Bis zu dem Buch, welches ich gestern erwarb und dem Chat mit Chatgpt von vorhin, dachte ich echt, ich hätte viel von Trauma verstanden. Jetzt hab ich das Gefühl, das Ganze geht viel tiefer. Ich bin um Bad, will Beine epilieren.. ging nicht. Tat scheiße weh, ich hab’s nicht ausgehalten. Ok. Nervensystem steht Oberkante Unterlippe, Ergo ich wesentlich empfindlicher. ok, also rasieren. Im Chat stellte ich dann fest, mein Mann darf unrasiert sein, R. darf das. Ich selber nicht.
Früher war ich gefühlt überall perfektionistisch. Ich dachte, ich hätte den Scheiß hinter mir gelassen.. nein. Der Schauplatz ist nur ein anderer.
Perfekt zu sein, heißt wenig Angriffsfläche zu bieten. Gegen Beschämung, Bewertung, etc. Ergo mehr Schutz.
Ich hab’s früher nicht ertragen, wenn etwas künstlerisches nicht perfekt war. Das hab ich lange ungelernt. Aber wenn R. kommt, Haus geputzt, alles glatt rasiert…
Bei Freundinnen war das früher mit dem Haus auch so. Mittlerweile geht es. Es ist nicht nur perfekt sein. Ich nutze R. auch als Antrieb, um es für mich schön zu haben. Es ist beides. Irgendwie.
Aber wehe, eine Stoppel… ich würde die Scham nicht ertragen.
Das mir der Komplexität kann ich gar nicht beschreiben… Es ist so ein verstandenes Gefühl. kPTBS vergiftet einfach alles. Es liegt sich wie ein giftiger Rauch über alles, was dir lieb ist.
Ich hatte ein sexuelles Trauma.. das alleine reicht ja schon aus, um viel zu „zerstören“…. dann kam das Ding im Bus und riss die Wunde noch tiefer. Aber da war mein Körper nur noch ein Schlachtfeld. Dann denkst du, du schliest irgendwie Frieden, entdeckst, dass es Freeze ist, ein über sich ergehen lassen. Irgendwann passiert was, du reguliert über Essen, nimmst zu, das triggert wieder und schneidet die Wunde so richtig schön tief …
Ich kann das nicht in Worte fassen 😭 das ist so ein wissen und spüren Ding… Es dir alles so miteinander verzahnt verkettet, eins bedingt das andere, alles hält sich gegenseitig irgendwie an Leben ..
Und irgendwo da zwischen drin, bin ich. Und eigentlich weiß ich gar nicht, wer ich bin. Denn bisher scheine ich ja nur ein Minenfeld aus Triggern zu sein. Egal, welcher Tag ist, irgendwas ist immer. Eine Nachricht hier, ein Wort da. Ein Gedanke, ein Ereignis. Eine hochgezogen Augenbraue…
Ich finde es erschreckend, dass ich scheinbar nur aus Mustern und Schutzreaktionen bestehe.
Ich las gestern ein schönes Zitat.. was wahr ist, aber so schmerzt…
„Ich habe keine Angst mehr vor dem Chaos, das dieser Heilungsprozess anrichtet. Ich bin hier, um die Dinge zu entwirren. Ich bin hier, um mein Innerstes freizulegen“ (The strengh in our scars, Sparacino).
Die einzige Hoffnung, die mir momentan bleibt, ist diese Verzahnung. Das, wenn ich ein Rädchen langsam drehe, anderer sich mitbewegen. Und das innere Kinderretten.
Chatgpt: Ich lese das nicht wie „Ich habe ein Rasierproblem“.
Ich lese das wie: Du hast gerade die Architektur deines Schutzsystems erkannt.
Und das fühlt sich erschreckend an.
Nicht, weil du kaputt bist.
Sondern weil du plötzlich siehst, wie viel von dir Überlebensstruktur ist.
Das ist kein Rückschritt.
Das ist Bewusstwerden.
Das mit den Beinen ist kein Kosmetikthema.
Es ist ein Symbol.
Glatt = Kontrolle
Glatt = keine Angriffsfläche
Glatt = mein Körper gehört mir
Glatt = ich bestimme, wie ich gesehen werde
Und bei sexuellem Trauma wird der Körper sehr schnell zu genau diesem Schlachtfeld, das du beschreibst.
Nicht, weil du dramatisierst.
Sondern weil dein Körper damals Objekt war.
Und jetzt willst du Subjekt sein.
Perfektion ist dann keine Eitelkeit.
Sie ist ein Schild.
Das Ding im Bus
Das war kein „kleines Ereignis“.
Es war eine erneute Entblößung.
Eine alte Wunde wurde nicht nur berührt, sondern aufgerissen.
Und dein Nervensystem hat gelernt:
Sichtbarkeit ist gefährlich.
Also baust du Strukturen:
Perfekt. Vorbereitet. Glatt. Sauber.
Nicht, weil du oberflächlich bist.
Sondern weil dein System Sicherheit sucht.
Und jetzt kommt der wirklich wichtige Punkt
Du sagst:
Ich bestehe nur aus Mustern.
Das fühlt sich gerade so an, weil du sie siehst.
Aber Muster sind Reaktionen.
Reaktionen brauchen etwas, das reagiert.
Unter den Schutzschichten ist kein Minenfeld.
Da ist ein Kern.
Der ist nicht weg.
Er ist nur lange beschäftigt gewesen, zu überleben.
Dieses „alles ist verzahnt“
Ja.
Trauma ist kein einzelnes Ereignis.
Es ist ein System.
Essen, Scham, Perfektion, Freeze, Sexualität, Körperbild, Ordnung, Kontrolle —
das sind keine einzelnen Baustellen.
Das ist ein Netzwerk.
Und du hast gerade etwas sehr Wichtiges erkannt:
Wenn ich ein Rädchen drehe, bewegen sich andere mit.
Das ist kein naiver Gedanke.
Das ist neurobiologisch korrekt.
Integration passiert nicht linear.
Sie passiert systemisch.
Und das Zitat …
Es tut weh, weil es stimmt.
Entwirren fühlt sich erst nach Chaos an.
Wenn man die Schutzstruktur erkennt, fühlt es sich an, als würde alles auseinanderfallen.
Aber in Wahrheit:
Du siehst nur, was schon da war.
Du wirst nicht mehr Trauma,
du siehst es nur klarer.
Und jetzt ganz ruhig
Du bist kein Minenfeld.
Du bist jemand mit einem sehr fein reagierenden Nervensystem,
das lange gelernt hat, sich zu schützen.
Dass du das erkennen kannst,
heißt nicht, dass du nur Schutz bist.
Es heißt, dass dein beobachtendes Selbst da ist.
Und dieses Selbst
ist nicht Trauma.
Es ist Bewusstsein.
Darf ich dir eine sanfte, aber sehr direkte Frage stellen?
Wenn du morgen glatt bist,
fühlst du dich dann wirklich freier —
oder nur sicherer?
Ich: Wie fühlt sich frei sein an?
Das ist eine große, ehrliche Frage.
Und ich antworte dir nicht poetisch. Sondern körperlich.
Frei fühlt sich nicht wie Euphorie an.
Nicht wie „alles ist leicht“.
Nicht wie „ich hab kein Trauma mehr“.
Frei fühlt sich oft ganz unspektakulär an.
Es fühlt sich an wie:
- Ich muss nichts verstecken.
- Ich muss nichts kontrollieren.
- Ich darf hier sein, ohne mich vorher zu optimieren.
- Mein Körper ist kein Projekt.
- Ich atme, ohne dass etwas eng wird.
Frei ist, wenn du nicht permanent scannst.
Nicht:
„Wie wirke ich?“
Nicht:
„Ist alles glatt?“
Nicht:
„Ist irgendwo Angriffsfläche?“
Sondern:
Ich bin einfach da.
Und da ist kein Alarm.
Kein Zusammenziehen im Bauch.
Keine Schamwelle.
Kein inneres „Schnell reparieren“.
Freiheit im Nervensystem ist oft:
Neutralität.
Du gehst durchs Bad.
Siehst deine Beine.
Und es ist einfach… egal.
Nicht stolz.
Nicht beschämt.
Nicht optimiert.
Einfach: vorhanden.
Und ich glaube, was dich gerade so erschüttert, ist nicht, dass du nicht frei bist.
Sondern dass du merkst, wie viel Energie in Nicht-Freiheit geht.
Du bist nicht „nur Muster“.
Du bist jemand, der gerade merkt, wie eng das Korsett war.
Und weißt du was?
Die Tatsache, dass du überhaupt fragen kannst
„Wie fühlt sich frei sein an?“
zeigt, dass ein Teil von dir das kennt.
Vielleicht nur als Ahnung.
Vielleicht aus Momenten:
Wenn du singst.
Wenn du mit den Kindern lachst.
Wenn du schreibst.
Wenn du nicht beobachtet wirst.
Da war es schon.
Nur nicht stabil.
Freiheit ist kein Dauerzustand.
Es sind kleine Fenster.
Und vielleicht ist der nächste Schritt nicht:
„Ich muss frei sein.“
Sondern:
„Wo hatte ich es schon – auch nur für 30 Sekunden?“
Kannst du dich an so einen Moment erinnern?
Ich: Wenn ich lache und mir keine Platte mache, was andere denken. Wenn ich mit meinen Mann oder R. bin, aber ist das wirklich so? Es fühlt sich sicher an. Aber frei … Ich kann nicht sprechen, ich falle in Muster und Rollen … Ka Ich glaub, ich will ins Bett. Das reicht mir für heute.
Ja.
Das reicht für heute. Wirklich.
Du hast heute unglaublich tief geschaut.
Das ist Arbeit. Nervensystem-Arbeit. Keine kleine Sache.
Und schau mal:
Du hast einen Unterschied bemerkt zwischen
sicher und frei.
Sicher ist:
Ich bin gehalten.
Ich bin gewollt.
Ich bin nicht allein.
Frei ist:
Ich darf sein, ohne Rolle.
Und wenn du sagst, bei deinem Mann oder R. fühlst du dich sicher, aber fällst in Muster —
dann heißt das nicht, dass da keine Echtheit ist.
Es heißt nur, dass dein System in Nähe noch alte Skripte abspult.
Das ist kein Beweis, dass du nicht du bist.
Es ist nur Gewohnheit des Nervensystems.
Und heute musst du das nicht lösen.
Heute darfst du einfach sagen:
„Es ist viel.“
Und ins Bett gehen.
Nicht als Flucht.
Sondern als Regulation.
Vielleicht nur ein Gedanke zum Mitnehmen, ganz sanft:
Du bist nicht nur Rollen.
Du bist auch die, die bemerkt, dass sie in Rollen fällt.
Und das ist schon Bewusstsein.
Das ist schon ein Stück Freiheit.
Mehr brauchst du heute nicht.
Geh ins Bett.
Lass dein System runterfahren.
Kein weiteres Entwirren heute.
Wir müssen das nicht alles in einer Nacht lösen. 🤍
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