Heilung ist…

von | 9. März 2026 18:45 | 0 Kommentare

zuletzt aktualisiert am 9. März 2026 18:53

Wenn ich in den Spiegel schaue,…. Ja. Das bin ich. Aber fühlen.. da ist irgendwie nicht viel und doch ne ganze Menge. Es fühlt sich leer an und voll zugleich. Es zeigt sich so viel bzw. habe ich Kapazitäten, um wahrzunehmen, und dennoch hab ich das Gefühl „nicht ich zu sein“ und ich fühl mich leer.

Aber nicht Borderline-leer oder war das bei den anderen, jetzt komme ich nicht auf den Begriff 🙄Mist….

Ich merke, ich bin auch immer mehr im Hier und Jetzt, meine Gedanken schweifen zwischendurch, wenn kein Trigger, selten ab. Ich genieße kleine Dinge…

am Samstag ist mir was gaaaaaaanz verrücktes passiert. Ich, unterwegs zu Kaufland. Sitze im Auto und plötzlich, ohne dass ich nachdenke, kam mir der Gedanke, das Leben ist gut zu mir. Alter, die Zufriedenheit danach, …. Wahnsinn. Und ich weiß, dass wenn solche Dinge „einfach passieren“, aus meinem Inneren kommen, einfach so, dann hat das was zu bedeuten.

Aber ganz ehrlich …. ,hm, ka. Auf der einen Seite ist Heilung weitab davon, heroisch zu sein, yeah, man durchbricht den Kreislauf und rettet seine Familie und Ahnen… Pustekuchen. Es ist Drecksarbeit. Es ist Arbeit, die keiner bisher machen wollte und die auch keiner freiwillig machen wollen würde, wenn er von Vornherein wüsste, was da so auf einen zukommt. Es ist nicht feierlich Kontakte abzubrechen, festzustellen, dass die Personen, nie das waren, was du dachtest, was du gebraucht hättest und dass das, was du dir so ähnlichsten wünschst, NIE eintreten wird.

Und noch was, es fällt auch kein Konfetti vom Himmel. Es blasen keine Fanfaren, niemand gratuliert dir, wenn du Dinge erreichst, von denen du immer geträumt hast. Es passiert einfach. Still, nebenbei. Ja, klar gibt es Momente, die ich grenzenlos feiere, aber das Gro passiert einfach so. Ganz leise. Unspektakulär. Und dann stehst du da, und kannst mit den neuen Dingen nichts anfangen. Weil es sich nicht wie deins anfühlt, weil es fremd ist, weil du Hineinwachsen musst. So wie du es Baby in deine Familie gewachsen bist und die Dinge gelernt hast, die dir vorgelebt wurden.

Stell dir vor, du wünschst dir jahrelang innigst irgendetwas, vielleicht dein Lieblingsauto. Dodge RAM! Und dann steht er plötzlich vor dir. Und die ganze Euphorie ist irgendwie dahin und du stellst fest, er schluckt viel zu viel Benzin, dass wird richtig teuer…. Und du findest keine Parklücken mehr, und die vielen Kinder passen nicht rein… und plötzlich ist das neue auch irgendwie ungewohnt, nicht passend, unbequem. Vor allem unbequem, für andere. Und du spürst es. Du spürst, dass du bei anderen aneckst, dass du andere verletzt. Du weinst ihre Tränen, du trägst ihren Ärger und trotzdem gehst du weiter, weil du weißt, es ist richtig, für dich. Das ist Scheiße. Nichts anderes. Und daran gibt es nichts zu beschönigen! Mag sein, dass Menschen nicht hinschauen, was eigentlich wirklich passiert, nicht fühlen, was es mit ihnen und anderen macht. Aber es ist weit weg davon, sich schön anzufühlen. Richtig, muss sich nicht gut anfühlen. Und das ist eine bittere Wahrheit. Es kann schwer sein, sich scheiße anfühlen, einsam, vor allem einsam und dennoch kann es richtig sein.

Nein, schön ist was anderes. Es ist nicht schön, wenn du das Gefühl hast, jede Verbindung gerät ins Wanken und es sich so anfühlt, als gäbe es nirgends Halt. Es ist nicht schön, wenn Menschen dir ein „ich erkenne dich nicht wieder“ an den Kopf knallen. Willkommen im Klub. Ich mich auch nicht. Und das macht keinen Spaß! Ich hab manchmal das Gefühl, mich zu vermissen 😭💔

Ich bin traurig, verunsichert, verärgert, verletzt, leer und voll gleichzeitig. Und gleichzeitig ist da irgend was neue, von dem ich nicht wies, ob es bleibt.

Ich weiß absolut nicht, was das Schwerste an all dem ist.

Also, wenn du doch auf den Weg machst, sei gefasst darauf, dass es hässlich wird, anstrengend, bitter, traurig, einsam. Nicht immer, keine Frage, aber schön oder heroisch oder leicht… oder sie es anderen manchmal so darstellen mögen, wird es nicht.

Du kannst Gift darauf nehmen, dass diese ganzen kleinen Reals leider meistens nur die halbe Wahrheit erzählen. Ich bekomme nen Hals, wenn sie aussagen, geh hin und fühle. 🤮 Ja, sollte man irgendwann tun. Aber da steht eben nur, wenn du ein gewisses Maß an Stabilität hast und dich der ganze Mist nicht überflutet und die Flashbacks beschert. Und ja, wenn du an dem Punkt bist, kannst du das dann auch immer einfacher. Aber der Weg dahin… den lassen fast alle Weg und sie waren nie da ganz unten im tiefen Dunklen…

Heilung ist Arbeit, Heilung macht keinen Spaß, Heilung ist in dieser Gesellschaft nichts, was gefeiert wird, was dir Ruhm einbringt. Es kostet dich Kraft, Nerven… du wirst immer wieder an Punkte kommen, an denen Aufgeben eine nette Option ist.

Aber ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Scheiß sich lohnt. Und dass die Früchte, die die Heilung hervorbringt, süßer sind als alles, was du kennst. Ich glaube ganz fest daran.

Ich hab in der letzen Folge von Stranger Things eine Szene geseheb, die mich unglaublich tief berührt hat. Hauptcharakter denkt an Suizid ( hab ich das erwähnt??? dass ich neulich in der Küche stand…. Kein Gedanke, nichts und plötzlich kommt mir R. in den Sinn und genau das Thema Suizid… 😱 der Hammer kommt ja noch. Er ruft etwas später an und erzählt mir genau etwas mit diesem Thema… meine Therapeutin meinte da immer ganz nüchtern, sie stehen mit den Dingen eben in Verbindung… Ne ist klar, ist auch nicht gruselig, wenn man spürt, dass der eigene Wellensittich gerade gestorben ist, oder der Onkel des Ehemannes oder die Oma…. Völlig normal).. jedenfalls will sie sich opfern, um einen Kreislauf zu durchbrechen und ihr „Vater“ sagt ihr, dass das Leben bisher nicht gut zu ihr war, Menschen auch nicht und das sie ein Recht darauf hat, zu leben, ein gutes Leben und dass sie dafür kämpfen muss, weil sie es verdient hat! Die Serie hat mich ein paar Mal sehr überrascht und abgeholt.

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