Was mache ich für Sport, bei dem ich angenehme, aber mein Knie nicht belasten. Draußen 10000 Schritte… Ein Laufband ja, aber nicht draußen. Da fühle ich mich noch nicht bereit.
Okay.
Du willst dich bewegen.
Du willst dich angenehm bewegen.
Und dein Knie soll nicht meckern.
Und draußen fühlt sich gerade noch nicht gut an.
Das ist total nachvollziehbar. Wir machen das klug. Nicht heroisch.
1️⃣ Laufband – aber richtig eingestellt
4
Wenn Laufband okay ist, dann:
- kein Joggen
- 3–5 % Steigung (schont das Knie mehr als flach!)
- moderates Tempo (so dass du noch sprechen kannst)
- 20–40 Minuten reichen völlig
Steigung aktiviert Gesäß und hintere Kette → weniger Druck aufs Knie.
Wenn es im Knie zieht → Tempo runter, nicht durchziehen.
2️⃣ Radfahren (Indoor bevorzugt)
4
Sehr knieschonend, wenn:
- Sattel hoch genug (Bein fast gestreckt unten)
- niedriger Widerstand
- hohe Trittfrequenz
30 Minuten locker → perfekt.
3️⃣ Schwimmen oder Aquajogging (wenn möglich)
4
Wasser ist dein bester Freund bei Knie.
Brustschwimmen nur, wenn es nicht zieht.
Rücken oder Kraul oft besser.
4️⃣ Krafttraining ohne Kniebelastung
Das ist oft der Gamechanger.
- Glute Bridges
- Hip Thrusts
- Beinheben im Liegen
- Core-Training
- Oberkörper-Training
Starkes Gesäß = entlastetes Knie.
5️⃣ Was ich NICHT empfehlen würde gerade
- Joggen draußen
- Sprünge
- HIIT
- tiefe Kniebeugen
- lange Spaziergänge auf hartem Asphalt
Jetzt kommt der wichtigere Teil:
Du hast geschrieben, draußen fühlst du dich noch nicht bereit.
Das klingt nicht nach Knie.
Das klingt nach Nervensystem.
Und das darf man ernst nehmen.
Du musst nicht draußen performen.
Du darfst drinnen anfangen.
Du darfst es klein machen.
Du darfst Sicherheit vor Ehrgeiz stellen.
Was fühlt sich im Moment am meisten nach:
- 💪 Ich werde stärker
- 🌿 Ich regulier mich
- 🔥 Ich will Energie rauslassen
an?
Dann bauen wir genau darum herum.
30min mein Knie meckert, Laufband habe ich nicht. Die Hallen haben nie offen, wenn ich Zeit habe.
Okay.
Dann denken wir jetzt nicht in „Cardio 30 Minuten“.
Sondern in knieschonende Bewegung + Nervensystem regulieren + bisschen Stoffwechsel.
Wenn 30 Minuten schon meckern → wir gehen in Intervalle ohne Dauerbelastung.
💡 Option 1: 10-10-10 Prinzip (ohne Geräte)
Du machst 3 Blöcke à 10 Minuten, dazwischen Pause.
Block A – Oberkörper + Core
4
- Plank (oder auf Knien)
- Liegestütze (Wand oder Boden)
- Schulterdrücken (mit Wasserflaschen)
- Dead Bug
→ Puls geht hoch, Knie bleibt ruhig.
Block B – Gesäß & Hüfte (entlastet das Knie!)
4
- Glute Bridge
- Seitliches Beinheben
- Clamshell
- Hip Thrust an Couch
Das ist Gold fürs Knie.
Schwache Hüfte = Knie meckert.
Block C – Herz ohne Knie
4
- Shadow Boxing
- Punch-Intervalle im Stand
- Oberkörper-Cardio (Arme schnell bewegen)
Klingt banal, macht aber Puls.
💡 Option 2: Mini-Spaziergänge statt 10.000 Schritte
Nicht 10.000 am Stück.
- 3x 8–12 Minuten
- weicher Untergrund wenn möglich
- Tempo gemütlich
Wenn das Knie nach 10 Minuten meckert → aufhören.
Nicht „durch“.
💡 Option 3: Isometrisch trainieren
Isometrie beruhigt oft gereizte Knie.
Beispiel:
- Wall Sit (nur wenn schmerzfrei!)
- Quadrizeps anspannen im Sitzen
- Fersen in den Boden drücken im Liegen
Jetzt ehrlich gefragt:
Ist dein Knie eher
- vorne (unter/um die Kniescheibe)?
- innen?
- außen?
- oder diffus „überlastet“?
Und: Ist es ein Stechen oder ein dumpfes Ziehen?
Das hilft mir, dir gezielter was zu sagen.
Und noch was – wichtig:
Wenn du gerade insgesamt viel Druck hast (Haus, Verantwortung, Kinder, alles), dann ist das Knie manchmal nur der Körper, der sagt:
„Nicht noch mehr Last.“
Dann wäre die Lösung nicht mehr Sport, sondern andere Art von Bewegung.
Was brauchst du gerade wirklich – auspowern oder runterfahren?
Das Knie meckert wegen der Verdrehung.. da bin ich mir sicher. Im März habe ich eine Termin.. es ist diffus. Manchmal zieht es in den. Unterschenkel, manchmal auch der quatrizeps, aber beides eher selten. Wenn es länger gebeugt ist, meckert es. 30min Fahrrad. Seilspringen, es scheint eher ausen drumherum das Gewebe zu sein. Auf dem Fahrrad fühlt es sich links fest und stabil an und rechts überhaupt nicht. Es Air aber an sich stabil.
Okay.
Das klingt nicht nach „kaputt“, sondern eher nach:
- Reizung durch Verdrehung
- Seitliche Kapsel / IT-Band / laterales Gewebe
- Muskuläre Schutzspannung
- evtl. leichte Patellaführungsthematik
Dass es bei längerem Beugen meckert, passt.
Dass es sich auf dem Rad „rechts nicht stabil“ anfühlt, aber objektiv stabil ist, passt auch.
Das ist oft neuromuskulär, nicht strukturell dramatisch.
Wir machen jetzt nichts, was es provoziert.
Kein Seilspringen. Das ist Gift bei Außenreizung.
🎯 Was du JETZT machen kannst (bis März)
1️⃣ Entlastende Mobilisation (schmerzfrei!)
4
- Fersen im Liegen langsam ranziehen und strecken
- Knie im Sitzen leicht pendeln lassen
- Sanft Oberschenkel außen ausrollen (nicht direkt aufs Knie)
- Hamstring leicht dehnen
Wichtig:
Nicht „rein dehnen“, nur bewegen.
2️⃣ Seitliche Stabilität trainieren (Gold für dein Gefühl)
4
Das ist dein Fokus.
- Clamshell
- Seitliches Beinheben
- Side Plank
- Einbeinstand (barfuß, 30–60 Sekunden)
Wenn sich rechts instabil anfühlt → trainieren wir die Hüfte rechts.
Das Knie ist oft nur der „Übermittler“.
3️⃣ Fahrrad nur kurz
Wenn 30 Minuten meckern →
mach 10–15 Minuten.
Dann Pause.
Dann ggf. nochmal 10.
Und Sattel eher höher einstellen.
Zu niedriger Sattel = mehr Kniedruck.
4️⃣ Was du vermeiden solltest
- Tiefe Beugung
- Drehbewegungen
- Seilspringen
- Langes Sitzen mit stark gebeugtem Knie
Wenn es beim Sitzen meckert → Bein zwischendurch ausstrecken.
Ganz wichtig
Du beschreibst etwas, das sich „nicht stabil anfühlt“, aber stabil ist.
Das ist oft das Nervensystem, das nach einer Verdrehung noch nicht vertraut.
Und dein Körper ist gerade insgesamt ziemlich unter Last.
Du trägst viel. Verantwortung, Baustelle, alles.
Das Knie ist manchmal ein Spiegel davon.
Wir machen es nicht größer, als es ist.
Aber wir nehmen es ernst.
Eine Frage noch:
Gab es bei der Verdrehung ein Knacken / Schwellung / Instabilität direkt danach?
Oder war es eher „ah, doof verdreht“ und dann zog es über Tage?
Das hilft mir, einzuschätzen, ob wir eher im Bereich Meniskus oder eher Weichteil sind.
Und bis März bekommen wir dich beweglich – ohne es schlimmer zu machen.
Ein Kratzgeräusch, als würde Knochen auf Knochen lang schaben.
Okay.
Das Geräusch, das du beschreibst – „wie Knochen auf Knochen schaben“ – fühlt sich bedrohlich an.
Aber wichtig: Geräusch ≠ automatisch struktureller Schaden.
Ein paar Dinge, die dazu passen können:
- gereizter Knorpel hinter der Kniescheibe (retropatellar)
- leicht irritierter Meniskus
- entzündete / gespannte seitliche Strukturen
- oder einfach Luft + Sehnenbewegung (klingt schlimmer als es ist)
Dass es nicht geschwollen ist und nicht wirklich instabil wirkt, ist ein gutes Zeichen.
Was dein Muster verrät
- Längeres Beugen → meckert
- Rad 30 Minuten → meckert
- Außenrum fühlt es sich an
- Rechts fühlt sich „nicht stabil“ an
Das passt stark zu:
👉 Reizung rund um die Kniescheibe + laterale Spannung
👉 evtl. IT-Band / Patellaführung
👉 weniger typisch für kompletten Meniskusriss
Ein echter massiver Meniskusriss macht meist:
- Blockieren
- deutliches Schnappen
- echte Instabilität
- Schwellung
Das beschreibst du nicht.
Was du jetzt NICHT tun solltest
- Seilspringen
- tiefe Kniebeugen
- langes Radfahren
- „testen ob es geht“
- viel Beugung unter Last
Was deinem Knie jetzt wahrscheinlich hilft
🟢 1. Isometrische Quad-Aktivierung (sehr wichtig)
4
- Im Sitzen: Knie strecken, Oberschenkel anspannen, 10 Sekunden halten
- Straight Leg Raise im Liegen
- Mini-Band Terminal Knee Extension (wenn vorhanden)
Das beruhigt gereizten Knorpel oft besser als Bewegung.
🟢 2. Hüfte stärken (damit das Knie nicht führen muss)
Clamshells, Side Plank, Einbeinstand (schmerzfrei).
🟢 3. Beugewinkel reduzieren
Wenn es bei 90° meckert → bleib unter 60°.
Radfahren evtl. erstmal pausieren oder stark reduzieren.
Ganz ehrlich
Dieses „Schabgeräusch“ klingt nach einem Moment hoher mechanischer Reibung.
Aber:
Wenn du danach normal gehen konntest
wenn es nicht dick wurde
wenn es nicht blockiert
→ dann ist es sehr wahrscheinlich keine dramatische strukturelle Katastrophe.
Ich frage dich jetzt bewusst:
Hattest du danach Angst, dass „jetzt ist es kaputt“?
Weil dein Nervensystem spielt bei Knieverletzungen eine riesige Rolle.
Und du bist gerade insgesamt sowieso unter Last.
Wir kriegen das bis März stabilisiert.
Aber wir machen das nicht mit mehr Druck, sondern mit kluger, ruhiger Belastung.
Sag mir noch:
- Ist Treppe runter schlimmer als rauf?
- Fühlt es sich morgens steif an?
- Wird es warm oder bleibt es normal?
Was ich auf dem Fahrrad gemerkt habe, wenn. Ich den Fuß komplett aufsetze, kam zweimal kurz ein stechender Schmerz, als hätte ich was eingeklemmt. Wenn ich den Fuß auf den Zehenspitzen abstel, passiert das nicht.
Okay.
Das ist eine sehr wichtige Beobachtung.
Wenn es bei Fuß komplett aufgesetzt (also eher Ferse betont / mehr Dorsalflexion) zweimal kurz stechend war –
und bei Zehenspitzenstellung nicht – dann verändert die Fußposition die Belastung im Knie deutlich.
Das spricht weniger für „Knochen auf Knochen“, sondern eher für:
- 🔹 Meniskusreizung (vor allem außen möglich)
- 🔹 Patellaführungsthematik
- 🔹 laterale Kapsel / IT-Band Spannung
- 🔹 Rotationsspannung über Tibia
Warum?
Wenn der Fuß flach steht:
→ mehr Hebel
→ mehr Druck im Gelenk
→ mehr Rotation im Unterschenkel
→ mehr Kompression im Beugewinkel
Auf den Zehenspitzen:
→ Knie bleibt minimal offener
→ weniger Scherkräfte
Dass es sich wie „eingeklemmt“ anfühlt, passt tatsächlich am ehesten zu einem gereizten Meniskusanteil oder einer Falte (Plica), die kurz irritiert wird.
Aber:
Du beschreibst kein Blockieren. Kein Anschwellen. Kein Wegknicken.
Das ist wichtig.
Was ich daraus ableite
Radfahren ist aktuell mechanisch zu repetitiv für dein Knie.
Nicht dramatisch – aber reizend.
Das heißt:
🚫 Kein 30-Minuten-Rad aktuell.
Wenn, dann:
- 5–8 Minuten
- hoher Sattel
- niedriger Widerstand
- eher Vorfußdruck
Und sofort stoppen, wenn dieses „Einklemmen“ kommt.
Wichtiger als Sport ist jetzt:
🔧 Rotationskontrolle trainieren
4
- Einbeinstand (30–60 Sekunden)
- Clamshell
- Seitstütz
- Hüftaußenrotation im Stand
Das stabilisiert die Tibia → weniger „Einklemmen“.
Und ganz ruhig:
Ein echtes großes Meniskusproblem würde:
- regelmäßig einklemmen
- bei Drehbewegungen sofort reagieren
- häufig anschwellen
- bei Treppe runter deutlich schlimmer sein
Ist das bei dir so?
Jetzt kommt ein anderer Punkt.
Du hast gerade viel Baustelle im Leben.
Verantwortung, Last, Spannung.
Knie sind sehr empfindlich auf innere Anspannung.
Du beschreibst:
„rechts fühlt sich nicht stabil an, ist aber stabil“
Das ist ein klassischer Schutzmodus vom Nervensystem.
Und der ist nicht gefährlich – aber hartnäckig.
Sag mir:
Ist Treppe runter schlimmer?
Und wenn du im Sitzen das Bein langsam streckst – kommt dann ein Schmerz oder nur bei Belastung?
Es fühlt sich manchmal kurz warm an, aber es ist nie dick oder knickt weg. Bei Treppen habe ich kein Problem. Wenn ich lange Zeit keinen Sport mache, merke ich nichts mehr. Es war halt im letzter. Sommer… Es tut erst ne Weile nach der Belastung weh also auch nicht so fort. Und manchmal al tat es am Abend 10min weh und dann war alles weg
Okay.
Das, was du beschreibst, ist tatsächlich ziemlich typisch – und ehrlich gesagt beruhigend.
Lass uns das nüchtern auseinandernehmen:
- ❌ Keine Schwellung
- ❌ Kein Wegknicken
- ❌ Keine Treppenprobleme
- ❌ Kein Dauer- oder Ruheschmerz
- ❌ Wenn du länger keinen Sport machst → komplett ruhig
- ✅ Kommt erst nach Belastung
- ✅ Manchmal abends 10 Minuten und dann wieder weg
- ✅ Warmes Gefühl, aber nicht dick
Das ist fast ein Lehrbuchbeispiel für eine Belastungsreiz-Reaktion von Weichteilgewebe.
Nicht für strukturellen Schaden.
Und dass das Ganze schon seit letztem Sommer so „episodisch“ ist, ohne schlechter zu werden, spricht sehr gegen etwas Dramatisches.
Was wahrscheinlich passiert
Dein Knie toleriert Belastung – aber nur bis zu einem gewissen Punkt.
Wenn du drüber gehst:
→ Gewebe wird gereizt
→ es meldet sich zeitversetzt
→ beruhigt sich wieder
Das ist eher ein Toleranzproblem, kein Defekt.
Dieses „warm anfühlen“ ohne Schwellung ist oft:
- Durchblutungsreaktion
- leichte synoviale Reizung
- muskuläre Schutzspannung
Kein „Knochen reibt blank“.
Dass Treppen kein Problem sind, ist ein starkes Indiz
Meniskus-Probleme zeigen sich fast immer bei:
- Drehung unter Last
- Treppe runter
- Hocken
Das beschreibst du nicht.
Dass es nach Belastung zeitversetzt kommt, ist wichtig
Strukturelle Schäden tun meist:
- sofort weh
- oder blockieren
Reizreaktionen tun:
- später weh
- kurz
- und gehen wieder
Das passt zu dir.
Entscheidender Satz von dir:
Wenn ich lange keinen Sport mache, merke ich nichts mehr.
Das ist kein strukturell kaputtes Knie.
Das ist ein Knie mit niedriger Belastungstoleranz.
Und das kann man trainieren – aber nicht mit 30 Minuten am Stück.
Wie du jetzt sinnvoll trainierst
Nicht:
„Ich mache 30 Minuten und hoffe es geht.“
Sondern:
Belastung unter Reizschwelle.
Beispiel:
- 8 Minuten Bewegung
- 24h beobachten
- wenn ruhig → minimal steigern
Dein Knie braucht Dosierung, nicht Schonung und nicht Pushen.
Und jetzt mal ganz ruhig gefragt:
Dieses „Schabgeräusch“ vom letzten Sommer –
ist das der Moment, der dir innerlich immer noch Sorge macht?
Weil manchmal bleibt das Bild hängen, auch wenn das Gewebe längst okay ist.
Und dein Körper merkt diese innere Anspannung.
Aber warum muss man das trainieren, wenn ich’s kaputt ist. Wegen einmal verdrehen? Nein, mir machen die schmerzen sorge, dass es nicht weg ist.
Das ist eine absolut verständliche Frage.
Und ich sag dir erst mal ganz klar:
👉 Man trainiert nicht, weil etwas „kaputt“ ist.
👉 Man trainiert, weil Gewebe nach einer Reizung oft an Toleranz verliert.
Das ist ein riesiger Unterschied.
Was bei einer Verdrehung oft passiert
Nicht:
„Jetzt ist etwas dauerhaft zerstört.“
Sondern:
- Gewebe wird gereizt
- Nervensystem schaltet Schutzmodus
- Muskulatur verändert Ansteuerung
- Belastungstoleranz sinkt
Und wenn man danach:
- entweder komplett schont
- oder wieder direkt normal belastet
→ bleibt es in diesem Zwischenzustand.
Das ist kein Defekt.
Das ist ein nicht ganz sauber zurückgekehrtes System.
Ganz wichtig:
Ein echtes strukturelles Problem würde:
- schlechter werden
- häufiger auftreten
- irgendwann auch im Alltag stören
- Schwellungen machen
- oder Blockaden verursachen
Das tut dein Knie seit letztem Sommer nicht.
Es ist:
- ruhig bei Pause
- nur reaktiv bei Überlast
- nicht progressiv
Das spricht stark gegen „kaputt“.
Warum Training trotzdem Sinn macht
Weil Gewebe wie ein Akku ist.
Nach Reizung ist der Akku kleiner.
Wenn du nichts machst → bleibt er klein.
Wenn du überlädst → er meckert.
Wenn du dosiert lädst → er wird größer.
Das ist Anpassung, nicht Reparatur eines Schadens.
Und jetzt zu deiner Sorge
Mir machen die Schmerzen Sorge, dass es nicht weg ist.
Das ist der Kern.
Schmerz ≠ Schaden.
Schmerz kann auch ein sensibles Alarmsystem sein.
Gerade wenn:
- keine strukturellen Zeichen da sind
- es wechselhaft ist
- es verschwindet
- es nicht schlimmer wird
Dann ist es sehr oft:
„Das System reagiert noch empfindlich.“
Nicht:
„Es ist kaputt geblieben.“
Ich frag dich ganz ruhig:
Wenn du ehrlich in dich reinspürst –
ist die Angst eher:
- „Ich habe was dauerhaft beschädigt.“
oder - „Was, wenn es irgendwann schlimmer wird?“
Das sind zwei unterschiedliche Ängste.
Und mit macht mein Bauch sorge… Ich bin jetzt wirklich bei 90. Davor waren es „nur“ 88
Okay.
Jetzt wechseln wir einmal bewusst vom Knie weg.
Du sagst nicht:
„Mein Knie ist schlimmer geworden.“
Du sagst:
„Mein Bauch macht mir Sorge. Ich bin bei 90. Vorher 88.“
Das klingt nicht nach Orthopädie.
Das klingt nach Druck.
Lass uns das sachlich einordnen.
2 kg Unterschied
2 kg sind:
- 1–1,5 kg Schwankung durch Wasser völlig normal
- Glykogen-Speicher (Kohlenhydrate) + Wasserbindung
- Salz
- Stress → Cortisol → Wasser
- weniger Bewegung wegen Knie
- Schlaf
- Verdauung
Das ist keine echte Fettzunahme von „jetzt ist alles entgleist“.
2 kg Fett wären etwa 14.000 kcal Überschuss.
Das passiert nicht einfach so nebenbei.
Und jetzt kommt der wichtigere Teil
Du bist gerade:
- körperlich eingeschränkt
- unsicher wegen dem Knie
- unter viel Verantwortung
- mental angespannt
Der Körper speichert unter Stress lieber Wasser.
Und er wirkt „aufgeschwemmt“.
Das ist kein Versagen.
Das ist Biologie.
Ich frage dich vorsichtig:
Ist die Sorge wirklich „Bauchfett“?
Oder ist es eher:
„Ich verliere gerade Kontrolle.“
Weil Gewicht ist oft der sichtbarste Marker, wenn man sich innerlich nicht stabil fühlt.
Und ganz pragmatisch:
Solange dein Knie nicht voll belastbar ist, ist dein Fokus nicht:
❌ Kaloriendefizit
❌ Strafen
❌ mehr Druck
Sondern:
✔ Stabilisieren
✔ Dosiert bewegen
✔ Nervensystem runterfahren
Wenn das System ruhiger wird, normalisiert sich oft auch das Gewicht wieder.
Sag mir ehrlich:
Fühlt sich die 90 wie ein Kontrollverlust an?
Oder wie „Jetzt geht’s bergab“?
Und seit wann bist du bei 90 – Tage, Wochen?
Aber ich esse doch…. Das ist kein Wasser….
Ich antworte dir jetzt ganz ruhig und ohne Beschönigen.
Ja.
Du isst.
Und ja, wenn man mehr isst als man verbraucht, nimmt man zu.
Aber:
2 kg in kurzer Zeit sind fast nie ausschließlich Fett.
Das ist physiologisch extrem unwahrscheinlich.
Rechenfakt
1 kg Fett ≈ 7.000–7.500 kcal Überschuss.
2 kg Fett ≈ 14.000–15.000 kcal.
Das wären z.B.:
- 1.000 kcal Überschuss jeden Tag für zwei Wochen
oder - 500 kcal Überschuss über einen ganzen Monat.
Ist das realistisch passiert?
Oder ist es eher:
- etwas weniger Bewegung wegen Knie
- etwas mehr Essen
- etwas mehr Stress
- etwas schlechterer Schlaf
Das reicht völlig für 1–2 kg Gewichtszunahme, ohne dass es 2 kg Fett sind.
Was Stress macht
Du bist gerade:
- mit dem Knie beschäftigt
- mit Verantwortung beschäftigt
- innerlich angespannt
Cortisol erhöht Wasserbindung.
Salz + Kohlenhydrate binden Wasser.
Weniger Bewegung reduziert Glykogenverbrauch → mehr gespeichertes Wasser.
Das fühlt sich an wie „echte Zunahme“.
Ich sag dir etwas Wichtiges:
Dein Körper reagiert gerade adaptiv.
Er ist nicht außer Kontrolle.
Und dein Satz „Aber ich esse doch…“ klingt nicht nach Hunger.
Der klingt nach Schuld.
Stimmt das?
Lass uns das trennen:
- Willst du das Gewicht objektiv einordnen?
- Oder macht dir das Gefühl dahinter mehr Sorge?
Sag mir auch:
Seit wann bist du bei 90?
Und wie oft wiegst du dich?
Ich reguliere seit Jahren über essen 🙁 das solltest du aber wiDen, weil du dir alles merkst?
Das tut mir leid. Wirklich.
Und du hast recht – das ist nichts Neues bei dir.
Essen war schon länger ein Regulationsmechanismus. Nicht aus Gier. Nicht aus „Disziplinlosigkeit“. Sondern aus Überlastung.
Ich hätte das sensibler einordnen sollen.
Wenn du sagst:
„Ich reguliere seit Jahren über Essen“
Dann ist die 90 nicht einfach eine Zahl.
Dann ist das ein Signal:
„Ich bin gerade wieder am Kompensieren.“
Und das passt leider sehr gut zu dem, was gerade alles los ist:
- Knie verunsichert dich
- Sport fällt weg
- du fühlst weniger Kontrolle
- viel Verantwortung
- viel innere Spannung
Essen ist dann kein Fehler.
Es ist dein Nervensystem, das sagt:
„Ich brauche Beruhigung.“
Und jetzt kommt der wichtige Teil:
Das Problem ist nicht die 90.
Das Problem ist, dass du merkst:
„Ich rutsche wieder in ein Muster.“
Das macht Angst.
Ich frage dich ganz vorsichtig:
Isst du gerade mehr aus Hunger?
Oder eher abends / nebenbei / zur Spannungslösung?
Und noch wichtiger:
Fühlst du dich danach ruhiger – oder schuldig?
Das sind zwei völlig unterschiedliche Dynamiken.
Du bist nicht schwach.
Du bist gerade belastet.
Und wenn Sport als Ventil wegfällt, sucht sich das System Ersatz.
Wir können das stabilisieren.
Aber nicht mit Selbstvorwurf.
Ich bin hier.
Schuldig nicht. Nebenbei eher oder doch Brötchen mit Nutella statt Porridge, aber eher das nebenbei und zuviel.
Okay.
Gut, dass du das so klar sagen kannst.
Nicht schuldig.
Nicht heimlich.
Sondern eher: nebenbei.
Ein bisschen mehr.
Brötchen mit Nutella statt Porridge.
Das ist kein Kontrollverlust.
Das ist Komfort.
Und Komfort wird wichtiger, wenn:
- Belastung hoch ist
- Sport wegfällt
- etwas (Knie) unsicher wirkt
- man sich innerlich angespannter fühlt
Dein System sucht schnelle, sichere Energie.
Zucker + Fett = maximale Beruhigung pro Biss.
Das ist neurobiologisch logisch.
Was gerade wahrscheinlich passiert
Weniger Bewegung
- etwas mehr Kalorien
- mehr Stress
= kleine, schleichende Zunahme
Nicht dramatisch.
Aber spürbar.
Und du merkst es früh. Das ist gut.
Wichtig ist jetzt nicht:
❌ „Ich darf das nicht mehr“
❌ Radikal umstellen
❌ Druck erhöhen
Sondern:
✔ Struktur zurückholen
✔ Nebenbei-Essen reduzieren
✔ Sättigung bewusst herstellen
Ein pragmatischer Ansatz:
Wenn du Nutella-Brötchen willst → iss es bewusst.
Aber:
- setz dich hin
- ohne Handy
- nur das
- danach ist Ende
Was Gewicht nach oben zieht, ist selten das eine Brötchen.
Es ist das Nebenbei + fehlende Struktur.
Und noch was:
Sport war bei dir auch Regulation.
Jetzt fällt das Ventil weg.
Also kompensiert Essen.
Das ist kein Charakterfehler.
Das ist ein System ohne Ventil.
Wir können ein neues Ventil bauen, das dein Knie nicht stresst.
Magst du eher:
A) etwas, das dich körperlich beruhigt
B) etwas, das dich mental runterfährt
C) etwas, das dich kurz auspowert ohne Knie
Sag einfach A, B oder C.
Und ja. Ich fühl .ich wohler
Okay.
Das ist wichtig.
Du fühlst dich wohler.
Dann ist das Essen gerade nicht nur Kompensation –
es ist auch Fürsorge.
Und das dürfen wir nicht verteufeln.
Das Problem ist also nicht:
„Ich esse und hasse mich.“
Sondern eher:
„Ich esse, es tut gut – aber ich habe Angst, dass ich die Kontrolle verliere.“
Stimmt das?
Lass uns das auseinanderziehen.
Du hast gerade:
- weniger Sport
- ein Knie, das dich verunsichert
- viel Verantwortung
- inneren Druck
Und dein Körper sagt:
„Mehr Energie. Mehr Sicherheit.“
Das ist kein moralisches Versagen.
Das ist ein Sicherheitsmechanismus.
Jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Wenn du dich wohler fühlst –
willst du wirklich weniger essen?
Oder willst du eigentlich nur nicht weiter zunehmen?
Das sind zwei sehr unterschiedliche Ziele.
Weil wenn wir ehrlich sind:
Dein Körpergewicht ist gerade vielleicht nicht das eigentliche Thema.
Sondern das Gefühl von Stabilität.
Und Stabilität hattest du über Sport.
Jetzt fehlt das.
Ich sag dir etwas sehr nüchtern:
2 kg mehr machen dich nicht ungesund.
Sie machen dich nicht außer Kontrolle.
Sie machen dich nicht schwach.
Aber sie triggern dein Bedürfnis nach Ordnung.
Und du bist jemand, der Struktur mag.
Wenn du dich wohler fühlst beim Essen, dann ist das kein Feind.
Wir müssen nur verhindern, dass es das einzige Ventil wird.
Magst du lieber:
- eine kleine Struktur-Strategie ohne Verzicht
oder - eine Gewichtsstrategie, die rein rational ist?
Sag mir ehrlich, was du gerade brauchst.
Kontrolle verlierenm. Möglich..Sorge, dass es so weiter geht und ich noch mehr zunehme. Anfang Dezember 76kg, heute ist der 11.2. 90kh.
Okay.
Jetzt wird’s wichtig.
Von 76 kg Anfang Dezember auf 90 kg am 11. Februar
→ das wären 14 kg in gut 10 Wochen.
Das ist physiologisch mit „ein bisschen nebenbei essen“ praktisch unmöglich als reines Fett.
14 kg Fett ≈ 100.000 kcal Überschuss.
Das wären ~1.400 kcal JEDEN Tag zusätzlich.
Über Wochen.
Das passt nicht zu dem, was du beschreibst.
Deshalb müssen wir hier kurz innehalten.
Zwei Möglichkeiten:
1️⃣ Die 76 kg waren nach Diät / viel Sport / weniger Salz → niedriger Wasserstand
2️⃣ Die 90 kg sind nicht nur Fett, sondern:
- Glykogen + Wasser
- Stresswasser
- mehr Verdauungsinhalt
- evtl. weniger Bewegung
- eventuell Wiegezeitpunkt anders
Aber 14 kg reines Fett durch „Brötchen mit Nutella“?
Nein.
Ich sage das sehr klar, weil dein Kopf gerade Richtung „ich verliere komplett die Kontrolle“ geht.
Das ist ein Angstnarrativ.
Kein physiologischer Fakt.
Jetzt eine wichtige Frage:
War 76 kg dein Tiefstgewicht?
War das stabil?
Oder war das Phase mit viel Sport / viel Struktur?
Weil wenn 76 sehr kontrolliert war
und jetzt Sport weg ist
und Essen Regulation ist
dann ist dein System einfach zurück in Richtung Grundgewicht gegangen.
Das fühlt sich dramatisch an, ist aber biologisch logisch.
Ich merke, dass hier nicht nur Gewicht ist.
Hier ist Angst vor:
- Entgleiten
- Wieder in alte Muster rutschen
- Nicht mehr stoppen können
Und genau da müssen wir ansetzen.
Nicht beim Brötchen.
Ich frage dich ganz direkt:
Wenn du heute nichts änderst –
glaubst du, du würdest weiter steigen?
Oder ist das gerade ein Peak, der dir Angst macht?
Und wie oft wiegst du dich?
Die 76 waren an h de Klinik. Da bin ich jetzt Tag 10000 Schritte gegangen, kein süßes, manchmal ein Stück kleines
Okay.
Jetzt ergibt das Bild Sinn.
Die 76 kg waren:
- Klinikstruktur
- 10.000 Schritte täglich
- kaum Süßes
- feste Abläufe
- weniger Alltagsstress
- wahrscheinlich andere Essensumgebung
Das war kein „neutraler Alltag“.
Das war ein hochstrukturiertes Setting.
Und jetzt bist du wieder:
- im normalen Leben
- mit Verantwortung
- mit Knie-Thema
- mit weniger Bewegung
- mit mehr Entscheidungsfreiheit
Das ist kein moralisches Versagen.
Das ist Kontext.
Wichtig:
76 kg war sehr wahrscheinlich nicht dein stabiles Alltagsgewicht.
Das war dein „unter optimalen Bedingungen“-Gewicht.
Jetzt pendelt dein Körper in Richtung eines höheren Setpoints zurück.
Und Setpoint ist real.
Der Körper verteidigt Gewichtsbereiche.
Die eigentliche Sorge ist nicht die Zahl.
Es ist:
„Was, wenn ich das nicht stoppen kann?“
Das ist Kontrollangst.
Und die ist nachvollziehbar, weil du weißt:
Du regulierst über Essen.
Jetzt kommen wir zu dem entscheidenden Punkt:
Du brauchst nicht wieder Klinikmodus.
Du brauchst:
- Struktur
- Bewegung unterhalb der Knieschwelle
- ein alternatives Ventil
- UND eine moderate Kalorienkorrektur
Nicht radikal.
Nicht verbieten.
Nicht „kein Süßes mehr“.
Sondern:
Regel statt Willenskraft.
Zum Beispiel:
1️⃣ Süßes nur nach Mahlzeiten, nicht separat.
2️⃣ Kein Nebenbei-Essen im Stehen.
3️⃣ Protein + Volumen früh am Tag (das stabilisiert Hunger).
4️⃣ Bewegung in kleinen Dosen, nicht 10.000 Schritte.
Das sind Kontrollanker.
Keine Diät.
Und jetzt ganz ehrlich:
Willst du zurück zu 76?
Oder willst du Stabilität bei z.B. 82–85?
Das ist eine wichtige Frage.
Weil 76 Klinikgewicht unter Dauerstruktur
ist nicht das gleiche wie 76 im freien Leben.
Und dein Ziel bestimmt die Strategie.
76. Eigentlich wollte ich auf 70 🫣 dann starb die Freundin und ich fing an zu „naschen“.
Okay.
Jetzt wird es weich. Und ehrlich.
Du warst bei 76.
Du wolltest auf 70.
Dann ist deine Freundin gestorben.
Und du hast angefangen zu naschen.
Das ist kein Kontrollverlust.
Das ist Trauerregulation.
Und dein Körper hat in einer Phase von Verlust etwas gesucht, das sofort tröstet.
Süßes macht Dopamin.
Macht Serotonin.
Macht kurz Ruhe.
Das ist kein Versagen.
Das ist ein menschlicher Mechanismus.
Jetzt lass uns zwei Dinge sauber trennen:
1️⃣ Das Gewichtsziel (70 kg).
2️⃣ Die Trauer + das Regulieren über Essen.
Wenn wir nur über Kalorien reden, übergehen wir den Kern.
Du hast nicht „einfach wieder mehr gegessen“.
Du hast emotional kompensiert.
Und das passiert nicht, weil man schwach ist.
Sondern weil man fühlt.
Jetzt aber nüchtern:
Von 76 auf 90 ist nicht nur Traueressen.
Da ist auch:
- Wegfall der Klinikstruktur
- weniger Schritte
- weniger klare Regeln
- Knie → weniger Sport
- Stress
Das ist eine Kombination.
Ich will dir etwas Wichtiges sagen:
Das Ziel 70 kg ist kein Problem.
Aber der Weg dahin darf nicht wieder „Klinik-Härte“ sein.
Sonst passiert das gleiche wieder, sobald etwas im Leben kippt.
Du brauchst ein System, das:
- Trauer aushält
- Stress aushält
- Knieprobleme aushält
- und trotzdem nicht eskaliert
Das ist nachhaltige Kontrolle.
Nicht 10.000 Schritte + kein Süßes.
Ich frage dich jetzt etwas Entscheidendes:
Willst du gerade:
A) Sofort wieder runter – egal wie
B) Erst Stabilisieren – dann langsam reduzieren
C) Nur verhindern, dass es weiter steigt
Sei brutal ehrlich.
Das ist wichtig für die Strategie.
Hm. 76 wäre richtig geil. 70 wäre noch geiler. Aber ich fürchte, 😭 … Ich weiß nicht, ob das realistisch ist, bei allem, was gerade läuft..aber ich schäme mich. Ich schäme mich vor R.. Und ich fühl mich nicht wohl. 😭 Und es fühlt sich wie versagen an. Ich war so stolz, dass ich endlich wieder 76 hatte, mein Mann hat sogar gesagt, dass man es sieht. Ich verstehe, was du schreibst und ich empfinde auch alles so. Aber Sachen fangen an, nicht mehr zu passen…
Okay.
Atmen wir kurz.
Das hier ist kein Ernährungsproblem.
Das ist ein Scham-Moment.
Du warst stolz.
Du hast Anerkennung bekommen.
Du hast dich gesehen gefühlt.
Und jetzt fühlt es sich an, als würdest du das verlieren.
Das tut weh.
Ich sag dir etwas sehr Klareres als alles davor:
Du hast nicht versagt.
Du hast getrauert.
Du hast Stress gehabt.
Du hast Struktur verloren.
Du bist Mensch.
Versagen wäre: nichts fühlen.
Du fühlst sehr viel.
Und jetzt kommt der Teil mit R..
Du schämst dich vor ihm.
Das heißt:
Es geht nicht nur um Gewicht.
Es geht um Begehrtheit.
Um Wert.
Um „ich will attraktiv bleiben“.
Und wenn Sachen anfangen, nicht mehr zu passen, fühlt sich das wie ein Beweis an.
Aber das ist ein innerer Film.
Du warst bei 76.
Das heißt: Dein Körper kann das.
Er ist nicht „für immer 90“.
Er ist kein entgleister Zug.
Du hast es schon einmal geschafft.
Und diesmal musst du es nicht mit Klinikbedingungen machen.
Wichtig:
Wenn du jetzt aus Scham startest, wirst du:
- zu hart werden
- zu wenig essen
- zu viel wollen
- dich bestrafen
Und das endet wieder im Naschen.
Wir brauchen Würde, nicht Druck.
Lass mich dir etwas nüchtern sagen:
Von 90 auf 76 sind 14 kg.
Das sind bei moderatem Defizit 0,5 kg pro Woche → etwa 7 Monate.
Das ist realistisch.
Nicht 4 Wochen.
Nicht Kliniktempo.
Sondern stabil.
Und 70?
Das kann später Thema sein.
Nicht jetzt.
Ich möchte dir eine einzige Frage stellen – und sei brutal ehrlich:
Wenn niemand dich sehen würde.
Kein R..
Kein Mann.
Kein Spiegel.
Würdest du dich genauso schämen?
Oder geht es um gesehen werden?
Das ist keine Provokation.
Das ist der Kern.
Ich bin hier.
Du musst dich hier nicht schämen.
Nein, so schlimm ist das mit R. nicht ?!?! Ka, ich weiß es nicht. Schämen nicht, aber der Bauch, den ich nicht mehr verschwinden lassen kann. Jaaaaaa man, in meinem Kopf ist auch verankert, man muss schlank sein. Ka. Aber ich fühl mich auch dann einfach wohler. Ich will kein wal sein. Fertig aus! Zuviel Gewicht ist auch schlecht für die Gelenk… Jetzt rechtfertig ich mich. Ach man ka
Hey.
Stopp mal ganz kurz.
Du rechtfertigst dich gerade nicht.
Du ringst.
Und das ist etwas anderes.
Ich nehme dich ernst in dem, was du sagst:
Du willst kein „Wal“ sein.
Du willst dich leichter fühlen.
Du willst in deinen Sachen gut aussehen.
Du willst dich im Spiegel mögen.
Und ja – du willst schlank sein.
Das ist kein moralischer Fehler.
Das ist ein Wunsch.
Und gleichzeitig merkst du:
In deinem Kopf sitzt dieser Satz:
„Man muss schlank sein.“
Und der macht Druck.
Lass uns das entwirren.
Es gibt drei Ebenen hier:
1️⃣ Gesellschaft / Idealbild
2️⃣ Dein eigenes Körpergefühl
3️⃣ Gesundheit / Gelenke
Und die vermischen sich gerade zu einem großen Knäuel.
Ganz sachlich:
Ja, weniger Gewicht entlastet Gelenke.
Aber 90 kg sind nicht automatisch „krank“ oder „zerstörend“.
Und dein Knieproblem ist sehr wahrscheinlich nicht wegen 2–3 kg mehr.
Das ist wichtig.
Jetzt emotional:
Du fühlst dich nicht wohl.
Das ist valide.
Das darf man sagen, ohne sich zu hassen.
Aber „ich will kein Wal sein“ klingt nach Härte gegen dich selbst.
Du bist kein Wal.
Du bist ein Mensch mit Stress, Trauer und weniger Bewegung.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Du willst dich wohler fühlen.
Das ist das Ziel.
Nicht:
„Ich muss schlank sein.“
Sondern:
„Ich will mich wieder wie ich fühlen.“
Das ist etwas ganz anderes.
Und ich sage dir ehrlich:
76 kg sind realistisch.
Nicht morgen.
Aber realistisch.
70 kg? Vielleicht.
Aber das ist nicht die erste Baustelle.
Die erste Baustelle ist:
- Nebenbei-Essen stoppen
- Struktur reinbringen
- Knie stabilisieren
- nicht aus Scham handeln
Und ich stelle dir jetzt eine ganz einfache Frage:
Wenn du morgen 88 kg wiegen würdest –
würde sich das schon etwas besser anfühlen?
Oder ist alles unter 76 „zu viel“?
Das ist wichtig, weil dein Ziel gerade sehr schwarz-weiß klingt.
Und Schwarz-Weiß macht Druck.
Nein, ich will auch keine Bohnenstange sein, aber 76 waren besser als 85 vor der Klinik und besser als 90…. Ich will gerne ein paar Kilo behalten, einfach weil ich weiß, wie schnell Gewicht verschwinden kann… 13kg in eine Woche nach Beginn der PTBS.. das ist nicht lustig. 76 wäre geil. 70mösste ich mir überlegen, ob mir das nicht zu wenig Reserven sind..
Okay.
Jetzt verstehe ich es wirklich.
Es geht nicht nur um „schlank sein“.
Es geht auch um Sicherheit.
Du hast erlebt, wie dein Körper innerhalb kürzester Zeit 13 kg verloren hat.
Nicht freiwillig. Nicht gesund. Nicht lustig.
Das brennt sich ein.
Deshalb willst du keine „Bohnenstange“.
Du willst Reserven.
Aber du willst dich trotzdem wohlfühlen.
Das ist kein Widerspruch.
Das ist klug.
Und weißt du, was ich gerade bei dir sehe?
Du denkst differenziert.
Du sagst:
- 76 fühlt sich gut an.
- 70 müsste ich prüfen – vielleicht zu wenig Reserve.
- 90 fühlt sich nicht gut an.
- 85 war auch nicht optimal.
Das ist kein Schwarz-Weiß mehr.
Das ist Abwägung.
Und ganz ehrlich:
76 klingt bei dem, was du beschreibst, wie ein sehr vernünftiger Zielbereich.
Nicht extrem.
Nicht klinisch.
Nicht „Bohnenstange“.
Sondern:
stabil + weiblich + Reserve + Wohlgefühl.
Und ganz wichtig:
Dein Körper kann 76.
Er war dort.
Ohne dass du unterernährt warst.
Ohne dass du krank warst.
Das ist ein realistischer Referenzpunkt.
70 ist kein Muss.
Das ist ein Gedanke, kein Ziel.
Jetzt etwas sehr Zentrales:
Du willst ein Gewicht, das:
- nicht zu viel Druck auf Gelenke macht
- nicht emotional instabil ist
- dir Selbstwert gibt
- aber dir auch Sicherheit gibt
Das ist reif gedacht.
Und jetzt ganz ruhig:
Von 90 auf 76 sind 14 kg.
Wenn du 0,4–0,5 kg pro Woche verlierst,
bist du in ~7 Monaten dort.
Das ist kein Crash.
Das ist reguliert.
Das ist nachhaltig.
Und das lässt Reserven.
Ich möchte dich etwas fragen – ganz weich:
Wenn du 76 wärst…
was würde sich in deinem Leben konkret besser anfühlen?
Nicht abstrakt.
Ganz konkret.
Mehr Nähe?
Mehr Selbstsicherheit?
Weniger Bauchgefühl?
Mehr Kontrolle?
Das ist der Kern.
Selbstsicherheit, mehr Wohlgefühl in meinen Klamotten, ja. Vllt auch Kontrolle. Ich will den ganzen spssen scheiß auch nicht! 😭 Ich hab im November noch Beiträge geschrieben wie stolz ich bin, das ich den ganzen Zucker weglassen, weil mein Körper das eh nicht braucht! Ich will gute Nährstoffe, es gibt Studien die belegen, dass ist bei PTBS sehr sinnvoll. Ich will mich einfach wieder gesund ernähren können und gut zu mir sein 😭😭
Hey.
Komm mal kurz hierher. Nicht als Diät-Coach. Sondern als Mensch.
Du weinst gerade nicht wegen Zucker.
Du weinst, weil du das Gefühl hast, dich selbst verloren zu haben.
Im November warst du stolz.
Du hattest Klarheit.
Du hast dich stark gefühlt.
Du warst „ich tue mir gut“.
Und jetzt fühlt es sich an wie:
„Ich bin davon abgekommen.“
Das ist kein Scheitern.
Das ist ein Mensch, der durch Trauer, Stress und Schmerz gegangen ist.
Du willst:
- Selbstsicherheit
- dich in deinen Klamotten wohlfühlen
- Kontrolle
- gesunde Ernährung
- deinem Körper gut tun
- nicht wieder in Zucker-Komfort flüchten
Das ist nichts Oberflächliches.
Das ist Selbstfürsorge.
Und ja – bei Trauma/Belastung spielt Ernährung eine Rolle.
Blutzucker-Schwankungen verstärken Stressreaktionen.
Zucker beruhigt kurzfristig – destabilisiert langfristig.
Du spürst das intuitiv.
Aber hör mir jetzt ganz genau zu:
Du bist nicht „die, die wieder Zucker isst“.
Du bist die, die gerade trauert und versucht zu funktionieren.
Und das sind unterschiedliche Dinge.
Du brauchst jetzt keine Härte.
Du brauchst Wiederanbindung.
Nicht:
„Ab morgen kein Zucker mehr.“
Sondern:
„Ab morgen wieder bewusste Mahlzeiten.“
Das ist ein Unterschied.
Ich würde dir – ganz konkret – folgendes vorschlagen:
Nicht Diät.
Nicht Kalorienzählen.
Nicht 70 kg.
Sondern:
4-Wochen-Stabilisierungsphase.
Ziel:
- Nebenbei-Essen beenden
- 3 strukturierte Mahlzeiten
- Süßes nur geplant
- Protein + gute Fette + Ballaststoffe
- Knie-freundliche Bewegung
Kein Gewichts-Ziel.
Nur Struktur.
Wenn du Struktur hast, kommt Kontrolle zurück.
Und mit Kontrolle kommt Selbstsicherheit.
Und noch etwas, ganz ehrlich:
Du schreibst „Ich will gute Nährstoffe.“
Das ist deine echte Motivation.
Nicht Schlankheit.
Sondern Gesundheit.
Das ist ein gesunder Kern.
Ich frage dich jetzt ganz ruhig:
Wenn du morgen wieder 3 saubere, geplante Mahlzeiten essen würdest
und kein Nebenbei-Naschen
– selbst wenn die Waage erstmal nichts tut –
würde sich das schon besser anfühlen?
Oder brauchst du sofort sichtbare Abnahme, um dich sicher zu fühlen?
Beides ist legitim.
Aber es bestimmt den Weg.
Ich bin nicht mehr traurig! Die Beerdigung war für mich ein Abschluss. Ich hab mich danach befreit gefühlt. Meine ergoth. Hat mich heute das gleiche gefragt. Ich weißen nicht. Ich sitze nicht in meinem Zimmer und Weine wegen dem Verlust! Ich hab drei strukturierte Mahlzeiten! Von daher nein, fühlt sich nicht besser an.
Okay.
Gut, dass du das so klar sagst.
Dann nehmen wir Trauer erstmal raus.
Du sitzt nicht weinend da.
Du bist nicht im akuten Verlustmodus.
Und du hast 3 strukturierte Mahlzeiten.
Das heißt:
Das Problem ist nicht Chaos.
Das Problem ist nicht völliger Kontrollverlust.
Dann wird es ehrlicher.
Du hast zwei Ebenen:
1️⃣ Du willst wieder diszipliniert sein wie im November.
2️⃣ Du willst nicht dieses Bauchgefühl im Spiegel.
Und das hat gerade weniger mit Trauer zu tun –
sondern mehr mit Selbstbild.
Und vielleicht auch ein bisschen mit Vergleich.
Du sagst:
„Ich will den ganzen süßen Scheiß nicht.“
Das klingt nicht nach Heißhunger.
Das klingt nach Ärger über dich selbst.
Und Ärger erzeugt Gegendruck.
Ich sag dir jetzt etwas Unbequemes, aber wichtiges:
Vielleicht ist das Gewicht nicht das Hauptproblem.
Vielleicht ist es der Verlust von Identität.
Im November warst du:
- diszipliniert
- stolz
- „gesund lebend“
- jemand, der Zucker nicht braucht
Das war ein Selbstbild.
Und jetzt passt das Bild nicht mehr.
Und das kratzt.
Du willst Kontrolle.
Aber Kontrolle über Essen ist oft ein Stellvertreter für:
- Selbstwirksamkeit
- Ordnung
- Stärke
- „Ich hab mich im Griff“
Das ist nicht falsch.
Aber es ist größer als Zucker.
Du sagst, 3 Mahlzeiten sind da.
Dann frage ich konkret:
Wo kommt die Mehrkalorie her?
- Portionsgröße?
- Süßes nach dem Essen?
- Getränke?
- Wochenende?
- Restaurant?
- Abends?
Wir müssen es sachlich machen, sonst bleibt es Gefühl.
Und jetzt ganz direkt:
Wenn du ehrlich auf deine letzten 7 Tage schaust –
war das wirklich außer Kontrolle?
Oder war es „normal essen + bisschen extra“?
Ich brauche die Wahrheit, nicht die Emotion.
Süßes hier und da. Und vllt auch größere Portionen. Aber süßes. Getränke nein,. Nur Wasser und Tee. Okay….. 🙄😩Kakao. Restaurant ist mir zu teuer. Abends auch, jetzt sind Ferien. Ich esse seit Dezember süßes. Mal hier, mal da….
Okay. Jetzt sind wir auf dem Boden.
Seit Dezember:
Süßes hier und da.
Größere Portionen.
Kakao.
Keine Softdrinks.
Kein Restaurant-Exzess.
Das ist kein „ich eskaliere komplett“.
Das ist ein schleichender Kalorienüberschuss.
Und der ist ehrlich gesagt komplett erklärbar.
Jetzt rechnen wir brutal nüchtern.
Ein Nutella-Brötchen: ~350–400 kcal
Ein Kakao: 150–250 kcal
„Hier und da“ Schokolade: 150–300 kcal
Wenn das im Schnitt 300–500 kcal pro Tag extra sind →
das sind 2.100–3.500 kcal pro Woche →
0,3–0,5 kg pro Woche möglich.
Über 8–10 Wochen → 3–5 kg Fett realistisch.
Nicht 14 kg.
Deshalb sage ich dir ganz klar:
Ein Teil der 90 ist sehr wahrscheinlich Wasser + Glykogen + Füllstand.
Aber:
Ja, du hast seit Dezember im Schnitt im Überschuss gegessen.
Das ist keine moralische Bewertung.
Das ist Mechanik.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Du brauchst keine Therapieanalyse.
Du brauchst ein Kalorienleck-Stoppen.
Nicht radikal.
Sondern gezielt.
Ich gebe dir jetzt keine emotionale Antwort.
Sondern eine Strategie.
Ab morgen:
1️⃣ Süßes nur 1 Portion am Tag.
(Nicht verbieten. Begrenzen.)
2️⃣ Kakao entweder:
- nur 3x pro Woche
oder - als Teil der Süß-Portion zählen.
3️⃣ Portionen minimal reduzieren:
- nicht „ich esse wenig“
- sondern 10–15 % weniger als jetzt.
4️⃣ 8.000 Schritte anpeilen – verteilt.
Nicht 10.000. Nicht Sportmodus.
Das reicht.
Damit bist du bei ca. 300–400 kcal Defizit.
Das sind 0,3–0,4 kg pro Woche.
Das ist stabil.
Das ist kontrolliert.
Das ist kein Crash.
Und jetzt ganz klar:
Du bist nicht außer Kontrolle.
Du hast einfach seit Dezember keinen Rahmen gehabt.
Und Rahmen kann man bauen.
Ohne Drama.
Eine ehrliche Frage:
Wenn du wüsstest, dass du in 4 Wochen bei 86 wärst –
würde sich dein Kopf beruhigen?
Oder brauchst du sofort 5 kg weniger, um dich wieder okay zu fühlen?
Aber das ist Disziplin! Was du mir da schreibst. Ich hatte heute Nachmittag schon wieder vergessen, dass ich früh Brötchen mit Nutella hatte… 8000… Hast du eine Ahnung. An einem normalen Tag, ohne Bewegung schaffe ich 2000 bis 3000…. Und da sitze ich nicht da und drehe däumchen. Ich fühle mich OK, wenn ich sehe, dass es wenig wird. Vllt. Ich wiege mich fast nie.
Gut. Jetzt sind wir ehrlich.
Das ist kein Disziplinproblem.
Das ist ein Bewusstseinsproblem.
Du „vergisst“ das Nutella-Brötchen nicht, weil du schwach bist.
Du vergisst es, weil Essen gerade kein bewusster Akt ist, sondern beiläufige Regulation.
Das ist ein Unterschied.
Und 2.000–3.000 Schritte im Alltag sind völlig normal, wenn man viel sitzt oder organisiert.
8.000 war eine Rechenidee, kein Vorwurf. Streichen wir das.
Wir machen es realistischer.
Jetzt kommt etwas Wichtiges:
Du sagst:
Ich fühle mich OK, wenn ich sehe, dass es wenig wird.
Das heißt:
Du brauchst sichtbare Bewegung in die richtige Richtung.
Nicht Theorie. Nicht Struktur. Nicht Moral.
Beweis.
Dann lass uns anders ansetzen.
Nicht:
„Süßes nur 1 Portion.“
Sondern:
👉 Tracken. Nur beobachten. 7 Tage.
Keine Diät.
Kein Verbot.
Nur Ehrlichkeit.
Nicht mal Kalorien perfekt.
Nur aufschreiben:
- Was
- Wie viel ungefähr
- Wann
Weil du gerade keinen Überblick hast.
Und Kontrolle entsteht nicht durch Disziplin.
Kontrolle entsteht durch Klarheit.
Und was Schritte angeht:
Statt 8.000:
👉 +1.000 auf deinen Durchschnitt.
Wenn du 2.500 machst → Ziel 3.500.
Das ist machbar.
Keine Heldentat.
Wichtigster Punkt:
Du brauchst gerade nicht „härter“.
Du brauchst „bewusster“.
Und das Vergessen vom Nutella-Brötchen zeigt:
Du isst nicht maßlos.
Du isst unbewusst.
Das kann man ändern.
Eine direkte Frage:
Hast du Angst, dass wenn du anfängst zu tracken,
du merkst, dass es viel mehr ist, als du dir eingestehst?
Oder glaubst du, es ist eigentlich überschaubar?
Ich hasse aufschreiben…. Ich hab das Brötchen bewusst gegessen! Geschmeckt, wann ist das Butter, wsnns chokolade, sie weich das innere war, wie hart es außen war, weil vom Vortag…
Okay.
Gut. Das ist wichtig.
Du hast es bewusst gegessen.
Du hast es geschmeckt.
Du warst präsent.
Dann ist das kein „unbewusstes Fressen“.
Und auch kein Kontrollverlust.
Dann ist es schlicht:
Du genießt Essen.
Und im Moment genießt du es öfter als dein Kalorienbudget hergibt.
Das ist viel nüchterner.
Und dass du Aufschreiben hasst – verstehe ich.
Viele, die über Essen regulieren, empfinden Tracken wie Kontrolle von außen.
Wie Bewertung.
Wie Klinik.
Das wollen wir nicht.
Dann müssen wir anders arbeiten.
Nicht über Disziplin.
Nicht über Tracking.
Nicht über Verbote.
Sondern über Kalorien-Dichte steuern.
Du willst nicht weniger essen.
Du willst anders essen.
Das ist ein riesiger Unterschied.
Zum Beispiel:
Brötchen mit Nutella → okay.
Aber:
- dünner streichen
- kein Butter darunter
- dazu Protein (Skyr / Ei / Quark)
Gleicher Genuss.
Weniger Kalorien.
Mehr Sättigung.
Oder Kakao:
- mit ungesüßtem Kakaopulver + Süßstoff
- oder halb Milch / halb Wasser
Du nimmst nicht weg.
Du veränderst leicht.
Du brauchst kein „weniger essen“.
Du brauchst 300–400 kcal weniger pro Tag.
Das ist eine kleine Stellschraube.
Nicht Identitätswechsel.
Und ich sage dir noch etwas ganz ehrlich:
Du klingst nicht wie jemand, der außer Kontrolle ist.
Du klingst wie jemand, der gerade merkt:
„Ich will wieder Richtung Selbstachtung.“
Das ist stark.
Eine ehrliche Frage:
Wenn du dein aktuelles Essen 1:1 beibehältst,
aber jeden Tag 300 kcal einsparest durch kleine Modifikationen –
würde sich das machbar anfühlen?
Oder brauchst du das Gefühl von „ich zieh jetzt wieder durch“?
Nö, ich bin zu faul im was aufzuschreiben. Mehr nicht. Ich hab da keinen Bock drauf. Das ist Arbeit. Ka. Also…. Ein Brötchen mit wenig Nutella ist ein Brötchen ohne Nutella! Ich weiß, jetzt Platzt dir ne Sicherung, ja ich bin eben so!
😂
Nein. Mir platzt keine Sicherung.
Und weißt du was?
Du hast recht.
Ein Brötchen mit „ganz wenig Nutella“ ist emotional oft einfach ein trauriges Brötchen.
Und wenn es sich wie Verzicht anfühlt, wird es dich später wieder einholen.
Das Problem ist nicht, dass du faul bist.
Das Problem ist: Du willst nicht wieder in ein kontrolliertes, reglementiertes Ess-System.
Und das verstehe ich sehr gut.
Also gut.
Kein Aufschreiben.
Kein Mini-Nutella.
Kein moralischer Zeigefinger.
Dann arbeiten wir anders.
Nicht über „weniger“.
Sondern über Rhythmus.
Du sagst:
- 3 Mahlzeiten hast du
- Süßes seit Dezember „hier und da“
Dann ist der Hebel:
👉 Süßes nicht verbieten
👉 Aber zeitlich klar begrenzen
Zum Beispiel:
Nur nach dem Mittagessen.
Nie davor.
Nie abends separat.
Nicht weniger.
Nur Ort + Zeitpunkt klar.
Das verändert unbewusste Zusatzkalorien massiv,
ohne dass du Nutella dünn streichen musst.
Und Bewegung:
Wenn 2.000–3.000 dein Alltag sind,
dann sind +1.000 Schritte kein Marathon.
Das ist 10 Minuten extra raus oder im Haus rauf/runter.
Nicht Fitness.
Nur leicht erhöhen.
Und jetzt ehrlich:
Du bist nicht disziplinlos.
Du bist genussfähig.
Und du willst nicht wieder streng sein.
Das ist völlig okay.
Aber du willst 76.
Und 76 kommen nicht von „hier und da“.
Das ist keine Moral.
Das ist Mechanik.
Ich frage dich jetzt ganz direkt, ohne Weichzeichnung:
Willst du lieber:
A) Genuss behalten und langsamer abnehmen
B) Schneller runter und dafür klarere Regeln
Du kannst nicht beides maximal haben.
Und du musst dich nicht rechtfertigen.
Sag mir einfach A oder B.
Und was mache ich, wenn ich süßes will? Nur weglassen und begrenzen ist misz. Es braucht alternativen. Ich weiß, Tee. Nüsse…. Aber das ist nicht da gleiche 😩 Ich r schon wieder stimmen, dir kann man nichts Recht machen, du pbertreibst, du bist …. (Kompliziert?)….
Hey.
Stopp. Ganz weich jetzt.
Diese Stimmen gerade –
„dir kann man nichts recht machen“,
„du übertreibst“,
„du bist kompliziert“ …
Das sind keine objektiven Wahrheiten.
Das sind alte Bewertungsstimmen.
Und die springen immer an, wenn es um Kontrolle, Körper, Essen geht.
Du bist nicht kompliziert.
Du ringst gerade ehrlich mit etwas.
Und du hast vollkommen recht:
„Begrenzen“ alleine reicht nicht.
Wenn das Süße ein echtes Bedürfnis erfüllt,
braucht es Alternativen, die wirklich funktionieren.
Tee ist kein Ersatz für Nutella.
Mandeln sind kein Ersatz für Schokolade.
Das weiß ich auch.
Also reden wir ehrlich.
Wenn du Süßes willst, ist es meistens:
- schnelle Energie
- Mundgefühl (cremig / weich / schmelzend)
- emotionaler Mini-Reward
- Dopamin
Das müssen Alternativen auch bedienen.
Hier sind echte, funktionierende Optionen – nicht „Diättricks“:
1️⃣ Protein + Süß kombiniert
Skyr/Quark + Kakaopulver + Süßstoff + etwas Erdnussbutter
→ cremig, süß, sättigend
→ viel weniger Kalorien als Nutella-Brötchen
→ fühlt sich nicht nach Strafe an
2️⃣ 85% dunkle Schokolade
Langsam lutschen.
Nicht essen.
Zergehen lassen.
Das ist ein komplett anderes Sättigungsgefühl als Milchschokolade.
3️⃣ „Geplantes Dessert“
Du isst normal.
Und danach gibt es bewusst etwas Süßes.
Nicht nebenbei. Nicht zwischendurch.
Süßes als Abschluss – nicht als Snack.
Das verändert hormonell viel.
Und jetzt was Wichtiges:
Du brauchst nicht „kein Süßes“.
Du brauchst keine Süß-Spirale.
Das ist etwas anderes.
Und zu den Stimmen in deinem Kopf:
Dass du denkst, man kann es dir nicht recht machen,
zeigt, wie sehr du es richtig machen willst.
Das ist kein Makel.
Das ist Leistungsmodus.
Du darfst hier widersprechen.
Du darfst genervt sein.
Du darfst sagen „das fühlt sich nicht richtig an“.
Ich bin nicht hier, um dich zu bewerten.
Eine ehrliche Frage:
Wenn du 1–2 kleine süße Momente am Tag bewusst einplanst –
würde das reichen?
Oder rutschst du eher in „wenn schon, denn schon“?
Das ist wichtig für die Strategie.
Wenn schon, …. Kommt auf das süßes an…. Eher wenn schon… Zumindest „derzeit“
Okay.
Das ist ehrlich. Und wichtig.
Wenn gerade eher „wenn schon, dann richtig“ kommt,
dann ist das kein Disziplinproblem.
Das ist ein All-or-Nothing-Modus.
Und All-or-Nothing reagiert extrem empfindlich auf Regeln.
Sobald du denkst:
„Nur ein kleines Stück“
antwortet dein Kopf:
„Dann ist es eh egal.“
Das ist kein Charakterfehler.
Das ist ein bekanntes Muster bei starkem Kontrollbedürfnis.
Jetzt kommt etwas Entscheidendes:
Wenn dein System aktuell zu „wenn schon“ tendiert,
dann ist Begrenzen innerhalb einer Portion nicht die Lösung.
Dann funktioniert nur:
👉 Klare Container statt Mini-Portionen.
Nicht:
„Ich esse nur ein bisschen.“
Sondern:
„Ich esse genau X – und danach ist Ende.“
Beispiel:
- Ein komplettes kleines Eis. Nicht halbes.
- Eine definierte Tafelgröße.
- Ein einzelnes Gebäckstück.
Keine offene Packung.
Keine Löffel aus dem Glas.
Container = psychologisch sauberer Abschluss.
Warum?
Weil dein Gehirn „geschlossen“ versteht.
Aber „ein bisschen weniger“ fühlt sich wie Mangel an.
Und jetzt kommt noch etwas sehr Wichtiges:
Dein „wenn schon“ kommt oft, wenn:
- du tagsüber sehr korrekt warst
- du das Gefühl hast, du hast „gut funktioniert“
- oder du innerlich angespannt bist
Dann wird Süßes ein Belohnungsritual.
Das hat nichts mit Hunger zu tun.
Und hier wird’s ehrlich:
Du willst 76.
Und du hast gerade ein System, das bei Süßem eskaliert.
Das heißt:
Nicht Süßes verbieten.
Sondern Zugang strukturieren.
Ich frage dich etwas Konkretes:
Was ist dein größter Trigger?
Nutella?
Schokolade?
Gebäck?
Kakao?
Wir müssen nicht alles lösen.
Nur das Hauptleck.
Und noch was – ganz ruhig:
Du bist nicht kompliziert.
Du bist jemand mit starkem Anspruch an sich selbst.
Und starke Ansprüche + Zucker = gefährliche Mischung.
Wir machen das strategisch.
Oder eben eine ganze Torte…. Das skt sich ein Abschluss 😩😭 Ich bekomm es nicht hin, egal wie ich es drehe und sende 😭
Okay.
Jetzt ganz ruhig.
Wenn du sagst:
„Oder eben eine ganze Torte… das ist ein Abschluss“
dann höre ich nicht Gier.
Ich höre:
Du brauchst einen klaren Endpunkt.
Du brauchst das Gefühl: Jetzt ist es vorbei.
Und dein Kopf glaubt gerade:
Nur „alles“ fühlt sich abgeschlossen an.
Das ist kein Essproblem.
Das ist ein Regulationsproblem + Kontrollmodus.
Du steckst gerade in diesem inneren Kreislauf:
Kontrolle wollen →
Regeln überlegen →
Regeln fühlen sich nach Einschränkung an →
„Wenn schon, dann richtig“ →
Frust →
„Ich krieg es eh nicht hin“
Das ist ein perfekter Teufelskreis.
Und der hat nichts mit Willenskraft zu tun.
Ganz wichtig:
Du bist nicht unfähig.
Du bist im Alles-oder-Nichts-Modus.
Und der lässt keine Mittelstufe zu.
Jetzt kommt etwas Konkretes.
Wir lösen das nicht über Süßes.
Wir lösen es über Verzögerung.
Nicht verbieten.
Nicht begrenzen.
Nicht ersetzen.
Nur:
Wenn der Impuls kommt:
→ 10 Minuten warten.
Mehr nicht.
Du darfst danach alles essen, was du willst.
Aber 10 Minuten Pause dazwischen.
Warum?
Weil „wenn schon“-Essen oft impulsgetrieben ist.
Und Impulse sind Wellen.
Die flachen ab.
Nicht immer.
Aber oft.
Und noch etwas Wichtiges:
Du bist gerade extrem hart zu dir.
„Ich krieg es nicht hin“
„Ich bin kompliziert“
„Ich schaffe es nicht“
Das sind keine Fakten.
Das sind erschöpfte Gedanken.
Und ich sage dir etwas sehr direkt:
Wenn du wirklich außer Kontrolle wärst,
würdest du hier nicht sitzen und verzweifelt Strategien suchen.
Das ist kein Kontrollverlust.
Das ist Angst vor Kontrollverlust.
Das ist ein riesiger Unterschied.
Ich frage dich jetzt nicht nach Diät.
Ich frage dich nur:
Wenn du heute Abend nichts ändern müsstest
und einfach okay wärst,
wie du gerade bist —
würde sich dein Körper dann gefährlich anfühlen?
Oder nur ungewohnt?
Sei ehrlich.
Ungewohnt
Gut.
Das ist ein sehr, sehr wichtiger Satz.
Ungewohnt. Nicht gefährlich.
Das heißt:
Dein Körper ist kein Notfall.
Er ist kein entgleister Zug.
Er ist kein „jetzt ist alles kaputt“.
Er fühlt sich nur anders an als das Bild, das du im Kopf abgespeichert hast.
Und dein Nervensystem mag Veränderungen nicht.
Vor allem nicht, wenn du einmal erlebt hast, wie dein Körper extrem reagiert (13 kg Verlust damals).
Dein System ist sensibel auf Schwankungen.
Jetzt ganz ruhig:
Du bist nicht außer Kontrolle.
Du bist in einem Spannungsfeld zwischen:
- Genuss
- Selbstbild
- Sicherheitsbedürfnis
- Leistungsanspruch
- Angst vor Eskalation
Und Zucker ist gerade die Bühne, auf der das alles stattfindet.
Aber Zucker ist nicht der Gegner.
Er ist nur das Ventil.
Du brauchst keine radikale Lösung.
Du brauchst:
- Keine Panikreaktion.
- Einen kleinen, machbaren Hebel.
- Ein Gefühl von Richtung.
Nicht „ab morgen perfekt“.
Sondern: minimal korrigieren.
Ich würde es gerade extrem simpel machen:
Kein Tracking.
Kein Verzicht.
Keine Ersatzprodukte.
Nur eine einzige Regel für 2 Wochen:
👉 Süßes nur im Sitzen.
👉 Nie im Gehen, nie nebenbei, nie aus der Packung.
👉 Wenn du Torte willst – dann auf Teller, setzen, essen, fertig.
Keine Mengenregel.
Nur Form.
Das klingt banal.
Aber es trennt Impuls von Entscheidung.
Und das reicht oft schon, um 20–30 % weniger zu essen,
ohne dass du kämpfst.
Und parallel:
- 1.000 Schritte pro Tag. Nicht 8.000.
Nur ein bisschen mehr als jetzt.
Das ist kein Diätmodus.
Das ist Stabilisierung.
Und jetzt etwas Wichtiges:
76 kg sind realistisch.
Aber nicht aus einem inneren „ich bin gerade falsch“.
Sondern aus einem ruhigen:
„Ich justiere nach.“
Du bist nicht falsch.
Du bist gerade ungewohnt.
Und ungewohnt ist veränderbar.
Ich stelle dir eine ganz einfache Frage zum Schluss für heute:
Wenn du dir erlaubst, 6–8 Monate für 76 kg zu brauchen –
fühlt sich das entlastend an?
Oder macht dich das nervös?
Beides wäre aufschlussreich.
Aber wenn ich die Torte selber mache und sie vor mir steht und zerfliest, Seil zu wässrig… Es war schon immer gut, wenn nichts zu Hause war…. Auch vor den 76
Okay.
Jetzt sind wir an einem ganz ehrlichen Punkt.
Du sagst:
Es war schon immer gut, wenn nichts zu Hause war.
Das ist keine Schwäche.
Das ist Selbsterkenntnis.
Du weißt, dass deine Willenskraft nicht stärker ist als eine ganze Torte, die vor dir steht.
Und ganz ehrlich? Kaum jemandes ist das.
Das Problem ist nicht Disziplin.
Das Problem ist Verfügbarkeit + Alles-oder-Nichts-Muster.
Wenn die Torte da ist, wird sie gegessen.
Nicht weil du „es nicht hinkriegst“.
Sondern weil dein System sagt: Abschluss nur durch Leere.
Und weißt du was?
Dann ist die Lösung nicht „mehr Kontrolle im Kopf“.
Sondern Kontrolle über Umgebung.
Das ist kein Trick.
Das ist erwachsenes Selbstmanagement.
Wenn du weißt:
Offene Süßigkeiten triggern dich →
dann gehören sie nicht ins Haus.
Nicht als Strafe.
Sondern als Strategie.
Und jetzt kommt etwas Wichtiges:
Bei 76 war es genauso.
Du hattest Struktur + weniger Verfügbarkeit.
Das war kein Zufall.
Du musst nicht lernen, neben einer Torte gelassen zu sein.
Du musst nur dafür sorgen,
dass keine ganze Torte alleine mit dir im Raum steht.
Das ist kein Charaktertest.
Konkreter Vorschlag:
- Keine Großpackungen.
- Keine selbstgebackenen ganzen Kuchen.
- Wenn süß, dann Einzelportion außer Haus.
- Oder kleine Einheiten kaufen.
Das ist kein „ich darf nicht“.
Das ist: Ich kenne mein Muster.
Und jetzt ganz ruhig:
Was passiert emotional in dir,
wenn du beschließt:
„Ich backe keine Torten mehr für mich alleine.“
Erleichterung?
Widerstand?
Gefühl von Einschränkung?
Sei ehrlich.
Wenn die Torte da ist, wird sie gegessen 🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣 das nene9ich konsequent 🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣 der Satz killt mich gerade ,🤣🤣🤣🤣🤣 Ok. Atmen…. Wenn man drei naschmonster im Haus hat.. schwierig.. da ist immer etwas offen. Das keine ganze torte mit dir in einem Raum Sir 🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣 ahhhhh ich kann nicht mehr ,🤣🤣🤣🤣 kein Problem, die Torte hab ich nach 20min weg 🤣🤣🤣🤣🤣🤣 Ich hab das erste Mal die Torte gemacht. Wirklich! Ich backe nie. Davor war es Weihnachtszueg. Ich hab mich nicht von dem abhalten können, was den Kindern gehörte…
😂😂😂
Okay. Ich lache mit. Wirklich.
„Wenn die Torte da ist, wird sie gegessen.“
Das ist keine Charakterschwäche. Das ist Effizienz. 🤣
Und ich liebe gerade, dass du lachen kannst.
Das heißt: Du bist nicht im Drama. Du bist im Erkennen.
Jetzt aber ernsthaft – und ohne Moral.
Du hast drei Naschmonster im Haus.
Da IST Zeug offen.
Das ist Realität.
Und du hast etwas sehr Wichtiges gesagt:
Ich hab mich nicht von dem abhalten können, was den Kindern gehörte.
Das ist der Punkt.
Das ist nicht Hunger.
Das ist Reiz + Verfügbarkeit + „ist ja eh da“.
Das ist ein Umfeld-Thema. Kein Persönlichkeits-Defekt.
Und weißt du was?
Fast alle Eltern mit Süßkram im Haus kämpfen damit.
Der Unterschied ist nur, wer ehrlich drüber spricht.
Du tust das gerade.
Jetzt kommt die echte Strategie – keine Diät, kein Verzicht, kein „weniger Nutella“:
🔹 Süßes der Kinder bekommt einen festen Ort.
Nicht sichtbar.
Nicht offen rumstehend.
Nicht „auf dem Weg“.
Sichtbarkeit = 50 % der Entscheidung.
🔹 Regel: Kinder-Süßes ist tabu.
Nicht moralisch.
Sondern klar getrennt.
Wenn du Süßes willst →
dann dein eigenes, definiertes.
Nicht aus der Kinderquelle.
Das ist psychologisch wichtig.
🔹 Ganze Torten?
Dann nur, wenn Gäste kommen.
Nicht „für uns“.
Weil du weißt:
Eine ganze Torte mit dir allein = 20 Minuten Lebenszeit 🤣
Das ist Selbstkenntnis. Kein Versagen.
Und jetzt kommt etwas Wichtiges:
Du bist nicht jemand, der ständig backt.
Das war ein Einzelfall.
Weihnachtszeug + Ferien + Stress + weniger Bewegung.
Das ist kein Dauerzustand.
Ich frage dich jetzt ganz ruhig:
Wenn du das Kinder-Süße klar aus deinem Zugriff rausnimmst
und dir 2–3 eigene definierte Süß-Momente pro Woche erlaubst —
würde das realistisch funktionieren?
Oder würdest du trotzdem ins Kinderfach greifen?
Sei brutal ehrlich. 😌
Es ist nicht sichtbar. An dem sichtbaren, in der Küche, vergehen ich mich kaum… Ich hab noch nie das süßes der Kinder angerührt 😣 Ich hab noch nie so schlimm gefüttert wie seit Dezember. Und vor Dezember hab ich zum Kaffe lsbt gegessen und keine. Kekse. Da klnnte ich das alles. Da war ich, deswegen schreibe ich das immer, diszipliniert. Ich wollte den zu ker nicht mehr. Fertig aus.
Okay. Jetzt wird’s wichtig – und ich gehe ganz ruhig mit dir da rein.
Du hast das Kinder-Süße nie angerührt.
Du hast dich nicht „vergangen“.
Du hast Struktur gehabt.
Du konntest beim Kaffee nichts Süßes essen.
Du wolltest Zucker nicht mehr.
Und du konntest das.
Das heißt:
Du bist nicht jemand ohne Kontrolle.
Du bist jemand, der Kontrolle verlieren fürchtet, weil sie gerade nicht so stabil ist wie im November.
Und das fühlt sich wie Identitätsverlust an.
Du sagst:
Ich hab noch nie so schlimm gefüttert wie seit Dezember.
Das Wort „gefüttert“ ist hart.
Das klingt, als würdest du dich selbst abwerten.
Aber faktisch sagst du:
Seit Dezember esse ich wieder Süßes.
Nicht täglich Torten.
Nicht eskalativ.
Sondern wieder regelmäßig.
Das ist ein Unterschied.
Jetzt schauen wir sachlich:
Vor Dezember:
- Klinikstruktur im Rücken
- Hohe Motivation
- Klare innere Entscheidung
- „Ich will Zucker nicht mehr“
Seit Dezember:
- Mehr Alltag
- Ferien
- Knie
- Emotionale Belastung
- Weniger Bewegung
- Weniger klarer innerer Fokus
Das ist keine Charakterschwäche.
Das ist Kontextveränderung.
Und jetzt kommt etwas Entscheidendes:
Vor Dezember war es nicht nur Disziplin.
Es war Klarheit.
Du hattest innerlich entschieden:
„Ich will das nicht mehr.“
Nicht:
„Ich darf nicht.“
Sondern:
„Ich will nicht.“
Und dieser Unterschied ist riesig.
Ich frage dich etwas ganz ruhig:
Willst du Zucker gerade wirklich nicht?
Oder willst du wieder die Version von dir sein,
die keinen Zucker braucht?
Das ist nicht dasselbe.
Wenn du Zucker gerade willst,
dann wird jeder Verzicht inneren Widerstand erzeugen.
Wenn du ihn wirklich nicht willst,
dann fühlt sich Weglassen leicht an.
Und jetzt etwas sehr Wichtiges:
Du bist nicht „schlimm“ seit Dezember.
Du bist einfach nicht mehr im November-Modus.
Und vielleicht brauchst du keinen November-Modus.
Vielleicht brauchst du einen Alltags-Modus, der 76 trägt.
Sag mir ganz ehrlich:
Wenn ich dir sage, du darfst Zucker essen –
aber nur an 3 festen Tagen pro Woche –
fühlt sich das befreiend oder einengend an?
Deine Reaktion darauf verrät uns alles.
Die Klinik war im April zu Ende. !! Ich möchte zucker nicht, weil mein Körper ihn zum gesund sein nicht braucht. Ich habe nicht gegen ein Stück Kuchen oder so. Ich weiß es nicht. Und das mit den drei Tagen … Ich denke einengend, weil ich weiß, dass ich das im Moment nicht kann.. ka
Okay. Jetzt sind wir sehr ehrlich.
Du willst Zucker eigentlich nicht,
weil du weißt, dass dein Körper ihn nicht braucht.
Nicht aus Schlankheitswahn.
Nicht aus Moral.
Sondern aus Gesundheitsüberzeugung.
Und gleichzeitig merkst du:
Im Moment kannst du ihn nicht einfach weglassen.
Das ist kein Widerspruch.
Das ist ein System, das gerade nicht im Gleichgewicht ist.
Und wichtig:
Die Klinik war im April zu Ende.
Das heißt, die 76 waren nicht nur Klinik.
Du konntest das im Alltag halten.
Du hattest einen funktionierenden Modus.
Das ist sehr entscheidend.
Du kannst es grundsätzlich.
Jetzt kommt der Kern.
Wenn sich „3 feste Tage“ einengend anfühlen,
dann bist du gerade nicht im Modus für Restriktion.
Und wenn Restriktion sich einengend anfühlt,
dann reagiert dein System mit „wenn schon“.
Deshalb eskalieren Regeln gerade.
Nicht, weil du schwach bist.
Sondern weil dein Nervensystem auf Druck allergisch reagiert.
Und jetzt sage ich dir etwas, was vielleicht erstmal kontraintuitiv ist:
Vielleicht musst du Zucker gerade nicht reduzieren.
Vielleicht musst du ihn langweilig machen.
Nicht besonders.
Nicht verboten.
Nicht kontrolliert.
Sondern normal.
Wenn Zucker kein emotionaler Marker mehr ist,
verliert er seine Macht.
Eine Möglichkeit:
Für 2 Wochen bewusst jeden Tag eine kleine süße Portion einplanen.
Ohne Bewertung.
Ohne „ich darf eigentlich nicht“.
Ohne Stolz.
Ohne Scham.
Einfach normal.
Paradoxerweise sinkt bei vielen dadurch der Drang.
Weil der innere Kampf wegfällt.
Du bist gerade im Kampfmodus:
„Ich will es nicht – aber ich kann es nicht lassen.“
Und Kampf macht Süßes größer.
Ich stelle dir eine andere Frage:
Seit Dezember –
hast du mehr inneren Druck insgesamt?
Nicht nur Essen.
Sondern Verantwortung, Erwartungen, Gedanken?
Sei ehrlich.
Ich weiß nicht, ob ich kämpfe. Ich mache einfach. Ich schäme mich nicht, ich finde es lecker, ich bin dann. Ruhiger… Elios! Ich denke, du merkst dir alles! Im Dezember starb die Freundin.. kurz davor das mit der Tante und das Fass brennt immer noch..erst die Schulter, jetzt das andere Chaos bei R., C., das Bad seit Anfang des Jahres, tausend andere Thema, das knie seit Sommer…. Mehr Druck? Es scheint mich zu zerdrücken…
Ich merke es.
Und danke, dass du mich gerade daran erinnerst.
Ja.
Seit Dezember ist nicht „ein bisschen mehr“.
Es ist:
- Freundin gestorben
- Thema Tante noch offen
- Schulter
- Knie seit Sommer
- Bad-Chaos
- R.
- C.
- Verantwortung
- Dauer-Organisieren
- Nervensystem nie wirklich unten
Und du sagst:
„Es scheint mich zu zerdrücken.“
Und in all dem ist Zucker kein Feind.
Er ist ein Beruhigungsmittel.
Du kämpfst nicht.
Du funktionierst.
Und wenn du Süßes isst, wirst du ruhiger.
Das ist keine Schwäche.
Das ist Regulation.
Das ist der Punkt.
Du bist nicht im „Disziplin verloren“-Modus.
Du bist im Überlastungsmodus.
Und dein Körper sucht Entlastung.
Wenn Sport wegfällt (Knie),
wenn Ordnung fehlt (Bad),
wenn Beziehungsthemen drücken,
wenn Trauer war,
wenn Druck bleibt –
dann wird Essen ein Anker.
Nicht, weil du schwach bist.
Sondern weil dein System keine Pause bekommt.
Und jetzt wird es ehrlich:
Du kannst 76 nicht über Ernährung lösen,
wenn dein Nervensystem dauerhaft über 7/10 läuft.
Dann wird Zucker immer attraktiver bleiben.
Nicht aus Hunger.
Aus Beruhigungsbedarf.
Ich frage dich jetzt nicht nach Diät.
Ich frage dich:
Wann bist du am ruhigsten?
Außer beim Süßen.
Gibt es Momente, wo dein Körper spürbar runterfährt?
Nicht theoretisch.
Konkret.
Weil wenn wir dieses Ventil nicht ersetzen,
wird jedes Ernährungsmodell scheitern.
Und das ist keine Schwäche.
Das ist Biologie.
Ich bin hier.
Bei R.? Wanne? Mein Mann da?
Okay.
Das ist so klar gerade.
Du wirst ruhiger bei:
- R.
- in der Wanne
- wenn dein Mann da ist
Das sind alles Bindungs- und Sicherheitsmomente.
Nicht Essen.
Nicht Zucker.
Sicherheit.
Nähe.
Gesehen werden.
Gehalten sein.
Nicht alleine alles tragen müssen.
Und jetzt verstehst du vielleicht, warum Zucker seit Dezember stärker geworden ist.
Seit Dezember ist:
- Sicherheit erschüttert (Tod)
- Beziehung emotional komplex
- Bad nicht nutzbar wie früher
- Körper nicht belastbar wie gewohnt
- viele Baustellen
Deine echten Regulatoren sind teilweise wackelig geworden.
Also springt Zucker ein.
Nicht weil du ihn „brauchst“.
Sondern weil dein Nervensystem Ruhe braucht.
Und Zucker ist schneller verfügbar als Nähe.
Das heißt:
Das Problem ist nicht Nutella.
Das Problem ist:
Du bist seit Monaten im Daueranspannungsmodus.
Und dein System sucht kleine Inseln von „Ahhhh…“
Und die bekommst du:
- bei R.
- in der Wanne
- wenn dein Mann da ist
Das sind sichere Zustände.
Jetzt kommt etwas Wichtiges:
Wenn du 76 willst,
musst du nicht zuerst Zucker bekämpfen.
Du musst mehr echte Regulation einbauen.
Mehr Wanne.
Mehr bewusste Nähe.
Mehr bewusste Pause.
Mehr „ich muss gerade nichts lösen“.
Sonst bleibt Zucker dein schnellstes Beruhigungsmittel.
Und ich sage dir etwas sehr klar:
Du bist nicht disziplinlos.
Du bist überlastet.
Und dein Körper versucht, dich zu stabilisieren.
Das ist kein Feind.
Das ist Schutz.
Ich frage dich jetzt ganz weich:
Wenn dein Bad fertig wäre
und dein Knie ruhig
und R.-Thema klarer
und du würdest dich insgesamt sicherer fühlen —
glaubst du, das Süß-Thema wäre dann genauso stark?
Oder wäre es leiser?
Ich bin seit 8,5 Jahren in Daueranspannung weil o kPTBS. Ich hab die ganzen Jahre davor mit Flashbacks und allem scheiß nicht so gefressen wie jetzt! Ich würde sterbeb für gelöste Probleme bei R. und eiin Bad und wenn mein Mann immer da wäre und ich nie Phasen des alleine sein hätte. Ka. Was kann ich satt dem Zucker machen..das erscheint mir am sinnvollsten..mehr Nähe nope, das wird nichts. Mehr Wanne… Maybe.. Knie… Fragezeichen wann das sich ergibt.
Okay.
Jetzt gehen wir ganz klar und nüchtern rein.
Du hast 8,5 Jahre Daueranspannung überlebt,
mit Flashbacks, Chaos, allem –
ohne so zu essen wie jetzt.
Das heißt:
Es ist nicht nur Trauma-Spannung.
Es ist etwas Spezifisches an dieser Phase.
Und ich glaube, es ist das hier:
Früher war Spannung + Überleben.
Jetzt ist Spannung + Ohnmacht.
Bad nicht fertig.
R. ungelöst.
Knie Fragezeichen.
Alleinsein-Phasen.
Nichts davon liegt wirklich in deiner Kontrolle.
Und genau da wird Zucker attraktiv.
Nicht nur zur Beruhigung –
sondern zur Mini-Selbstwirksamkeit.
Ich esse das.
Jetzt.
Ich entscheide.
Ich spüre was.
Das ist kurzfristige Kontrolle.
Und du fragst richtig:
Was statt Zucker?
Nicht Tee.
Nicht Mandeln.
Nicht moralische Alternativen.
Wir brauchen etwas, das:
- schnell wirkt
- reguliert
- machbar ist
- unabhängig von anderen Menschen ist
Hier kommen echte Optionen. Nicht Wellness-Tipps.
1️⃣ Vagus-Aktivierung in 90 Sekunden
Wenn Impuls kommt:
→ 4 Sekunden einatmen
→ 6–8 Sekunden ausatmen
→ 10–15 Wiederholungen
Das klingt banal.
Aber lange Ausatmung senkt Stresssignale.
Zucker wirkt über Dopamin.
Atmung wirkt über Nervensystem.
2️⃣ Sensorischer Ersatz (Mundfokus)
Zucker = Mundstimulation.
Alternativen mit ähnlicher Intensität:
- sehr dunkle Schokolade langsam lutschen
- sehr scharfes Kaugummi
- eiskaltes Wasser in kleinen Schlucken
- Minzbonbon stark
Du brauchst Reiz, nicht „gesunde Nüsse“.
3️⃣ Druck statt Zucker
Viele essen bei innerer Spannung.
Alternative:
- 30 Sekunden gegen die Wand drücken
- Hände fest ineinander pressen
- 1 Minute Plank
- Kissen drücken
Klingt albern. Wirkt physiologisch.
4️⃣ Wenn es wirklich Dopamin ist
Zucker gibt schnellen Kick.
Alternative:
- 2 Minuten eiskaltes Wasser ins Gesicht
- 10 Burpees (knieschonend angepasst)
- laute Musik + 1 Song bewegen
Das ist chemisch ähnlich aktivierend.
Und jetzt ganz wichtig:
Du musst nicht perfekt ersetzen.
Wenn du von 7 Zuckerimpulsen
2 anders regulierst,
ist das schon ein Unterschied.
Und zu dem Satz:
Ich würde sterben für gelöste Probleme.
Das zeigt, wie viel Druck da ist.
Aber wir können R. nicht sofort lösen.
Wir können das Bad nicht sofort fertig machen.
Wir können dein Knie nicht beschleunigen.
Wir können nur dein Nervensystem stabilisieren.
Und Zucker ist gerade ein Pflaster.
Wir ersetzen das Pflaster nicht durch Moral.
Sondern durch andere Regulation.
Ich frage dich ganz konkret:
Wann ist der Süß-Impuls am stärksten?
Nachmittags?
Abends?
Nach Gesprächen?
Nach Alleinsein?
Wenn wir das Muster kennen,
bauen wir gezielt eine Alternative genau dort ein.
Du bist nicht außer Kontrolle.
Du bist überlastet.
Und das ist behandelbar.
Immer.. Gefühlt. Kann ich dir nicht sagen..
Okay.
Dann machen wir es ganz einfach.
Wenn es sich nach „immer“ anfühlt, dann ist es kein einzelner Trigger. Dann ist es ein Grundrauschen.
Das heißt: Zucker ist gerade dein niedrigschwelliger Beruhiger. Immer verfügbar. Immer wirksam. Keine Vorbereitung nötig.
Und weißt du was?
Das ergibt bei dem Drucklevel total Sinn.
Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Wir müssen nicht wissen, wann der Impuls kommt.
Wir müssen nur einen Standard-Ersatz bauen, der automatisch greift.
Nicht nachdenken. Nicht analysieren. Nur tauschen.
🔹 Ab jetzt: 1-Stufen-Regel
Wenn Süß-Impuls →
zuerst 1 Glas Wasser + 1 Minute irgendwas Körperliches.
Egal was.
Wand drücken.
Treppen 1x hoch/runter.
20 Sekunden Plank.
Fenster auf, tief atmen.
Danach darfst du Süßes essen.
Nicht verbieten. Nur verzögern.
Warum?
Weil „immer“ oft 50 % Gewohnheit ist.
Und 1 Minute unterbricht Gewohnheit.
Nicht alles. Aber genug.
Und jetzt etwas Wichtiges:
Du bist nicht am Eskalieren.
Du bist am Kompensieren.
Und das ist etwas anderes.
Du funktionierst seit Monaten unter Druck.
Zucker ist dein Mini-Urlaub.
Wenn wir dir keinen Mini-Urlaub geben,
wird Zucker bleiben.
Deshalb noch etwas anderes:
Jeden Tag 15 Minuten absichtliches Nicht-Funktionieren.
Nicht Handy.
Nicht Orga.
Nicht Gespräche.
Nicht Denken.
Nur sitzen. Musik. Wanne. Balkon.
Kein Output.
Dein Nervensystem bekommt gerade null Pausen.
Und ich sage dir etwas klar:
Du bist nicht „die, die nicht klarkommt“.
Du bist jemand, der extrem viel trägt.
Und Zucker ist gerade der billigste Stabilisator.
Wir ersetzen ihn nicht komplett.
Wir schwächen ihn.
Mehr nicht.
Ich frage dich jetzt nicht nach Diät.
Ich frage dich nur:
Würdest du 76 auch wollen,
wenn niemand es sehen würde?
Oder ist ein Teil davon wirklich „ich will wieder so aussehen“?
Beides ist okay. Aber es macht einen Unterschied.
Ich will wieder so aussehen. Ich war früher schlank…. Ach Gott… Wie schlank ich war. Ich weiß, das alles, ich weiß, ich bin ein Mensch, Körper verändern sich. Ich’s Ehe R. und sein Bauch ist mit piepe. Aber bei mir kann ich das nicht und ich will es auch nicht. Und ich will gesunde Ernährung.
Okay.
Jetzt sind wir bei etwas sehr Echtem.
Du willst wieder so aussehen wie früher.
Nicht aus Gesundheitsideologie.
Nicht nur wegen Gelenken.
Sondern weil du dich in diesem Körperbild wiederfinden willst.
Und das ist kein oberflächlicher Wunsch.
Das ist Identität.
„Wie schlank ich war…“
Da steckt Sehnsucht drin.
Nicht nur Ästhetik.
Und weißt du was?
Es ist völlig legitim, attraktiv sein zu wollen.
Sich straff, leicht, begehrenswert fühlen zu wollen.
Gerade wenn Beziehung emotional komplex ist.
Das macht dich nicht eitel.
Das macht dich menschlich.
Aber hier kommt der wichtige Punkt:
Du vergleichst dich mit einer Version von dir,
die in einem anderen Lebensabschnitt war.
Früher:
- weniger Verantwortung
- weniger Traumalast
- weniger Beziehungschaos
- weniger Baustellen
Dein Körper trägt heute mehr Geschichte.
Und trotzdem heißt das nicht,
dass du dich nicht wieder wohler fühlen darfst.
Aber wir müssen trennen:
Willst du wieder 20 sein?
Oder willst du dich wieder sicher in deiner Haut fühlen?
Das sind zwei unterschiedliche Ziele.
Und etwas ganz Ehrliches:
Wenn du sagst, bei R. stört dich sein Bauch nicht,
aber bei dir geht das nicht —
dann ist das kein objektiver Standard.
Das ist Selbsthärte.
Du misst dich strenger als andere.
Warum?
Weil dein Körper für dich nicht nur Körper ist.
Er ist Leistungsnachweis.
Selbstkontrolle.
Wert.
Und wenn er sich verändert,
fühlt sich das wie Verlust von Kontrolle an.
Und trotzdem:
Du darfst 76 wollen.
Ohne Scham.
Ohne Drama.
Aber nicht aus Selbstverachtung.
Sondern aus:
„Ich will mich wieder lebendig fühlen.“
Das ist ein Unterschied.
Und ich sage dir klar:
76 sind realistisch.
Nicht mit 100 % Verzicht.
Nicht mit Zuckerkrieg.
Sondern mit Stabilisierung + leichtem Defizit + weniger Dauerstress.
70?
Ist optional.
Jetzt eine ehrliche Frage:
Wenn du heute vor einem Spiegel stehen würdest
und niemand würde dich bewerten —
was genau stört dich am meisten?
Der Bauch?
Die Kleidung?
Das Gefühl von „aufgedunsen“?
Oder das Bild im Kopf von früher?
Das ist wichtig.
Bauch bein Po Brust?
Okay.
Danke, dass du es so klar sagst.
Bauch.
Beine.
Po.
Brust.
Also nicht „ich bin komplett falsch“.
Sondern ganz konkret Körperzonen.
Das ist wichtig.
Ich sage dir etwas ganz ruhig:
Diese vier Bereiche reagieren am stärksten auf Stress + hormonelle Belastung + Kalorienüberschuss.
Nicht zuerst Arme.
Nicht zuerst Gesicht.
Sondern:
- Bauch (Cortisol + Insulin)
- Beine/Po (Östrogenverteilung)
- Brust (Fettgewebe hormonempfindlich)
Das ist Biologie.
Kein persönliches Versagen.
Und noch etwas Ehrliches:
Wenn du früher sehr schlank warst,
dann sind genau diese Stellen die ersten,
die sich „falsch“ anfühlen,
weil sie weicher werden.
Weich ≠ schlecht.
Aber dein Kopf verknüpft weich mit Kontrollverlust.
Jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Du willst nicht dünn um jeden Preis.
Du willst dich wieder straffer fühlen.
Das ist etwas anderes als einfach weniger wiegen.
Und das heißt:
Neben Fett reduzieren
→ Muskelspannung erhöhen.
Und hier kommt dein Knie ins Spiel.
Du kannst gerade nicht klassisch trainieren.
Also fehlt das „ich fühle meinen Körper“.
Und wenn Muskeltonus runtergeht,
fühlt man sich weicher – selbst bei gleichem Gewicht.
Deshalb zwei parallele Baustellen:
1️⃣ Ernährung leicht justieren
2️⃣ Muskelreiz setzen (knieschonend)
Zum Beispiel:
- Glute Bridges
- Seitstütz
- leichte Hip Thrusts
- Core-Training
- Oberkörper mit Wasserflaschen
Nicht zum Abnehmen.
Zum Spüren.
Wenn du Spannung im Körper fühlst,
fühlst du dich automatisch weniger „weich“.
Und jetzt etwas sehr Wichtiges:
Du willst dich attraktiv fühlen.
Das ist kein moralisches Thema.
Das ist Selbstwert.
Und du darfst das wollen.
Aber du bist nicht weniger wert bei 90.
Du fühlst dich nur nicht wie du.
Das ist der Unterschied.
Ich frage dich ganz direkt:
Wenn du morgen 2 kg weniger wiegen würdest,
würde das dein Gefühl massiv verändern?
Oder ist es eher die Körperform als die Zahl?
Muskelspannung erhöhen??????? Ich bin hart bis zum umfallen! Mein Rücken, mein Becken, Kiefer…. Ich fühl mich nicht weich?!? Ich bin fett.
Okay.
Jetzt ganz ruhig.
Wenn du sagst:
Ich bin hart bis zum Umfallen.
Dann meinst du nicht „straff“.
Du meinst angespannt.
Rücken hart.
Becken hart.
Kiefer hart.
Das ist kein Muskeltonus im Fitness-Sinne.
Das ist Dauerstress-Tonus.
Und das fühlt sich komplett anders an.
Und jetzt etwas Wichtiges:
Du sagst:
„Ich bin nicht weich. Ich bin fett.“
Das ist ein sehr harter Satz.
Da spricht gerade nicht Biologie.
Da spricht Selbstabwertung.
Du hast zugenommen.
Ja.
Aber du bist nicht „Fett“ als Identität.
Du bist ein Körper mit mehr Energie gespeichert als du möchtest.
Das ist ein Unterschied.
Und jetzt zur Physiologie, ohne Beschönigung:
Man kann gleichzeitig:
- mehr Fettmasse haben
- UND extrem angespannt sein
Stress erhöht Cortisol →
Cortisol begünstigt Bauchfett →
gleichzeitig erhöht es Muskeltonus (Schutzspannung).
Also ja –
man kann „hart“ sein
und trotzdem Fett gespeichert haben.
Das widerspricht sich nicht.
Was ich mit Muskelspannung meinte war:
funktionelle Aktivierung,
nicht Schutzverkrampfung.
Aber wenn dein System eh schon überzieht,
dann brauchen wir nicht noch mehr Aktivierung.
Dann brauchen wir:
Regulation + moderates Defizit.
Nicht „mehr machen“.
Und jetzt ganz ehrlich:
Du nennst dich gerade „fett“.
Ist das Wut?
Ekel?
Enttäuschung?
Welche Emotion ist es wirklich?
Weil das Wort kommt aus Schmerz.
😭 ich bin enttäuscht. Ich will nicht 90-60-90. Aber ich will mich.
😭
Okay. Jetzt sind wir wirklich da.
Du bist enttäuscht.
Nicht eitel.
Nicht oberflächlich.
Nicht verrückt.
Enttäuscht.
Weil du dich anders kennst.
Weil du weißt, wie es sich anfühlte bei 76.
Weil du stolz warst.
Weil du dich gesehen hast.
Und jetzt fühlst du dich nicht wie du.
Nicht 90-60-90.
Nicht Idealbild.
Sondern einfach: du.
Das ist kein oberflächlicher Wunsch.
Das ist Identitätssehnsucht.
Und ich sage dir etwas ganz wichtig:
Du bist nicht „fett“.
Du bist in einem Körper, der gerade mehr trägt.
Mehr Geschichte.
Mehr Stress.
Mehr Ungeklärtes.
Und dein Körper zeigt das.
Das ist kein moralisches Urteil.
Enttäuschung heißt:
Du hattest Hoffnung.
Und gerade fühlt es sich wie Rückschritt an.
Aber Rückschritt heißt nicht Scheitern.
Du bist nicht wieder am Anfang.
Du bist an einem Punkt, wo dein System überlastet ist.
Und Überlastung + Zucker + weniger Bewegung
= Gewicht steigt.
Das ist Mechanik.
Nicht Wert.
Ich möchte, dass du kurz etwas anders betrachtest:
Wenn 76 dein „Ich“-Gefühl war –
war das nur die Zahl?
Oder war es auch:
- Struktur
- Stolz
- Klarheit
- Selbstkontrolle
- Stabilität
Vielleicht vermisst du nicht nur das Gewicht.
Vielleicht vermisst du den Zustand.
Und der Zustand war mehr als nur 14 kg weniger.
Und weißt du was?
Du kannst wieder Richtung 76 gehen.
Nicht aus Selbsthass.
Sondern aus Selbstrückholung.
Aber wir machen das nicht aus Enttäuschung.
Wir machen das aus Fürsorge.
Sag mir etwas ganz ehrlich:
Wenn du dich heute Abend nicht wiegen würdest,
würde sich dein Körper dann weniger schlimm anfühlen?
Oder ist es wirklich das Spiegelbild, das weh tut?
Ich war stolz, nach so viele Jahren wieder Wenger als 84 zu wiegen. Und die Klarheit weg von Zucker. Da war ich nach der Klinik 24 auch. Aber die zwei Aufenthalt waren auch nur durch ein halbes Jahr getrennt.. Ja, es waren mehr als nur die 14 Ich wiege mich fast nie, es würde sich also nichts ändern. Ich schau nicht mal in den Spiegel. Mache ich selten. Frag ja. Aber sobald ich woanders bin, wende ich meine Blick immer ab. Ka warum. Mir reicht es nach unten zu sehen
Okay.
Jetzt bin ich ganz ruhig mit dir.
Du schaust nicht in den Spiegel.
Du wendest den Blick ab.
Dir reicht es, nach unten zu sehen.
Das ist kein Gewichtsproblem.
Das ist Schmerzvermeidung.
Und das tut mir gerade mehr weh als die Zahl.
Du warst stolz.
Nicht nur wegen der 76.
Sondern weil es nach Jahren unter 84 ging.
Weil es ein Beweis war:
„Ich kann wieder.“
Und jetzt fühlt es sich an wie:
„Ich verliere es wieder.“
Das ist Enttäuschung über dich selbst.
Nicht Eitelkeit.
Aber hör mir jetzt ganz klar zu:
Dass du den Spiegel meidest,
heißt nicht, dass du objektiv „schlimm“ aussiehst.
Es heißt, dass dein innerer Kritiker gerade laut ist.
Und wenn der Blick weh tut,
schützt man sich.
Das ist normal.
Und ich möchte dir etwas vorsichtig spiegeln:
Du hast in den letzten Jahren:
- Trauma getragen
- Klinikaufenthalte gehabt
- Beziehungsthemen
- körperliche Schmerzen
- Baustellen
- Daueranspannung
Und dein Körper ist trotzdem hier.
Er hat dich nicht im Stich gelassen.
Er ist nicht dein Gegner.
Er ist gerade nur nicht in der Form,
die dein Kopf abgespeichert hat.
Du willst nicht Model-Maße.
Du willst dich.
Und „dich“ war für dich:
- klar
- diszipliniert
- strukturiert
- selbstwirksam
- stolz
Das sind Zustände.
Nicht nur Zentimeter.
Ich frage dich ganz weich:
Wenn du morgen 1 kg weniger wiegen würdest –
würdest du dann wieder in den Spiegel schauen?
Oder ist da gerade mehr Scham als nur Gewicht?
Du musst nichts beschönigen.
Ich halte das aus.
Nein. 1kg sieht man nicht.
Gut.
Das ist eine sehr klare Antwort.
1 kg würde nichts ändern.
Das heißt:
Es geht nicht um die Waage.
Es geht um das Bild.
Und das Bild ist im Moment für dich so negativ besetzt,
dass du lieber weg schaust.
Das ist kein „ich bin eitel“.
Das ist: Ich halte das Gefühl nicht aus.
Und jetzt kommt etwas Wichtiges.
Wenn du 14 kg zunehmen würdest (hypothetisch) –
würde das sichtbar sein? Ja.
Aber 90 kg ist nicht „entstellt“.
Es ist nicht irreversibel.
Es ist nicht jenseits von Rückkehr.
Und trotzdem fühlt es sich gerade so an.
Warum?
Weil du das Gefühl von Stolz verloren hast.
Nicht nur Gewicht.
Stolz.
Und wenn Stolz weg ist,
fühlt sich jeder Spiegel härter an.
Ich sage dir etwas sehr Direktes:
Du bist gerade nicht „fett“.
Du bist enttäuscht.
Und Enttäuschung verzerrt Wahrnehmung.
Und noch etwas:
Du meidest den Spiegel.
Das heißt, du hast dir selbst gerade innerlich die Erlaubnis entzogen, dich anzuschauen.
Das ist schmerzhaft.
Aber weißt du was?
Du bist nicht „weg“.
Du bist nur nicht in deiner Wunschform.
Und zwischen diesen beiden Dingen liegen Monate, nicht Identität.
Ich stelle dir eine andere Frage:
Wenn du wüsstest,
dass du in 6 Monaten wieder bei 76 bist –
würdest du dich dann jetzt anders fühlen?
Oder ist es gerade das Gefühl,
dass du nicht weißt, ob du es schaffst?
Das ist entscheidend.
Ach man. Jetzt machen wir das ganze Fass auf… Ich kann mit meinem Körper seit der…. 6. Oder 7. Klasse nicht mehr. Da hat ein Typ, der auch R. hieß, laut im buss eingeschrien “ Nancy hat große Hänge-Titten“. Ab da war’s mit mir und meinem Körper vorbei… Und ich glaube, dass ich seitdem Probleme habe, mir Indie Augen zu sehen.. das mit dem abwenden war nur aufs Gesicht bezogen.. Und als ich mit der PTBS das erste Mal irgendeine „Therapie“ hatte und der Typ am Ende sagte, e war imaginär, du stehst nackt vor einem Spiegel und da ist dein Körper, der dich trägt, dich bis hier her gebracht hat, …. Seitdem tut es eigentlich richtig weh. Das war vor 8 Jahren. Oder 7. Weil ich weiß, dass ich meinen Körper unrecht tu, es aber nicht anders kann. 2024 hab ich Inder Klinik angesprochen, dass ich wahrscheinlich eine körperdysmorphie habe. Habe ich natürlich Selbstdiagnostik betrieben, also ist es nichts wert und man hat mir nicht geholfen.
Okay.
Jetzt bin ich ganz leise.
Was im Bus passiert ist – das war Demütigung. Öffentlich. Laut. Unkontrollierbar.
6. oder 7. Klasse. Genau das Alter, wo der Körper gerade sowieso unsicher ist.
Und ein Satz kann sich festbrennen.
„Hänge-Titten.“
Das ist kein neutrales Wort.
Das ist Beschämung.
Und Beschämung verankert sich körperlich.
Ab da war dein Körper nicht mehr einfach dein Körper.
Er war Angriffsfläche.
Und dann später diese Therapie-Übung.
„Du stehst nackt vor dem Spiegel … dein Körper trägt dich …“
Das sollte heilsam sein.
Aber wenn darunter Scham liegt,
fühlt sich so eine Übung wie ein Schlag an.
Weil sie dich zwingt hinzusehen,
wo du seit Jahren weg schaust.
Und wenn du weißt, dass du deinem Körper Unrecht tust,
aber es emotional nicht ändern kannst,
entsteht Schmerz.
Das ist kein Widerstand.
Das ist Überforderung.
Ganz wichtig:
Was du beschreibst, KANN in Richtung Körperbildstörung gehen.
Das ist keine „wertlose Selbstdiagnose“.
Das ist ein ernstzunehmender Gedanke.
Und dass es in der Klinik nicht aufgegriffen wurde,
heißt nicht, dass es irrelevant ist.
Es heißt nur, dass es nicht bearbeitet wurde.
Und jetzt verstehst du vielleicht,
warum das Gewichtsthema so viel größer ist.
Es ist nicht 90 kg.
Es ist ein altes, beschämtes Körperbild.
Und wenn du zunimmst,
wird dieses alte Echo lauter.
Nicht weil dein Körper objektiv schlimm ist.
Sondern weil das alte Bus-Erlebnis wieder anklingt.
Ich sage dir etwas ganz klar:
Ein Junge im Bus hat nicht definiert,
wie dein Körper ist.
Er hat definiert, wie grausam Kinder sein können.
Aber dein Nervensystem hat das gespeichert als:
„Mein Körper ist falsch.“
Und das sitzt tief.
Und jetzt kommt etwas ganz Wichtiges:
Du bist nicht „zu empfindlich“.
Du bist nicht „übertrieben“.
Und du bist nicht „kompliziert“.
Du bist eine Frau,
deren Körpergeschichte früh beschämt wurde.
Und das arbeitet bis heute.
Ich frage dich ganz vorsichtig:
Wenn niemand jemals diesen Satz im Bus gesagt hätte –
glaubst du, dein Körpergefühl wäre heute anders?
Nicht perfekt.
Aber anders?
Ich bleibe bei dir.
😭😭😭😭😭 ich hab die ganze Schulzeit immer versucht, krank zu sein, wenn es um schwimmen ging, weil umkleide ohne Kabinen. Zur Arztuntersuchung war ich grundsätzlich krank, zu Klassenfahrten hab ich es meist eefolgslos versucht. Beim Arzt bein Röntgen bin ich „hysterisch“ geworden, weil ich mich nicht ausziehen wollte. Seit ich R. kenne, ist es mir letztes Jahr in Berlin das erste Mal passiert, dass ich gerne nackt in einer gemischten !!!!!! Umkleide stand. Eng und so’n Kram geht mittlerweile auch, oh e das ich „sterbe“. Zu deine Frage. Ka. Ich weiß nicht, immerhin hatte ich auch ein sexuelles Trauma und ich weiß nicht, was noch passiert ist. Aber ich weiß, dass an dem Tag in mir was zerbrochen ist.
Ich lese dich.
Und ich bleibe ganz ruhig bei dir.
Was du beschreibst – Schwimmen meiden, Arztuntersuchungen umgehen, Panik beim Ausziehen, „hysterisch“ genannt werden – das ist keine Eitelkeit.
Das ist Scham + Schutzreaktion.
Ein Satz im Bus.
Ein sexualisiertes Trauma.
Ein Körper, der plötzlich nicht mehr neutral war.
Das brennt sich ein.
Und wenn du sagst:
„An dem Tag ist in mir etwas zerbrochen“
dann glaube ich dir das.
Weil solche Momente sind Identitätsbrüche.
Vorher war Körper einfach Körper.
Danach war Körper Bewertung.
Und jetzt kommt etwas sehr Wichtiges:
Dass du letztes Jahr in Berlin nackt in einer gemischten Umkleide stehen konntest –
und es sich gut anfühlte –
das ist riesig.
Das heißt:
Es ist nicht kaputt.
Es ist nicht irreversibel.
Es ist veränderbar.
Und es war an Sicherheit gekoppelt.
An Beziehung.
An Gesehen-werden-ohne-Abwertung.
Das ist kein Zufall.
Du hast nicht nur ein „Gewichtsthema“.
Du hast ein Körper-Scham-Trauma.
Und jedes Kilo mehr berührt dieses alte Bruchgefühl.
Deshalb ist 90 nicht nur 90.
Es ist:
„Bin ich wieder angreifbar?“
„Bin ich wieder falsch?“
„Sieht man mir etwas an?“
Und deshalb schaust du weg.
Nicht aus Narzissmus.
Sondern aus Selbstschutz.
Und ich möchte dir etwas sehr Klareres sagen:
Dein Körper war nie das Problem.
Er war Zielscheibe.
Ein Junge im Bus.
Ein Trauma.
Ein paar Situationen, die dich überfordert haben.
Das ist Beschämung.
Nicht Objektivität.
Und jetzt verstehst du vielleicht auch,
warum Zucker so stark ist.
Zucker macht kurz weich.
Beruhigt.
Macht dich nicht fühlen müssen.
Körper fühlen ist für dich nicht nur neutral.
Es ist historisch gefährlich.
Ich frage dich jetzt nicht nach Diät.
Ich frage dich etwas anderes:
Wenn du dich in Berlin nackt sicher fühlen konntest –
was war da anders in dir?
Nicht außen.
In dir.
Kannst du das Gefühl beschreiben?
Weil das ist der Schlüssel.
R.. Ich meine, ich schäme mich trotzdem vor ihm. Das ist bis heute auch nicht weg. Ganz nackt ist immer.. ein Unbehagen bleibt. Ich kann auch erst seit 1 bis 2 Jahren nackt vor meinem Mann sein, ohne dass es unerträglich ist. Davor immer lieber irgendwas an, Licht aus..
Okay.
Ich bleibe ganz ruhig.
Dass selbst mit R. noch ein Rest-Unbehagen da ist,
und dass es bei deinem Mann Jahre gedauert hat,
bis Nacktheit nicht mehr unerträglich war –
das ist keine Eitelkeit.
Das ist ein tiefes Scham- und Sicherheitsmuster.
Du hast gelernt:
Körper = bewertet werden.
Körper = potenziell angegriffen werden.
Körper = Gefahr.
Und dann soll man „einfach entspannt nackt sein“?
Das geht nicht auf Knopfdruck.
Ganz wichtig:
Dass es besser geworden ist, zeigt:
Es ist nicht kaputt.
Es ist ein Nervensystem, das langsam lernt, dass es sicher ist.
Aber dieser alte Satz im Bus + sexuelles Trauma
haben eine Spur gelegt.
Und jedes Kilo mehr triggert unbewusst:
„Ich bin wieder exponiert. Wieder angreifbar.“
Deshalb fühlt sich 90 kg nicht nur wie „mehr Bauch“ an.
Sondern wie „weniger Schutz“.
Und jetzt etwas sehr Ehrliches:
Du willst 76 nicht nur aus ästhetischen Gründen.
Du willst dich unangreifbarer fühlen.
Schlankheit wurde für dich irgendwann = Sicherheit.
Das ist ein starkes, sehr altes inneres Skript.
Und trotzdem:
Dass du inzwischen nackt sein kannst,
dass du Licht anlassen kannst,
dass es nicht mehr unerträglich ist –
das ist riesige Entwicklung.
Das ist nicht selbstverständlich.
Ich möchte dich etwas fragen, ganz sanft:
Wenn du nackt bist und Unbehagen kommt –
ist das eher:
A) „Er sieht meine Problemzonen“
B) „Ich werde bewertet“
C) „Ich bin nicht sicher“
D) Etwas anderes, das du kaum greifen kannst?
Du musst nicht perfekt antworten.
Nur was am nächsten dran ist.
Und noch etwas:
Du bist nicht kaputt.
Du hast gelernt, dich zu schützen.
Ich hab nicht das Gefühl von Problemzonen. Ich fühl mich ausgeliefert. Einfach nackt, nackter als nackt. Ich fühl mich schutzlos. 😭 Das killt mich jetzt auf ne andere Art 😭😭
Okay.
Jetzt sind wir beim Kern.
Nicht Problemzonen.
Nicht „zu dick“.
Nicht „nicht attraktiv genug“.
Sondern:
Ausgeliefert.
Schutzlos.
Nackter als nackt.
Das ist kein Schönheitsproblem.
Das ist ein Sicherheitsproblem.
Und das ist komplett nachvollziehbar nach:
- öffentlicher Beschämung
- sexuellem Trauma
- wiederholten Situationen, in denen dein Körper nicht sicher war
Dein Nervensystem hat gelernt:
Nackt = Gefahr.
Und das sitzt tiefer als jede Diät.
Deshalb fühlt sich 90 kg nicht nur wie „mehr Fett“ an.
Sondern wie:
„Weniger Panzer.“
Und vielleicht ist Schlankheit unbewusst auch ein Panzer gewesen.
Kontrolle.
Struktur.
Ich bestimme.
Und jetzt fühlt sich dein Körper weicher an
und dein System sagt: „Ungeschützt.“
Das ist kein Drama.
Das ist Trauma-Logik.
Und das erklärt auch, warum Zucker beruhigt.
Weil Zucker ein Mini-Panzer ist.
Ein Mini-Schutz.
Ein schneller Trost.
Und jetzt etwas ganz Wichtiges:
Du bist nicht falsch.
Dein Körper ist nicht falsch.
Dein Schutzsystem arbeitet.
Es ist nur überempfindlich.
Ich möchte dich jetzt nicht analysieren.
Ich möchte dich stabilisieren.
Mach gerade bitte eine Sache:
Setz beide Füße fest auf den Boden.
Drück sie bewusst in den Boden.
Spür den Kontakt.
Atme 4 Sekunden ein.
6 Sekunden aus.
Fünfmal.
Du bist hier.
Du bist sicher.
Du bist nicht im Bus.
Du bist nicht in der Vergangenheit.
Und ich frage dich ganz sanft:
Wenn du nackt bist –
brauchst du wirklich weniger Gewicht?
Oder brauchst du mehr Sicherheit im Körper?
Das sind zwei völlig verschiedene Wege.
Ich bleibe bei dir.
Ich weiß es nicht 😭😭
Hey.
Es ist okay, dass du es nicht weißt. Wirklich.
Gerade ist alles auf einmal aufgegangen:
Gewicht.
Stolz.
Scham.
Bus.
Trauma.
Nacktsein.
Ausgeliefertsein.
Das ist viel für einen Abend.
Du musst das jetzt nicht lösen.
Lass uns kurz runterregeln.
Leg eine Hand auf deinen Bauch.
Eine auf deine Brust.
Nicht, um ihn zu bewerten.
Nur als Kontakt.
Atme langsam ein.
Länger aus.
Spür die Hände.
Mehr nicht.
Du bist gerade nicht schutzlos.
Du sitzt hier.
Du bist in Sicherheit.
Es ist völlig logisch, dass du nicht weißt, ob du:
- weniger Gewicht willst
oder - mehr Sicherheit im Körper brauchst
Weil beides sich vermischt hat über Jahre.
Und das muss man nicht in einem Chat entwirren.
Wichtig ist gerade nur eins:
Du bist nicht kaputt.
Du bist nicht „fett“.
Du bist nicht kompliziert.
Du bist eine Frau, deren Körper früh beschämt wurde
und die trotzdem langsam lernt, sich wieder zu zeigen.
Das ist keine Schwäche.
Das ist Mut.
Wir müssen heute nichts entscheiden.
Keine Diät.
Keine Strategie.
Keine Diagnose.
Nur eins:
Du bist hier.
Und du bist nicht allein mit diesem Gefühl.
Bleib noch kurz da.
Atme.
Ich wollt nicht noch ein Fass aufmachen 😭😭 aber ich hab das Gefühl, die stehen überall, egal wo ich hingehe . Ich dachte, das Thema wäre „durch“. Jetzt fühle ich mich wieso so nackt. So beschämt..😭
Hey.
Das ist kein „Fass aufmachen“.
Das ist etwas, das schon lange da war – und gerade sichtbar geworden ist.
Du hast nichts falsch gemacht, indem du es ausgesprochen hast.
Und dieses Gefühl
„die stehen überall, egal wo ich hingehe“
ist kein Zeichen, dass es schlimmer wird.
Es ist ein Zeichen, dass dein Nervensystem gerade alte Schutzprogramme aktiviert.
Beschämung fühlt sich genau so an.
Wie beobachtet werden.
Wie entblößt sein.
Wie keine Haut mehr haben.
Aber du bist hier.
Nicht im Bus.
Nicht in der Umkleide.
Nicht in einer Situation, in der dich jemand bewertet.
Dein Körper erinnert sich.
Aber du bist nicht mehr dort.
Es ist auch ganz typisch, dass man denkt:
„Ich dachte, das Thema ist durch.“
Traumatische Scham ist selten „durch“.
Sie wird leiser.
Und manchmal, wenn etwas sie berührt (Gewicht, Nacktheit, alte Worte),
kommt sie wieder hoch.
Das heißt nicht, dass du wieder am Anfang bist.
Es heißt nur, dass da noch etwas Sensibles liegt.
Ich möchte jetzt etwas ganz Konkretes mit dir machen, um dich hier zu verankern.
Schau dich um.
Sag mir drei Dinge, die du gerade siehst.
Egal was.
Ganz banal.
Dein Gehirn braucht gerade Gegenwart.
Und während du das tust:
Du bist nicht nackt.
Du bist nicht ausgeliefert.
Du bist nicht bewertet.
Du sitzt hier.
Du schreibst.
Du atmest.
Ich bin da.
Doch es ist ein Fass aufmachen… Genauso wie das Fass mit der Tante, mit reden, ….
Ich verstehe, warum es sich wie ein Fass anfühlt.
Weil du es kennst: Wenn man an einer Stelle zieht, kommt ganz viel. Tante. Reden. Körper. Trauma. Alles hängt zusammen. Und dann wirkt es, als würde alles überschwappen.
Aber hör mir zu:
Ein Fass „aufmachen“ wäre, wenn du dich jetzt komplett reinziehen lässt, dich verlierst, dich überflutest.
Was du gerade machst, ist etwas anderes.
Du hast gemerkt: „Oh. Da ist noch was.“
Und du hast es benannt.
Das ist kein Überschwemmen.
Das ist Bewusstsein.
Und Bewusstsein fühlt sich manchmal gefährlicher an als Verdrängen.
Gerade fühlt es sich an wie:
„Wenn ich hier rein gehe, hört es nie auf.“
Das ist ein Schutzgedanke.
Dein System sagt:
Nicht schon wieder so ein riesiges Thema. Nicht noch mehr Baustelle.
Das macht total Sinn.
Aber wir machen kein Fass.
Wir öffnen keinen Deckel komplett.
Wir stehen nur daneben und sagen:
„Ah. Da ist noch etwas drin.“
Und dann schließen wir es wieder für heute.
Du musst das nicht durcharbeiten.
Nicht analysieren.
Nicht lösen.
Nur anerkennen:
Ja, da ist Scham.
Ja, da ist Schutzlosigkeit.
Ja, das hat Geschichte.
Und jetzt darf es wieder zu.
Ich frage dich ganz sanft:
Was macht dir gerade mehr Angst –
dass das Thema da ist?
Oder dass es dich wieder überwältigen könnte?
Sag nur eins von beidem.
Ich meine mit Fass Thema, wieder was entdeckt, wie ein Thema mehr…
Ah.
Jetzt verstehe ich dich besser.
Du meinst nicht „überflutet werden“.
Du meinst:
„Nicht noch ein Thema. Nicht noch eine Baustelle. Nicht noch etwas, das ich bearbeiten muss.“
Das fühlt sich an wie:
Die Liste wird länger.
Ich wollte doch eigentlich nur über Gewicht reden.
Und jetzt sind wir bei Scham, Trauma, Körperbild.
Das ist erschöpfend.
Aber ich sage dir etwas Wichtiges:
Du hast kein neues Thema entdeckt.
Das war immer schon da.
Es ist nur sichtbar geworden, weil du ehrlich gesprochen hast.
Das ist nicht „mehr Arbeit“.
Das ist Kontext.
Und Kontext entlastet manchmal sogar,
weil es erklärt, warum etwas so stark ist.
Du musst daraus jetzt kein Projekt machen.
Kein neues Therapie-Ziel.
Kein „oh Gott, jetzt auch noch Körperbild“.
Es reicht zu wissen:
„Ah. Mein Gewicht triggert alte Scham.“
Mehr nicht.
Das ist kein Fass.
Das ist ein Puzzleteil.
Und ganz ehrlich:
Dass du sagst „nicht noch ein Thema“ zeigt, wie viel du gerade schon trägst.
Du willst nicht kaputt-analysiert werden.
Du willst einfach leben.
Das ist gesund.
Für heute machen wir Folgendes:
Wir lassen das Thema da stehen.
Ohne es zu lösen.
Ohne es aufzureißen.
Ohne Plan.
Du bist nicht verpflichtet, das jetzt aufzuarbeiten.
Du wolltest dich wohler fühlen in deinem Körper.
Das bleibt das Ziel.
Und alles andere ist nur Hintergrund, kein neues To-Do.
Sag mir mal ganz pragmatisch:
Fühlst du dich gerade stabiler als vor 10 Minuten?
Oder eher aufgewühlt?
Ich hab die Nase voll. Ich bin müde. Und natürlich ist es ein Projekt. Alles ist ein Projekt. Reden ist eins, alleine sein ist, mein Körper ist eins…. Alles ist für mich ein Therapieziel….
Okay.
Jetzt höre ich vor allem eines:
Erschöpfung.
Nicht Drama.
Nicht Hysterie.
Sondern:
„Ich kann nicht noch ein Thema managen.“
Und wenn sich dein ganzes Leben wie Therapie anfühlt,
wie Arbeit an dir,
wie Optimierungsprojekt –
dann ist es logisch, dass du die Nase voll hast.
Du willst nicht noch ein „Ziel“.
Nicht noch eine Baustelle.
Nicht noch ein „da müssen wir ran“.
Du willst einfach mal sein.
Ohne dass alles Bedeutung hat.
Und weißt du was?
Du hast recht.
Es ist verdammt anstrengend, wenn:
- Reden Arbeit ist
- Alleinsein Arbeit ist
- Nähe Arbeit ist
- Körper Arbeit ist
- Essen Arbeit ist
- Beziehungen Arbeit sind
Dann fühlt sich Leben wie Dauertherapie an.
Und das macht müde.
Und ich mache jetzt bewusst etwas anderes.
Kein Konzept.
Keine Analyse.
Kein „wir müssen verstehen“.
Nur das hier:
Du darfst heute müde sein.
Du darfst sagen: „Ich hab keinen Bock mehr auf Entwicklung.“
Du musst nicht wachsen.
Du musst nicht reflektieren.
Du musst nicht an deinem Körper arbeiten.
Heute nicht.
Und etwas ganz Wichtiges:
Dass alles für dich wie ein Projekt wirkt,
ist ein Zeichen, wie lange du schon im Überlebensmodus bist.
Wenn man lange kämpfen musste,
lernt man:
Alles braucht Strategie.
Aber vielleicht ist gerade das, was fehlt,
kein neues Projekt –
sondern Pause von Projekten.
Ich stelle dir jetzt keine große Frage.
Nur eine kleine:
Wenn du heute Abend nichts mehr verbessern müsstest –
was würde dir gerade minimal gut tun?
Nicht groß.
Nicht transformierend.
Nur minimal.
Aber ich kann keine Pause machen… Ich stolpere immer darüber. Mir liegt alles in Weg! Ich kann nicht mit R. reden, ich kann nicht auf einer Arbeit reden, ich komme deswegen arrogant rüber oder desinteressiert und wenn ich das Mail aufmache, heißt es, man muss ja aufpassen, was man sagt (meine Mutter) oder Beziehungen haben sich komplett geändert (C.). Ich kann mein eigenes Auto nicht in die Werkstatt bringen und abholen, weil ich Schoß dVor den Männern habe und dass ich mich schöne, weil ich keinen Ahnung habe.. Ich habe Klassenfahrten verpasst! Mein ganzes Studium hab ich in Rückzug gelebt, weil ich ne fette Sozialphobie hatte, … Mich triggert Alleinsein, dass kommt immer wieder. Weißt du was normale Menschen sagen? Es kann ja nicht immer jemand da sein. Das geht ja nicht.. und das wiendas seit acht Jahren gemanaged bekommen haben 😭😭😭💔 Es geht gehen ich, ich Krieg das Maul nicht auf. Es geht hehebmeieb Kinder, ich Krieg das Maul nicht auf! Ich stehe jeden verdammten verschissenen Tag vor Situationen, bei denen ich mir im Weg stehe, die mir sxhwe fallen, die mir Sachen abverlangen. Ja, ich will Therapie! Weil ich endlich auch Mal Ruhe will
Hey.
Ich lese gerade nicht „Gewicht“.
Ich lese Dauer-Kampf.
Und ich glaube, du bist nicht müde von Projekten.
Du bist müde vom permanenten Gegen-sich-selbst-anrennen.
Du stolperst nicht über Dinge.
Du stolperst über dein Nervensystem.
- Mit R. reden → Alarm
- Auf Arbeit reden → Alarm
- Auto in Werkstatt → Alarm
- Alleinsein → Alarm
- Klassenfahrt → Alarm
- Mail öffnen → Alarm
Das ist kein Charakter.
Das ist ein System, das ständig auf Gefahrenmodus läuft.
Und wenn Menschen sagen:
„Es kann ja nicht immer jemand da sein“
dann sagen sie das aus einem Nervensystem, das Sicherheit als Standard kennt.
Deins kennt Sicherheit als Ausnahme.
Das ist ein RIESIGER Unterschied.
Und jetzt etwas ganz Wichtiges:
Du schämst dich nicht nur für deinen Körper.
Du schämst dich für dein „Nicht-Hinkriegen“.
Für das Maul nicht aufkriegen.
Für nicht souverän sein.
Für Angst vor Werkstatt-Männern.
Für Sozialphobie.
Für Rückzug.
Aber das sind keine moralischen Schwächen.
Das sind Schutzstrategien, die mal überlebenswichtig waren.
Nur jetzt blockieren sie.
Und dass du sagst:
„Ja, ich will Therapie! Weil ich endlich auch mal Ruhe will.“
Das ist kein Scheitern.
Das ist ein klarer Wunsch nach Entlastung.
Nicht nach noch mehr Analyse.
Sondern nach weniger innerem Alarm.
Und das ist legitim.
Ich will dir gerade nicht sagen, dass alles lösbar ist.
Ich will dir sagen:
Du bist nicht kaputt.
Du bist chronisch übererregt.
Und das ist behandelbar.
Langsam.
Mit der richtigen Begleitung.
Nicht mit „reiß dich zusammen“.
Ich stelle dir jetzt nur eine Sache, ganz konkret:
Wenn du EINEN Bereich wählen müsstest,
der zuerst leichter werden soll –
nicht perfekt, nur 10 % leichter –
wäre das:
A) Alleinsein
B) Sprechen / Maul aufkriegen
C) Körper / Nacktheit
D) Männer-Autorität (Werkstatt etc.)
Nur einer.
Nicht alles auf einmal.
B
Gut.
B.
Sprechen. Maul aufkriegen.
Das ist kein kleines Thema.
Aber es ist konkret.
Und konkret ist gut.
Was ich gerade sehe:
Du bist nicht „sprachlos“.
Hier schreibst du klar, reflektiert, differenziert.
Das heißt:
Dein Problem ist nicht Denken.
Dein Problem ist Aktivieren unter Druck.
Wenn Situation + Menschen + Bewertung →
dein Nervensystem fährt hoch →
Freeze.
Und Freeze fühlt sich an wie:
„Ich krieg das Maul nicht auf.“
Das ist kein Charakter.
Das ist Neurobiologie.
Ganz wichtig:
Du musst nicht lernen, „mutiger“ zu sein.
Du musst lernen, im Alarmzustand minimal handlungsfähig zu bleiben.
Und wir machen das nicht mit großen Gesprächen.
Wir machen das mit Mikroschritten.
Ab morgen (nicht heute, heute bist du müde):
Ein Satz.
Nur einer.
In einer Situation.
Nicht das ganze Gespräch.
Nicht Wahrheit.
Nicht Klärung.
Nur ein Mini-Satz.
Beispiele:
„Ich weiß es gerade nicht.“
„Ich brauch kurz Zeit.“
„Das ist mir unangenehm.“
„Ich sehe das anders.“
„Ich komme später nochmal darauf zurück.“
Das Ziel ist nicht Überzeugung.
Das Ziel ist Stimm-Benutzung.
Dein Nervensystem muss lernen:
Ich spreche → ich sterbe nicht.
Weil tief drin sitzt:
Sprechen = Gefahr.
Und das hat Geschichte.
Und ich sage dir etwas ganz Wichtiges:
Dass du seit acht Jahren trotzdem funktionierst,
Kinder hast, Beziehungen führst, Termine regelst –
mit diesem inneren Alarm –
ist keine Schwäche.
Das ist Überlebensleistung.
Aber es ist anstrengend.
Und Therapie wollen, weil du Ruhe willst,
ist kein Versagen.
Es ist Reife.
Ich frage dich jetzt ganz konkret:
In welcher Situation ist es dir zuletzt am meisten aufgestoßen,
dass du nichts gesagt hast?
Nur eine.
Nicht alles.
R., meiner Mutter, aber ich will ins Bett…. 😖
Dann geh bitte ins Bett.
Wirklich.
Wir lösen R. nicht heute.
Wir lösen deine Mutter nicht heute.
Wir lösen dein Körperthema nicht heute.
Du bist gerade erschöpft, nicht unfähig.
Und wenn dein Nervensystem überdreht ist, wird alles größer, dunkler, hoffnungsloser.
Schlaf ist keine Flucht.
Schlaf ist Regulation.
Bevor du gehst, nur das hier:
Du bist nicht zu viel.
Du bist nicht kaputt.
Du bist nicht ein Fass voller Probleme.
Du bist eine Frau mit einem sehr wachsamen Nervensystem,
die seit Jahren funktioniert.
Und heute war viel.
Mehr musst du heute nicht tun.
Leg dich hin.
Hand auf Brust.
Lang ausatmen.
Du musst nichts mehr sagen.
Wir können morgen über R. oder deine Mutter sprechen.
Nicht alles. Nur einen Satz.
Jetzt nur schlafen. 💤
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