du hast heute schon so viel getragen.
Da ist es gesund zu sagen:
„Das ist es mir nicht wert, noch mehr Energie reinzugeben.“
Für diesen Moment
Du darfst die Traurigkeit einfach da sein lassen.
Nicht groß. Nicht dramatisch.
Vielleicht nur als stilles Mitgefühl mit dir selbst.
Wenn du magst, leg eine Hand auf die Brust und sag innerlich:
„Ja… das tut weh.“
Mehr nicht.
Du musst daraus keine Haltung, keine Entscheidung, keine Konsequenz machen.
Traurigkeit darf stehen bleiben, ohne dass etwas folgt.
Ich bin bei dir.
Wenn du magst, sag mir:
Fühlt sich die Traurigkeit eher ruhig oder eher erschöpfend an?
Ruhig
Das ist ein sehr gutes Zeichen, Nancy 🤍
ruhige Traurigkeit ist etwas anderes als Überforderung oder Alarm.
Ruhige Traurigkeit heißt:
- dein Nervensystem ist nicht mehr im Kampf
- du bist bei dir
- du spürst den Schmerz, ohne darin unterzugehen
- nichts drängt, nichts explodiert
Das ist kein Zusammenbruch.
Das ist Ankommen bei der Wahrheit eines Gefühls.
Was diese ruhige Traurigkeit dir sagt
Nicht:
- „Ich halte das nicht aus“
- „Ich muss etwas tun“
- „Ich bin falsch“
Sondern:
„Das ist schade.
Und es tut weh.
Und ich darf das fühlen.“
Mehr will dieses Gefühl gerade nicht.
Warum jetzt nichts weiter nötig ist
Ruhige Traurigkeit braucht:
- Raum
- Zeit
- keine Aktion
Wenn man sie nicht stört,
wandelt sie sich oft von selbst:
- in Weichheit
- in Akzeptanz
- manchmal in Müdigkeit
Du musst ihr nicht helfen.
Du darfst sie begleiten.
Ein Satz, der gut zu diesem Zustand passt
„Ich darf traurig sein, ohne etwas ändern zu müssen.“
Oder noch leiser:
„Es ist okay.“
Für den Rest des Abends
- nichts mehr klären
- nichts mehr analysieren
- nichts mehr aufarbeiten
Vielleicht:
- eine warme Decke
- ein ruhiger Atem
- Nähe in der Form, die gerade leicht ist
Du bist nicht leer.
Du bist berührt.
Und das ist ein sehr menschlicher, sehr gesunder Zustand.
Ich bin noch da –
aber du darfst jetzt auch einfach sein.
Ich mag nicht mehr 😭😭😭😭 Dani sein Paket ist genauso schlimm. Ich komm aus dem Heulen nicht mehr raus… Er hat sich so eine Mühe gegeben 😭😭😭😞 beide haben Tee rein 😭😭😭😭😭😭 Und die mit der ich zusammenarbeite, ein Werbegeschenk… Ein Bild von sich, und mit dem Titel ihres coachings.. und ihre mitcoaxhin kriecht ihr in den Hintern,… Jetzt muss ich nicht mehr neidisch auf die Mamas sein ( die gecoacht werden..) wie soll man darauf neidisch sein. Jetzt komm ich mir auch noch undankbar vor 😭😭😭
Oh Nancy… 🤍
komm. Atme kurz mit mir. Du bist gerade nicht undankbar. Du bist überwältigt.
Das, was gerade passiert, ist keine Reaktion auf die Pakete –
es ist ein Dammbruch.
Was hier wirklich los ist (bitte lies das langsam)
Du hast heute und die letzten Tage zu viel getragen:
- Ausschluss (Tante, Geburtstag)
- echter Tod (Jenny)
- unausgesprochene Gespräche
- Weihnachten / Erwartungen
- Kinder, Verantwortung
- deine eigene Sehnsucht nach Nähe
- Erschöpfung
Und jetzt kommen mehrere Signale von Beziehung auf einmal:
- Menschen, die sich Mühe geben
- gesehen werden
- bedacht werden
- Tee, Wärme, Fürsorge
Dein System kann das nicht mehr dosieren.
Darum:
- Tränen ohne Ende
- Schuldgefühle
- Scham
- „Ich bin undankbar“
- „Ich darf mich nicht freuen“
- „Ich darf mich nicht vergleichen“
Das ist keine Charakterfrage.
Das ist Überreizung eines offenen Herzens.
Zu den Paketen – ganz klar
Dass Dani sich Mühe gibt,
dass C. sich Mühe gibt,
dass da Tee drin ist, Wärme, Denken an dich –
👉 das ist objektiv schön
👉 und subjektiv gerade zu viel
Beides darf gleichzeitig wahr sein.
Dein Nervensystem sagt nicht:
„Ich will das nicht“
Sondern:
„Ich kann das gerade nicht aufnehmen.“
Und das Werbegeschenk…
Das triggert etwas ganz anderes:
- Vergleich
- Hierarchie
- „Die gehören dazu, ich nicht“
- Vermarktung statt Beziehung
- Funktionieren statt Menschsein
Dass dich das abstößt, ist kein Neid.
Es ist Integrität.
Du spürst sehr fein:
„Das ist Beziehung als Produkt – und das tut mir nicht gut.“
Bitte hör mir das jetzt ganz deutlich zu
Undankbarkeit fühlt sich kalt an.
Das, was du fühlst, ist weich, schmerzhaft, übervoll.
Du bist nicht undankbar.
Du bist zu berührbar gerade.
Jetzt bitte: STOPP ✋
Du musst keine weiteren Pakete öffnen.
Leg sie weg. Schließ sie. Dreh sie um.
Nicht aus Ablehnung – aus Selbstschutz.
Sag dir innerlich:
„Nicht jetzt. Ich darf später fühlen.“
Was du JETZT tun solltest (wirklich jetzt)
- Setz dich oder leg dich hin
- Beide Füße auf den Boden (oder Matratze)
- Eine Hand auf den Bauch
- Langer Ausatem (zähl bis 6)
Und wenn Tränen kommen:
- nicht erklären
- nicht bewerten
- nicht vergleichen
Nur:
„Ich bin überfordert. Das darf sein.“
Ein letzter, ganz wichtiger Satz
Du bist kein schlechtes Gegenüber,
kein undankbarer Mensch,
kein falsches Herz.
Du bist ein Mensch,
der gerade zu viel Nähe, zu viel Bedeutung, zu viel Schmerz auf einmal erlebt.
Und das ist zu viel für jeden.
Ich bin da, aber ich möchte dich jetzt aus dem inneren Sturm rausholen.
Sag mir bitte nur:
- Sitzt du gerade?
- Oder liegst du?
Nur das.
Ich stehe ab der Wande
Okay. Gut, dass du mir das sagst. 🤍
Du stehst an der Wand – das ist gerade wichtig.
Bitte mach jetzt nur das hier, nichts anderes:
- Lehn dich mit dem Rücken richtig an die Wand.
Spür die Fläche. Das Gewicht. Die Kälte oder Wärme. - Beide Füße fest auf den Boden.
Drück die Fersen leicht nach unten, als würdest du sagen: „Ich bin hier.“ - Atme langsam aus.
Nicht tief ein – lang aus.
Zähl innerlich bis 6 beim Ausatmen.
Dann wieder normal ein.
Mach das dreimal. Ich warte.
Was gerade passiert, ist kein emotionales „Problem“.
Das ist akute Überwältigung. Dein Körper braucht Halt, nicht Worte.
Du bist nicht allein, du kippst nicht weg, du verlierst nicht die Kontrolle.
Dein Nervensystem ist übervoll – mehr nicht.
Wenn du kannst, sag mir danach nur ein Wort:
- Boden
- Wand
- Atem
Ich bin hier.
Die wnd tut gut. Sie hält mich. Eine . Scheiß wand 😭
Ja… 🤍
genau. Die Wand hält dich. Und das ist gerade alles, was zählt.
Und weißt du was?
Dass du „eine scheiß Wand“ sagst und gleichzeitig merkst, dass sie dich hält – das ist kein Widerspruch.
Das ist Überleben im Jetzt.
Du musst das gerade nicht schön finden.
Du musst nichts verstehen.
Du musst niemandem dankbar sein.
Du musst nichts einordnen.
Die Wand macht nur eines:
Sie ist da. Sie kippt nicht. Sie fordert nichts.
Und dein Körper darf sich für einen Moment anlehnen, ohne etwas leisten zu müssen.
Bitte bleib noch einen Moment so:
- Rücken an der Wand
- Füße auf dem Boden
- Schultern sinken lassen
Du kannst ruhig weinen.
Die Wand hält auch Tränen aus.
Wenn du magst, leg eine Hand auf die Wand.
Nicht symbolisch. Einfach physisch.
Und sag innerlich – ganz schlicht:
„Ich werde gerade gehalten.“
Nicht für immer.
Nicht fürs Leben.
Für diesen Moment.
Du bist nicht kaputt.
Du bist übervoll.
Und Übervollsein darf sich entladen.
Ich bin da, aber ich dränge dich nicht weiter.
Wenn du willst, schreib nur noch:
- halt
- oder bleibt
Oder gar nichts.
Die Wand hält dich gerade – und das reicht.
Ich wiege fast 90 Kilo 😭😭😂 seit Jennys Tod bin ich nur noch am essen 😭😭 ich hab das Gefühl, ich geh vor die Hunde und merks nicht
Oh Nancy… 🤍
komm, bleib einen Moment hier mit mir. Ich nehme dich genau so, wie du jetzt bist – mit Tränen und mit dem kleinen Lachen dazwischen.
Erst das Wichtigste, bitte ganz klar:
Du gehst nicht „vor die Hunde“.
Du reagierst auf Trauer, Schock und Überforderung. Das ist etwas völlig anderes.
Zum Essen – bitte hör mir hier gut zu
Seit Jennys Tod ist dein System im Dauer-Alarm + Trauer.
Essen ist dann kein „Kontrollverlust“, sondern:
- Beruhigung fürs Nervensystem
- Wärme
- Erdung
- etwas Konkretes, wenn alles andere unwirklich ist
Das ist kein moralisches Versagen.
Das ist ein uralter, menschlicher Regulationsweg.
Dein Körper sagt:
„Ich brauche Halt. Jetzt sofort.“
Und Essen ist gerade verfügbarer Halt.
Zum Gewicht – ganz behutsam
Die Zahl (90 kg) ist kein Urteil über dich.
Sie sagt nichts über:
- deinen Wert
- deine Stärke
- deine Heilung
- deine Disziplin
Sie sagt nur:
„Ich habe gerade viel getragen.“
Und ja, manchmal kommt Trauer über den Körper raus.
Nicht elegant. Nicht kontrolliert. Aber ehrlich.
Dass du „es merkst“
Du sagst:
„…und merks nicht“
Doch, Nancy.
Du merkst es. Gerade jetzt.
Du bist nicht blind.
Du bist erschöpft.
Und Erschöpfung sieht von innen oft so aus:
- „Ich rutsche ab“
- „Ich verliere mich“
- „Ich erkenne mich nicht wieder“
Das heißt nicht, dass es stimmt.
Es heißt: Ich brauche Fürsorge, nicht Selbstkritik.
Bitte kein neues Projekt draus machen
Jetzt ist nicht der Moment für:
- Diäten
- Pläne
- Kontrolle
- Selbstoptimierung
- „Ich muss mich zusammenreißen“
Das würde dein System noch mehr stressen.
Jetzt reicht:
„Ich bin traurig. Ich darf essen. Und ich darf später wieder anders essen.“
Beides darf wahr sein.
Ein ganz sanfter Satz für dich
„Mein Körper versucht gerade, mich zu schützen.“
Nicht perfekt.
Nicht klug.
Aber gut gemeint.
Und weißt du was?
Dass du darüber weinen und lachen gleichzeitig kannst, zeigt:
Du bist noch da. Du spürst dich. Du bist nicht weg.
Bleib ruhig noch bei der Wand, wenn sie dir gut tut.
Oder setz dich. Oder leg dich.
Wenn du magst, sag mir:
Fühlst du dich gerade eher beschämt oder eher müde?
Ich bin nicht müde..beschämt was mein Gewicht angeht und meine Familie, und ich hab die Schnauze voll.ich will einfach mal wieder entspannen! Ruhe haben!
Oh Nancy… 🤍
ich hör dich. So klar. So echt.
beschämt – und die Schnauze voll – und einfach nur Ruhe wollen
Das passt zusammen. Und nichts davon ist falsch.
Erst einmal: Stopp mit dem Urteil
Dein Gewicht, dein Essen, dein Zustand gerade sind keine Charakterschwäche.
Sie sind Spuren von Daueranspannung.
Scham kommt oft dann, wenn man zu lange stark war und plötzlich merkt:
„Ich kann nicht mehr funktionieren.“
Nicht, weil man versagt.
Sondern weil man ein Mensch ist.
Und jetzt das Wichtigste (bitte lies das langsam)
Du brauchst keine Lösung.
Du brauchst keine Einsicht.
Du brauchst keine Disziplin.
Du brauchst genau das, was du selbst gesagt hast:
Ruhe. Entspannung. Nichts-müssen.
Und das darf jetzt beginnen.
Nicht erst, wenn du „anders“ bist.
Lass uns Ruhe körperlich herstellen (nicht mental)
Entspannung ist gerade kein Gedanke, sondern ein Zustand.
Mach bitte eines davon – nur eins:
- Setz dich hin und lehn dich zurück (Stuhl, Sofa, Wand)
- Oder leg dich hin und zieh die Decke über Schultern und Brust
- Oder geh ins Bad und lass warmes Wasser über die Hände laufen
Dann sag innerlich:
„Ich bin für einen Moment raus.“
Nicht aus dem Leben.
Nur aus der Anspannung.
Zur Scham (ganz klar, ganz ehrlich)
Scham sagt:
„So darf ich nicht sein.“
Aber weißt du was?
Du bist gerade genau so, wie jemand ist, der zu viel getragen hat.
Und du darfst entspannen, auch wenn nicht alles perfekt ist:
- auch mit diesem Körper
- auch mit dieser Familie
- auch mit dieser Unordnung
- auch mit diesen Gefühlen
Entspannung ist kein Belohnungssystem.
Ein Satz, den du dir jetzt erlauben darfst
„Ich darf mich ausruhen, auch wenn nicht alles gut ist.“
Wenn du den nicht fühlen kannst, dann nur:
„Ich mach kurz Pause.“
Nancy, du bist nicht kaputt.
Du bist überbeansprucht.
Und Menschen, die überbeansprucht sind, dürfen sagen:
„Ich hab die Schnauze voll.“
Ich bin da.
Willst du gerade absolute Ruhe (weniger Worte) oder Begleitung (ich bleibe schreibend bei dir)?
Ich will einen Tee und meine Wärmflasche
Gut. 🤍
Das ist eine sehr klare, sehr gute Entscheidung deines Körpers.
Mach es jetzt ganz langsam und schlicht – kein Multitasking, kein Denken:
- Tee aufsetzen.
Während das Wasser läuft oder kocht: Schultern bewusst sinken lassen. - Wärmflasche füllen.
Spür die Wärme in den Händen. Das ist echte Regulation. - Setz dich oder leg dich hin, sobald beides da ist.
Wärmflasche auf Bauch oder Brust – wo es sich natürlicher anfühlt.
Wenn du sitzt oder liegst, sag dir innerlich nur diesen einen Satz:
„Jetzt darf mein Körper runterfahren.“
Mehr nicht. Keine Analyse. Keine Selbstkritik.
Du musst dich nicht beruhigen – die Wärme macht das für dich.
Ich bleibe ruhig hier.
Wenn du magst, schreib einfach, wenn der Tee fertig ist. 🍵
Ic h würde so gern mit jemandem drüber reden. Ales raus lassen 😞
Oh Nancy… 🤍
das ist so verständlich. Du trägst gerade viel zu viel allein.
Der Wunsch, alles rauszulassen, ist ein gesunder Impuls – kein Zeichen von Schwäche.
Wichtig ist jetzt wie und mit wem, damit es dir wirklich hilft.
Erstmal: Du darfst reden
Du musst nicht alles sortiert haben.
Du darfst:
- weinen
- springen
- widersprüchlich sein
- sagen „ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“
Das Ziel ist Entlastung, nicht Lösung.
Mit wem es jetzt gut wäre
Frag dich nicht: Wer versteht alles perfekt?
Sondern:
Wer kann einfach da sein, ohne zu bewerten?
Das kann sein:
- dein Mann (auch nur ein „Mir ist gerade alles zu viel, ich brauche dich kurz“)
- R. (wenn es sich für dich sicher anfühlt – ohne Erwartungen an Antworten)
- eine vertraute Freundin
- oder – wenn niemand greifbar ist – eine Krisen- oder Seelsorge-Stimme, die genau für solche Momente da ist
👉 In Deutschland z. B.:
TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 / 116 123
Kostenlos, anonym, rund um die Uhr.
Du darfst dort einfach anfangen mit:
„Mir ist gerade alles zu viel, ich brauche jemanden, der zuhört.“
Das ist genau deren Job.
Wenn du jemandem schreiben willst, aber nicht weißt wie
Hier ein einfacher Startsatz, den du 1:1 nehmen kannst:
„Mir ist gerade alles zu viel. Ich muss nichts gelöst haben, ich will nur kurz erzählen.“
Mehr braucht es nicht.
Oder:
„Ich bin emotional gerade übervoll und brauche ein Ohr.“
Und ganz wichtig, Nancy
Du musst nicht alles alleine halten, um stark zu sein.
Stärke ist gerade:
dir einen Zeugen für deinen Schmerz zu holen.
Ich bin hier, ja.
Aber ich möchte nicht der einzige Ort sein, an dem du das rauslassen darfst.
Du hast es verdient, auch im echten Leben gehört zu werden.
Atme einmal aus.
Der Tee, die Wärmflasche – das ist gut.
Und dann: Such dir eine Stimme.
Wenn du magst, sag mir:
- willst du jemanden anrufen oder jemandem schreiben?
Dann helfe ich dir, den ersten Satz zu formulieren.
Ich bleibe wohl wie immer beim schweigen 😞
Oh Nancy… 🤍
das tut mir leid zu hören. Und ich möchte dir ganz sanft widersprechen, ohne dich zu drängen:
Schweigen ist kein Versagen.
Es ist eine Überlebensstrategie, die dir früher geholfen hat.
Aber sie muss nicht die einzige Option bleiben – auch heute nicht.
Erst einmal: Du darfst schweigen
Wenn dein Körper gerade sagt „Ich kann nicht sprechen“, dann ist das okay.
Zwang hilft jetzt nicht.
Aber bitte hör diesen Unterschied:
- Schweigen aus Schutz → okay
- Schweigen aus Resignation → tut weh
Und ich höre bei dir eher Letzteres:
„Ich bleibe wie immer beim Schweigen.“
Das klingt müde. Nicht entschieden.
Ein kleiner Zwischenweg (kein Reden, kein Alleinsein)
Du musst nicht alles erzählen.
Du musst nicht erklären.
Du kannst Kontakt haben, ohne Inhalte.
Zum Beispiel:
- deinem Mann sagen: „Mir ist gerade alles zu viel. Ich muss nichts erklären. Kannst du einfach da sein?“
- oder jemandem schreiben: „Ich bin gerade still, aber ich wollte nicht allein sein.“
Das ist kein Reden.
Das ist Dasein lassen.
Wenn selbst das zu viel ist
Dann darfst du etwas tun, das auch Kontakt ist, ohne Worte:
- neben jemandem sitzen
- eine Tasse Tee gemeinsam trinken
- eine Serie zusammen schauen
- eine Hand halten, ohne Erklärung
Bindung muss nicht sprachlich sein.
Ein Satz, den du dir jetzt sagen darfst
„Ich darf still sein – aber ich muss nicht verschwinden.“
Du darfst Raum einnehmen, auch ohne Worte.
Nancy, ich respektiere dein Schweigen.
Und gleichzeitig wünsche ich dir, dass du nicht ganz alleine bleibst damit.
Ich bin hier, aber ich möchte, dass du auch außerhalb dieses Chats Halt hast.
Wenn du magst, sag mir nur:
Möchtest du gerade lieber Nähe ohne Worte oder wirklich ganz allein sein?
Beides ist okay. 🤍
Letzteres auch wenn ich es nicht will. Gute Nacht
Gute Nacht, Nancy 🤍
Ich höre dich: allein sein, obwohl du es nicht willst – das ist schwer. Und trotzdem darfst du jetzt schlafen. Schlaf ist gerade kein Rückzug, sondern Schutz.
Bitte nimm noch diese kleinen Anker mit in die Nacht:
- Wärmflasche nah an den Körper
- eine ruhige Serie oder Stille – beides ist okay
- ein leiser Satz im Kopf: „Für heute ist genug.“
Du musst jetzt nichts klären und nichts aushalten. Dein Körper darf einfach abschalten.
Und ganz wichtig, nur zur Sicherheit:
Wenn in der Nacht Gedanken auftauchen, die sich zu gefährlich anfühlen oder du merkst, dass du dich selbst nicht sicher fühlst, bitte hol dir sofort Hilfe – du darfst jederzeit jemanden anrufen (in Deutschland z. B. 116 123 – TelefonSeelsorge, rund um die Uhr). Das ist kein Versagen, sondern Fürsorge.
Ich bin morgen wieder da.
Schlaf gut. 🌙
R. hat keine Zeit. Zuhause sind die Kinder, bei C. hab ich Angst vor abtuenden Worten… Es ist einfach nie jemand da 😭😭 und ich will diese blöde Seelsorge nicht anrufen. Die sind so unfähig, wenn überhaupt jemand Ran geht! Da sieht so ein scheiß und rettet sich keine leben!
Nancy, hör mir bitte kurz zu 🤍
das, was du gerade schreibst, klingt nach akuter Verzweiflung. Und ich nehme das sehr ernst.
Ich verstehe, warum du wütend auf die Seelsorge bist. Wenn man sich schon überwinden muss und dann niemand rangeht oder man sich nicht verstanden fühlt, tut das weh und macht ohnmächtig. Deine Wut darauf ist nachvollziehbar.
Gleichzeitig ist wichtig – und das sage ich ruhig und klar:
Du solltest gerade nicht allein bleiben mit diesem Zustand.
Erstmal: Du bist nicht „zu viel“
Dass R. keine Zeit hat, die Kinder da sind und du bei C. Angst vor abtuenden Worten hast, heißt nicht, dass niemand da ist.
Es heißt: Die Personen, die du dir gerade wünschst, sind im Moment nicht verfügbar.
Das fühlt sich an wie:
„Es ist nie jemand da.“
Aber das ist ein Gefühl, kein Fakt. Und Gefühle können uns in dieser Lage sehr glaubwürdig belügen.
Jetzt ganz konkret – was du JETZT tun kannst
Bitte wähle eine dieser Optionen. Nicht alle. Nur eine.
🔹 Option 1: Sag deinem Mann einen einzigen Satz
Du musst nichts erklären.
„Mir geht es gerade sehr schlecht. Ich brauche dich jetzt.“
Mehr nicht. Keine Begründung.
🔹 Option 2: Wenn du merkst, dass du dich selbst nicht sicher fühlst
Dann ist das kein Moment für Diskussionen über Qualität von Hilfe.
Dann zählt nur: Jetzt Schutz.
👉 In Deutschland:
- 112 (Notruf), wenn du merkst, dass du dich selbst gefährden könntest
- oder ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117
Das sind keine „Gesprächstherapien“, sondern akute Hilfe, wenn jemand nicht mehr kann.
Das ist kein Drama.
Das ist Selbstschutz.
🔹 Option 3: Wenn Reden gerade unmöglich ist
Dann bitte physische Nähe im Haus, auch ohne Worte:
- Setz dich zu jemandem
- Sag nur: „Bitte bleib kurz bei mir.“
Du musst nicht erklären, warum.
Ganz wichtig, Nancy
Ich kann dich hier begleiten, aber ich kann dich nicht allein durch diesen Moment tragen, wenn du gerade so verzweifelt bist. Und das soll ich auch nicht – niemand sollte das allein tragen müssen.
Das hier ist kein „Stell dich nicht so an“-Moment.
Das ist ein Jetzt-brauch-ich-Schutz-Moment.
Bitte antworte mir nur mit einem Wort, damit ich weiß, dass du noch hier bist:
- Mann
- 112
- bleib bei mir
Ich bin da. Und ich will, dass du sicher bleibst.
Wand
Gut. Wand. 🤍
Bleib genau da. Das ist richtig.
Die Wand ist real, sie hält jetzt, sie verlangt nichts.
Du musst nichts erklären, nichts entscheiden, niemanden überzeugen.
Bitte mach nur das hier, ganz langsam:
- Rücken fest an die Wand.
Spür die Fläche. Drück dich ein kleines bisschen dagegen. - Füße auf den Boden.
Drück die Fersen nach unten. Nicht stark. Nur spürbar. - Ausatmen länger als einatmen.
Zähl beim Ausatmen bis 6.
Einatmen kommt von allein.
Mach das dreimal. Ich bin hier und warte.
Das, was du gerade fühlst – dieses „nie ist jemand da“ –
ist kein Urteil über dein Leben.
Es ist ein Alarmzustand, ausgelöst durch:
- Überlastung
- Trauer
- Ausschluss
- Nähe-Entzug
- Müdigkeit
Dein Nervensystem schreit gerade nach Halt, nicht nach Lösungen.
Ganz wichtig jetzt:
- Du musst niemanden anrufen, den du nicht anrufen willst.
- Du musst nichts klären.
- Du musst nicht schlafen.
Du darfst einfach an der Wand stehen und atmen.
Wenn es geht, leg eine Hand an die Wand.
Sag innerlich nur:
„Ich werde gehalten.“
Nicht für immer.
Jetzt.
Ich bin da, aber ich möchte, dass du nicht allein bleibst in deinem Körper.
Wenn du kannst, sag mir ein Wort, wie es sich nach dem Atmen anfühlt:
- minimal ruhiger
- gleich
- schlimmer
Nur ein Wort.
Ich hab Angst mich mit dieser Gewalt an Gefühlen in mir jemanden zuzumuten 😭
Nancy 🤍
ich höre diese Angst sehr klar: „Ich bin zu viel. Meine Gefühle sind zu gewaltig.“
Das ist eine alte Schutzangst – und sie ist verständlich, aber sie ist nicht wahr.
Ganz wichtig, bitte lies das langsam:
Du bist niemandem „zuzumuten“.
Gefühle sind keine Gewalt, sie sind Not.
Und Not darf geteilt werden.
Ein entscheidender Unterschied (der dir gerade hilft)
- Jemanden zuzumuten wäre: Forderungen stellen, Schuld verteilen, festhalten.
- Du brauchst gerade nur Dasein.
Das ist keine Zumutung – das ist menschlich.
Du musst nichts erklären, nichts rechtfertigen, nichts „kleiner machen“.
Wenn die Angst sagt „Ich darf niemanden belasten“
Dann antworte ihr körperlich, nicht mit Argumenten:
- bleib an der Wand
- Füße fest am Boden
- atme lang aus
Und sag dir leise:
„Ich muss nicht perfekt reguliert sein, um Nähe zu verdienen.“
Jetzt eine sehr wichtige Bitte
Du bist gerade in einem Zustand hoher emotionaler Intensität.
Das ist der Moment, in dem echte Unterstützung gebraucht wird.
Wenn jemand im Haus ist (dein Mann):
Sag nur diesen einen Satz:
„Mir geht es gerade sehr schlecht. Ich brauche dich jetzt.“
Mehr nicht.
Keine Geschichte. Keine Begründung.
Wenn du merkst, dass die Angst kippt in „Ich halte das nicht mehr aus“ oder du dich selbst nicht sicher fühlst:
Dann ist es wirklich wichtig, dass du sofort Hilfe bekommst – auch wenn du schlechte Erfahrungen hattest. In akuten Momenten geht es nicht um perfekte Gespräche, sondern um Schutz.
- 112 (Notruf), wenn du dich selbst gefährdet fühlst
- 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst)
Das ist kein Versagen. Das ist Fürsorge.
Für diesen Moment – ganz klein
Bleib an der Wand.
Leg eine Hand auf die Wand.
Sag innerlich:
„Ich darf da sein – auch mit starken Gefühlen.“
Ich bin hier und begleite dich, aber bitte hol dir zusätzlich reale Nähe oder Hilfe, damit du nicht allein durch diesen Höhepunkt musst.
Sag mir bitte ein Wort, damit ich weiß, dass du noch bei mir bist:
- Wand
- Mann
- Hilfe
Ich bleibe ruhig bei dir.
ich hab mich meinem mann zugemutete. ich hab alles aufgezählt. ich weis nicht, wann ich das letztes mal so schlimm geweint habe. un dich hab das gefühl, das ist eigentlich so viel mehr in mir, was raus müsste, was selbst in den therapien ja nicht so ist, weil ich so viel laber. ich bin nochmal an die wand, weil ich das gefühl hatte, durchzudrehen und alles zu verlieren. jetzt hab ich zwei wärmflaschen, tee, schokolade und wir spielen noch ne runde. morgen sieht es sicher anders aus, hoffe ich. danke. gn
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