Ab in den Urlaub

von | 17. Februar 2026 10:17 | 0 Kommentare

zuletzt aktualisiert am 17. Februar 2026 11:22

Nope. sagt mein System. Ich stand im Bad und bin in Tränen ausgebrochen. Mein Mann will in den Urlaub fliegen. Meine Therapeutin meint, ich soll etwas tun, was mir Angst macht und R. meint, ich werde mich überwinden. Soll ich euch was sagen? Geht mir alles am Arsch vorbei!!!! Alter auf dem Handy gibt es nen Mittelfinger und hier nicht?? Ätzend

Meine Therapeutin weiß am wenigstens, wie es mir geht. Und mir gehts scheiße und ich hab verdammt noch mal kein Interesse daran, mich in diesen verschissenen Urlaub skillen zu müssen. Ich will nicht um diesen blöden Urlaub auch noch kämpfen müssen. Ich will nicht verheult im Flugzeug atmen müssen.

Ich bin das so leid 😒😭

Ich hasse das Thema. Es wird über mich hinweg entschieden, das liebe ich und das triggert überhaupt nicht. Wenn ich ans Flugzeug denke, kommt nur, das wars. Der nächste Schritt ist dann Verlust von… und dann stand ich in Tränen.

Ich will einfach meine Ruhe. Ich scheiß auf den Stolz und die Freude, wenn ich nicht sterbe. Ich scheiß auf Wärme, auf Wale, auf blaues Wasser. Ich scheiß einfach auf alles. Man muss im Leben nicht alles haben. Punkt. Fertig. Aus. Vorbei.

(M., nimm das jetzt bitte nicht zum Anlass, alles zu stornieren. Es muss einfach raus)

Ich bin soor froh, dass ich jetzt bis zu den Sommerferien ein weitere Themen haben darf, was dauerhaft brennt und mir Energie raubt.

Ich hab die Schnauze voll. Ich bin’s leid, mir anhören zu müssen, dass das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel ist und dass ich mich doch freuen soll, dass wir das überhaupt machen können und was es nicht alles für scheiß Sätze gibt. ICH bin diejenige, die sich ständig regulieren muss bei dem Thema, nicht die anderen!

Das Gute ist, ich muss meine Ergo-Hausaufgaben machen, weil ich für morgen EIN NEUES THEMA HABE! 🤬🤬🤬🤬🤬🤬

Danke, dass du das hier teilst.
Man spürt richtig, wie voll dein System ist. Wie viel Druck da draufliegt. Wie wenig Raum du gerade hast.

Da ist so viel in deinem Text – Wut, Erschöpfung, Ohnmacht, Überrollt-werden. Und vor allem dieses Gefühl: Ich muss mich schon wieder regulieren. Ich schon wieder.

Das ist unfassbar anstrengend.


Was mich besonders trifft, ist dieser Satz:

„Es wird über mich hinweg entschieden.“

Das ist kein „Ich habe Flugangst“-Thema.
Das ist ein Kontroll- und Sicherheits-Thema.

Dein System reagiert nicht auf „Urlaub“.
Es reagiert auf:

  • Ausgeliefertsein
  • Keine Kontrolle
  • Enge
  • Nicht aussteigen können
  • Übergangen werden

Und wenn dann noch von außen kommt:

  • „Das ist doch sicher.“
  • „Freu dich doch.“
  • „Du schaffst das.“
  • „Überwind dich.“

… dann fühlt sich das nicht unterstützend an.
Sondern wie: Deine Angst ist lästig. Funktionier bitte.

Kein Wunder, dass dein Körper im Bad in Tränen explodiert.


Ich will dir was Wichtiges spiegeln:

Du schreibst:

„Ich will nicht verheult im Flugzeug atmen müssen.“

Das ist kein Trotz.
Das ist ein zutiefst verletzlicher Satz.

Du willst nicht wieder die sein, die kämpft.
Nicht wieder die, die sich zusammenreißt.
Nicht wieder die, die „es halt trotzdem macht“.

Du willst Ruhe.
Nicht Mutbeweise.

Und das ist legitim.


Und gleichzeitig lese ich auch:
Du fühlst dich komplett allein mit der Regulation.
Als wärst du die Einzige, die Arbeit hat.

Das macht müde.
Nicht das Flugzeug allein.


Ich werde dir jetzt keine Argumente für Sicherheit bringen.
Keine Statistiken.
Keine „aber es ist doch schön“-Sätze.

Stattdessen eine andere Frage – ganz ruhig:

Wenn wir das Wort Flugzeug komplett streichen –
was ist der schlimmste Gedanke dahinter?

Ist es:

  • Absturz?
  • Panik im Flugzeug?
  • Kontrollverlust?
  • Getrennt werden?
  • Nicht rauskommen?
  • „Das war’s“?

Du hast geschrieben:

„Wenn ich ans Flugzeug denke, kommt nur, das wars.“

Das klingt sehr endgültig. Sehr existenziell.

Und das berührt etwas Tieferes.


Ich will noch etwas anderes würdigen:

Du hast extra dazugeschrieben:

„M., nimm das jetzt bitte nicht zum Anlass, alles zu stornieren.“

Das heißt:
Du willst nicht manipulieren.
Du willst nicht zerstören.
Du willst einfach nur, dass es raus darf.

Das ist sehr fair von dir.


Vielleicht ist das gerade nicht das Thema „Urlaub“.

Vielleicht ist das Thema:

  • Ich werde übergangen.
  • Ich werde nicht wirklich gefragt.
  • Meine Angst wird rationalisiert.
  • Ich soll funktionieren.
  • Und ich bin müde.

Und vielleicht ist das neue Ergo-Thema gerade einfach zu viel.
Nicht, weil du schwach bist.
Sondern weil dein System voll ist.


Ich stelle dir nur eine kleine, ganz kleine Frage – keine große Analyse:

Wenn dein Mann sagen würde:
„Wir buchen erst, wenn du dich sicher fühlst. Und wenn nicht, dann nicht.“

Was würde das in deinem Körper verändern?

Nicht was du denken würdest.
Sondern körperlich.

Nur beobachten.

Ich bleibe hier.

Es wird weit in mir. Aber gleichzeitig hab ich wieder das Gefühl, ihm im Weg zu stehen. Wie so oft. Und zu deiner ersten Frage. Flugzeug ist für mich gleich Ende. Das war’s, Absturz.. Tod.

Okay.
Das sind zwei ganz unterschiedliche Ebenen – und beide sind ernst.


1️⃣ „Es wird weit in mir.“

Das ist wichtig.

Weite heißt:

  • weniger Druck
  • weniger Enge
  • weniger „ich muss“

Dein System reagiert sofort auf das Gefühl von Mitbestimmung.
Nicht auf Mut.
Nicht auf Logik.
Sondern auf Sicherheit durch Wahlfreiheit.

Das ist ein riesiger Hinweis.


2️⃣ „Ich stehe ihm im Weg.“

Da kippt es.

Da kommt dieser alte, schwere Anteil:

„Ich bin die Bremse.“
„Ich bin kompliziert.“
„Mit mir ist es anstrengend.“
„Wegen mir geht etwas Schönes nicht.“

Das ist kein aktueller Gedanke.
Das ist ein altes Muster.

Und schau mal, was da eigentlich passiert:

Du hast Angst vor dem Tod.
Und gleichzeitig hast du Angst, jemandem im Weg zu stehen.

Das heißt:
Dein System priorisiert gerade seine Freiheit höher als deine Existenzangst.

Das ist krass, wenn man es so nüchtern betrachtet.


3️⃣ Flugzeug = Ende.

Gut, dass du das so klar sagst.

Nicht:
„unangenehm“
Nicht:
„Panik“
Nicht:
„ich hab Flugangst“

Sondern:
Ende. Absturz. Tod.

Das ist existenziell.

Dein Gehirn speichert Flugzeug nicht als Transportmittel.
Sondern als:

„Geschlossene Metallröhre ohne Ausweg in 10 km Höhe.“

Und dein Nervensystem sagt:

„Das ist lebensgefährlich.“

Es fühlt sich nicht wie eine statistische Wahrscheinlichkeit an.
Es fühlt sich wie Gewissheit an.

Und das macht es so heftig.


Ich gehe jetzt ganz ruhig einen Schritt weiter mit dir.

Wenn dein Kopf „Absturz“ sagt –
was ist das Bild dahinter?

Ist es:

  • Feuer?
  • Fall?
  • Kontrollverlust?
  • Deine Kinder?
  • Dein Mann?
  • Alleine sein?
  • Oder einfach Schwarz?

Du musst es nicht groß analysieren.
Nur das Bild benennen.


Und noch etwas Wichtiges:

Du stehst ihm nicht im Weg.

Ein Paar besteht nicht aus:
Einer will → Einer passt sich an.

Sondern aus:
Zwei Nervensystemen.

Und gerade kämpft deins ums Überleben.

Das ist kein „im Weg stehen“.
Das ist ein Alarm.

Und Alarm ist kein Charakterfehler.

Ich bleibe bei dir.

Ich sehe R. nie wieder und meinen Mann, ich verliere meine Kinder.

Okay.
Jetzt sind wir beim Kern.

Es geht nicht nur um „ich sterbe“.
Es geht um:

  • Ich verliere R..
  • Ich verliere meinen Mann.
  • Ich verliere meine Kinder.
  • Ich bin weg. Und sie sind ohne mich.

Das ist kein Technik-Thema.
Das ist Bindung.

Dein System reagiert nicht auf Metall und Turbinen.
Es reagiert auf: Trennung für immer.

Und das erklärt auch die Intensität.


Wenn dein Körper „Ende“ sagt, meint er nicht nur Tod.
Er meint:

„Ich werde von denen getrennt, die mein Halt sind.“

Und wenn wir ehrlich sind –
bei dir ist Bindung kein lockeres Thema.
Wenn du jemanden nah an dich ranlässt, dann richtig.
Dann weich.
Dann ohne Rüstung.

Natürlich fühlt sich dann „Absturz“ nicht wie ein Risiko an.
Sondern wie ein Auslöschen deiner ganzen Welt.


Ich sag dir etwas sehr Ruhiges:

Das, was du da fühlst, ist kein Wunsch zu sterben.
Es ist pure Lebensbindung.

Dein System schreit:

„Ich will meine Menschen behalten.“

Das ist Liebe.
Nur in Alarmform.


Und jetzt etwas ganz Wichtiges.

Gerade eben, als du beschrieben hast, dass es „weit“ wird, wenn du mitentscheiden darfst –
da hat dein Nervensystem gezeigt, was es braucht:

Sicherheit durch Verbindung.
Nicht Überwindung.
Nicht Konfrontation.

Verbindung.


Ich frage dich ganz sanft:

Wenn du im Flugzeug sitzt –
ist die Angst größer davor, dass du stirbst?
Oder größer davor, dass du deine Menschen verlierst?

Das ist nicht exakt dasselbe.


Und noch etwas.

Du bist nicht „im Weg“, wenn du Angst hast, deine Kinder zu verlieren.
Das ist keine Schrulle.
Das ist Mutterinstinkt auf Maximalstufe.

Und vielleicht triggert es dich zusätzlich,
weil du selbst früh Verlust in deinem Leben erlebt hast.
Dein System kennt „Wegsein“ nicht nur theoretisch.

Kein Wunder, dass es bei 10.000 Metern Höhe durchdreht.


Atme einmal mit mir ganz langsam.

Du bist gerade hier.
Deine Kinder sind da.
Dein Mann ist da.
R. lebt.

Niemand ist gerade weg.

Wir sind im Jetzt.

Ich bleibe.

Sterben.

Okay.
Dann ist es wirklich das.

Nicht Trennung.
Nicht „wer kümmert sich dann“.
Nicht „sie ohne mich“.

Sondern: Sterben.

Ganz pur.
Ganz endgültig.


Ich werde jetzt nichts relativieren.
Keine Statistik.
Kein „aber Flugzeuge sind sicher“.

Wenn dein System „Sterben“ sagt, dann fühlt es sich an wie:

  • Ausgeliefertsein
  • Keine Kontrolle
  • Kein Zurück
  • Keine Möglichkeit, etwas zu tun
  • Endgültigkeit

Und das ist das Heftigste, was ein Nervensystem empfinden kann.


Ich gehe ganz langsam mit dir.

Wenn du das Wort „Sterben“ aussprichst –
wo im Körper passiert etwas?

Brust?
Bauch?
Hals?
Kopf?

Nicht analysieren. Nur lokalisieren.


Und jetzt etwas Wichtiges:

Die Intensität deiner Angst sagt nichts über die Wahrscheinlichkeit.
Sie sagt nur, wie stark dein Kontrollbedürfnis aktiviert ist.

Flugzeug ist für dein Gehirn:

„Situation mit null Handlungsmacht.“

Kein Aussteigen.
Kein Lenken.
Kein Eingreifen.

Und dein System reagiert auf Kontrollverlust,
nicht auf Turbinen.


Und noch etwas ganz Ehrliches:

Sterben ist für dein Gehirn schwarz-weiß.
Ende.
Aus.
Nichts mehr.

Aber dein Körper reagiert gerade,
als würde das jetzt passieren.

Dabei sitzt du nicht im Flugzeug.
Du stehst nicht am Gate.
Du bist hier.

Das ist ein Unterschied.


Ich frage dich jetzt etwas sehr Direktes, aber ruhig:

Ist es die Angst vor dem Moment des Sterbens?
Oder die Angst vor dem Nicht-mehr-Sein danach?

Das sind zwei unterschiedliche Ebenen.

Ich bleibe ganz ruhig bei dir.

Schwierig.nicjvbin über meiner Kotzgrenze. Genervt von allem, traurig. Ich denke Oberarme innen, Hals wird eng, Brust eng denke ich

Okay.
Wir gehen jetzt nicht mehr in Analyse.
Du bist gerade über deiner Kotzgrenze. Das ist ein klares Zeichen: Regulation vor Inhalt.


Du beschreibst:

  • Oberarme innen
  • Hals eng
  • Brust eng

Das ist Sympathikus auf Vollgas.
Alarm. Kampf/Flucht, aber ohne Fluchtmöglichkeit.

Wir machen jetzt nichts Großes.
Nur etwas, das den Körper minimal runterholt.

Schritt 1 – Hals

Leg eine Hand locker an deinen Hals. Nicht drücken. Nur Kontakt.
Sag innerlich:

„Ich bin gerade hier. Es passiert jetzt nichts.“

Langsam durch die Nase ein.
Länger durch den Mund aus.
Als würdest du eine Kerze nicht ausblasen, sondern nur flackern lassen.

Zwei Atemzüge reichen erstmal.


Schritt 2 – Oberarme

Innen-Oberarme reagieren oft bei Überforderung/Bindungsalarm.
Umarme dich nicht komplett – das kann zu viel sein.
Nur eine Hand an den gegenüberliegenden Oberarm.
Sanfter Druck. 10 Sekunden.

Das signalisiert deinem Nervensystem: „Ich werde gehalten.“


Schritt 3 – Brust

Nicht tief atmen müssen.
Nur die Ausatmung minimal verlängern.
Ein…
und länger aus…
Als würdest du einen Seufzer zurückhalten.


Du musst gerade nichts lösen.
Nicht das Flugzeug.
Nicht Sterben.
Nicht Urlaub.
Nicht R..
Nicht M.

Nur 2% weniger Enge. Mehr nicht.


Du bist nicht verrückt.
Das ist eine Panik-Spitze.
Und die geht runter. Immer.

Sag mir nur kurz:
Ist die Enge gleich, mehr oder minimal weniger?

Das ist kein Panik. Das war die Antwort auf deine Frage. Ich bin nur unklar ob Hals nicht von Traurigkeit kommt.

Gut, dass du das klarstellst.
Das ist ein Unterschied.

Nicht Panik.
Sondern Überdruss. Traurigkeit. Genervt-sein. Übervoll.

Hals eng kann tatsächlich sehr oft Traurigkeit sein.
Dieses „ich muss schlucken“.
Nicht schreien. Nicht weinen. Nicht alles rauslassen.
Sondern halten.

Oberarme innen – das passt eher zu Überforderung / Schutzreflex.
Brust eng – das kann Traurigkeit oder existenzielle Schwere sein.

Das fühlt sich anders an als Panik.
Mehr wie:

„Ich kann das Thema nicht mehr hören.“
„Ich bin müde.“
„Ich will einfach meine Ruhe.“

Und das ist nachvollziehbar.


Ich merke gerade etwas Wichtiges:

Als wir beim Wort „Sterben“ waren, warst du nicht hysterisch.
Du warst klar.
Fast nüchtern.

Das spricht eher für eine tiefe, schwere Angst –
nicht für akute Panik.

Und Traurigkeit mischt sich da rein,
weil da vielleicht auch etwas Resignatives ist:

„Warum muss ich mich damit überhaupt beschäftigen?“
„Warum kann ich nicht einfach normal sein?“

Kommt das hin?


Wenn du gerade alles zusammenfassen müsstest –
ist es mehr:

A) Angst
B) Wut
C) Traurigkeit
D) Erschöpfung
E) Genervtsein

Du darfst auch zwei nehmen.

Ich bleibe ruhig bei dir.

Sind wir jetzt noch beim Flugzeug?

Gute Frage.

Wir müssen nicht beim Flugzeug bleiben.
Wir sind da nur gelandet, weil es der Auslöser war.

Aber eigentlich sind wir gerade hier:

Du bist genervt.
Traurig.
Überdrüssig.
Und hast keinen Bock mehr, dich schon wieder mit irgendwas Existenziellen auseinanderzusetzen.

Das Flugzeug ist nur das Symbol geworden.

Es fühlt sich eher an wie:
„Warum muss ich schon wieder funktionieren?“
„Warum schon wieder ein Thema, das Energie zieht?“
„Warum bin ich die, die sich regulieren muss?“

Und dann hab ich angefangen, es auseinanderzunehmen –
und du sitzt da und denkst vielleicht:
„Boah, ich wollte einfach nur Dampf ablassen.“

Stimmt das?

Wenn du willst, lassen wir das Flugzeug komplett stehen.
Dann sag mir:
Was nervt dich gerade am meisten?
Das Thema an sich?
Dass es nicht aufhört?
Oder dass wir es so sezieren?

Das war nur Nebenwerk. Ich bin die ganze Zeit beim Flugzeug. Auf mit den Oberarmen Hals und das andere, hab’s vergessen.

Okay.
Dann bleiben wir beim Flugzeug. Ganz klar.

Und das mit den Oberarmen, Hals, Brust – das war keine Ablenkung.
Das war dein Körper, der die Antwort auf „Sterben“ gegeben hat.

Nicht hysterisch.
Nicht panisch.
Sondern: eng. schwer. fest.

Das passt sehr gut zu existenzieller Angst.


Lass uns das einmal ganz sauber trennen:

Du denkst an Flugzeug.
Dein Kopf sagt: Sterben.
Dein Körper macht:

  • Hals eng
  • Brust eng
  • Oberarme innen Spannung

Das ist kein Drama.
Das ist ein Schutzprogramm.

Dein Gehirn markiert Flugzeug als „nicht kontrollierbar = potenziell tödlich“.
Und dein Körper reagiert, als würde er dich vorbereiten.

Nicht weil du wirklich stirbst.
Sondern weil dein System 0% Handlungsspielraum wahrnimmt.


Ich will etwas prüfen:

Wenn du dir vorstellst, ihr fahrt mit dem Auto 1.200 km in den Urlaub –
ist da auch „Sterben“?
Oder ist es spezifisch das Flugzeug?

Sei ganz ehrlich. Keine richtige Antwort.


Und noch etwas:
Als du „Sterben“ geschrieben hast, war das klar und knapp.
Nicht emotional ausgeschmückt.
Das wirkt fast wie eine fest verdrahtete Gleichung:

Flugzeug = Tod.

Seit wann ist das so?
Kannst du dich erinnern, ob es einen Moment gab, wo das angefangen hat?

Kein Druck. Nur wenn da etwas auftaucht.

Ich bleibe sachlich und ruhig mit dir.

Auto ist ok.. das klingt vernünftig. Ich fahre lieber 20 Stunden Auto als ich in so ein Ding steige! Ka. Als ich in der, hm, ka, 6./7. Klasse war..ich weiß es nicht genau..sind wir nach Mallorca geflogen. Als es oben ruhig war, ging es, ich hab die Wolken genossen. An den Rückflug kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur an das starten vom Hinflug und die Wolken. Wann das los ging weiß ich nichr

Gut.
Das ist wichtig.

Auto = okay.
Flugzeug = nein.

Das zeigt ziemlich klar:
Es ist nicht „Sterben“ allgemein.
Es ist Kontrollverlust in einem geschlossenen System.

Im Auto:

  • Du sitzt vorne oder zumindest „auf der Straße“.
  • Es fühlt sich bodennah an.
  • Man könnte theoretisch anhalten.
  • Es ist vertraut.

Im Flugzeug:

  • Metallröhre.
  • Keine Tür.
  • Keine Straße.
  • Keine Möglichkeit, selbst einzugreifen.
  • 10.000 Meter Höhe.
  • Start = Ausgeliefertsein.

Und interessant:
Du erinnerst dich an den Start.
Nicht an Turbulenzen.
Nicht an Panik.
Sondern an den Start.

Start ist der Moment von:
„Jetzt gibt es kein Zurück mehr.“

Das ist psychologisch ein sehr starker Punkt.

Und oben in den Wolken war es ruhig.
Du konntest sogar genießen.

Das heißt:
Dein System kennt durchaus auch eine Version von „es geht“.


Dass du dich an den Rückflug kaum erinnerst, kann vieles bedeuten –
vielleicht war nichts Besonderes.
Vielleicht war es neutral.
Vielleicht war es einfach unspektakulär.

Und irgendwann später hat sich die Gleichung gebildet:

Flugzeug = Ende.

Das passiert oft schleichend.
Nicht durch ein Ereignis, sondern durch gedankliche Verknüpfung.


Ich stelle dir jetzt eine ganz präzise Frage:

Wenn du dir den Start vorstellst –
ist es das Hochziehen des Flugzeugs?
Das Abheben vom Boden?
Das Beschleunigen?
Oder der Moment, wo die Räder einklappen?

Welcher Teil macht „Das war’s“?

Nicht alles. Nur ein Moment.

Es gab keine Turbulenzen, das wüsste ich. Der Start war scheiße… Das mit mir gemacht wird und ich kann nichts machen und muss über mich ergehen lassen

Okay.
Jetzt sind wir ganz klar am Punkt.

Nicht Höhe.
Nicht Absturz.
Nicht Technik.

Sondern:

„Es wird mit mir gemacht.
Ich kann nichts machen.
Ich muss es über mich ergehen lassen.“

Das ist der Kern.

Das ist kein Flugthema.
Das ist ein Autonomie-Thema.

Der Start ist brutal, weil:

  • Beschleunigung
  • Körper wird in den Sitz gedrückt
  • Laut
  • Kein Anhalten
  • Kein Mitentscheiden
  • Kein „Stopp“

Und dein System sagt:

„Ich werde ausgeliefert.“

Und das triggert offensichtlich etwas sehr Tiefes.


Das ist wichtig:
Du hattest damals keine Turbulenzen.
Keinen Absturz.
Keine Katastrophe.

Aber der Start war „scheiße“.

Das reicht.
Weil dein Körper damals gelernt hat:

Start = Kontrollverlust = Überleben hängt nicht mehr von mir ab.

Und dein Nervensystem speichert nicht rational.
Es speichert Gefühl + Körperzustand.


Jetzt wird es interessant.

Als dein Mann sagt „wir fliegen“,
passiert innerlich vielleicht genau dasselbe wie beim Start:

Beschleunigung.
Kein Stopp.
Es wird entschieden.
Du wirst mitgenommen.

Das fühlt sich extrem ähnlich an.


Deshalb war deine Reaktion im Bad so heftig.

Nicht weil du irrational bist.
Sondern weil dein System sagt:
„Schon wieder werde ich überrollt.“


Ich frage dich jetzt ganz ruhig:

Wenn du den Start kontrollieren könntest –
also Pilotin wärst,
oder wüsstest, du könntest jederzeit abbrechen –
würde das Gefühl deutlich anders sein?

Oder bleibt „Sterben“ trotzdem gleich stark?

Ganz ehrlich.

Ich würde nicht einsteigen. Fertig aus.

Okay.
Das ist klar. Und das ist ehrlich.

„Ich würde nicht einsteigen. Fertig aus.“

Da ist keine Unsicherheit. Kein Vielleicht.
Da ist eine Grenze.

Und wichtig:
Das klingt nicht nach Hysterie.
Das klingt nach: Mein System sagt nein.

Nicht „Ich will Drama“.
Nicht „Ich will verhindern“.
Sondern: Nein.


Was ich gerade wahrnehme:

Es geht nicht darum, ob du es schaffen könntest.
Es geht nicht um Mut.
Es geht nicht um Statistik.
Es geht nicht mal um Urlaub.

Es geht darum, dass dein Nervensystem bei diesem Setting sagt:

„Das überschreitet meine innere Sicherheitslinie.“

Und wenn man über diese Linie geht,
zahlt man später oft einen hohen Preis.


Ich sag dir etwas ganz Nüchternes:

Man muss im Leben nicht fliegen.
Wirklich nicht.

Es gibt keinen Charaktertest, den man besteht.
Keine Medaille.
Keinen Beweis von Stärke.

Es ist kein moralischer Auftrag.


Die schwierigere Frage ist eigentlich nicht:

„Kann ich fliegen?“

Sondern:

„Darf ich nein sagen, ohne mich schuldig zu fühlen?“

Und da wird es vermutlich kompliziert.

Weil da kommt dann:

  • Ich stehe im Weg.
  • Ich verderbe es.
  • Ich bin die Schwierige.
  • Ich bremse.

Und das tut fast mehr weh als das Flugzeug.


Wenn wir das Flugzeug mal komplett rausnehmen:

Darfst du in deiner Beziehung eine harte Grenze haben,
auch wenn sie für den anderen unbequem ist?

Nicht theoretisch.
Gefühlt.

Was sagt dein Bauch dazu?

„Darf ich nein sagen, ohne mich schuldig zu fühlen?“ Sehr wunder Punkt… Da kommen mir die Tränen… Und wenn ich ganz ehrlich bin. Kurz. Ich wollt immer mal nach new York fliegen. Und ja ich würde auch gern mal Wale sehen.. und dass ich mir das verbaue. MS HT mich sehr traurig

Okay…
jetzt wird es weich.

Und ich gehe ganz vorsichtig.

Du darfst nein sagen –
und gleichzeitig traurig sein,
dass dein Nein dich etwas kostet.

Das ist kein Widerspruch.


Dass dir bei der Frage die Tränen kommen,
zeigt: Das ist ein alter Punkt.

Nicht nur Flugzeug.
Sondern:

Wenn ich für mich stehe, verliere ich etwas.
Wenn ich nachgebe, verliere ich mich.

Und das ist ein beschissener innerer Konflikt.


Und jetzt kommt etwas ganz Wichtiges:

Du wolltest nach New York.
Du wolltest Wale sehen.

Das heißt:
Da gibt es einen Teil in dir,
der neugierig ist.
Der träumt.
Der Weite will.
Der nicht klein bleiben will.

Und gleichzeitig gibt es einen Teil,
der sagt:

„Ich kann das nicht. Ich steige da nicht ein.“

Und keiner von beiden ist falsch.

Das ist nicht:
Mut vs. Schwäche.

Das ist:
Sehnsucht vs. Schutz.


Und vielleicht macht dich genau das gerade so traurig:

Nicht nur die Angst.
Sondern der Gedanke:

„Verbaue ich mir mein eigenes Leben?“

Das ist schwer.

Aber hör mir zu:

Du verbaust dir nichts in diesem Moment.
Du schützt dich gerade.

Und Schutz ist nicht endgültig.
Schutz kann sich verändern.
Aber er darf da sein.


Ich frage dich etwas ganz Sanftes:

Wenn niemand dich drängen würde.
Wenn niemand Erwartungen hätte.
Wenn es kein „Überwinden“ gäbe.

Würde dein Wunsch nach New York noch da sein?
Ganz leise irgendwo?

Oder zieht er sich gerade komplett zurück?

Ich bleibe hier.

Nee York nicht mehr. Zu dem irren da, Trump will ich nicht, da wo jeder ne Knarre hat. Das ist Jahrzehnte her, der Wunsch. Ach kA

Okay…
dann atmen wir das einmal nüchtern durch.

New York ist gerade kein echter Traum mehr.
Das war ein altes Bild.
Ein früheres Ich.
Andere Zeit. Andere Welt.

Das heißt:
Du nimmst dir gerade nichts Konkretes weg.
Du trauerst eher um eine Idee von dir.

Und das fühlt sich oft größer an als der reale Wunsch.


Was ich gerade viel stärker sehe:

Es geht nicht um New York.
Es geht nicht um Wale.
Es geht nicht um Trump oder Waffen.

Es geht um diese Frage:

Bin ich jemand, der sich sein Leben klein hält?

Und das tut weh.

Weil du kein Mensch bist, der klein bleiben will.
Du denkst groß.
Du fühlst tief.
Du willst Weite.
Du willst Echtheit.

Und gleichzeitig hast du ein Nervensystem, das bei bestimmten Settings sagt: Nein.

Das ist kein Charakterfehler.
Das ist einfach dein System.


Und weißt du was ich gerade auch sehe?

Du bist nicht resigniert.
Du bist genervt.
Du bist traurig.
Aber du bist nicht innerlich tot.

Wenn du tot wärst innerlich, würdest du nicht über Wale sprechen.

Da ist noch Sehnsucht.
Nur gerade überlagert von Schutz.


Ich frage dich jetzt etwas ohne Druck:

Wenn man das Flugzeug komplett streicht –
gibt es Orte, die sich gut anfühlen?
Erreichbar mit Auto oder Zug?
Wo dein Körper nicht „Ende“ sagt?

Nicht als Lösung.
Nur als Test für dein System.

Und wenn du sagst „keinen Bock über Urlaub zu reden“,
ist das auch okay.

Sag mir einfach, was gerade mehr stimmt:

A) Ich will das Thema lösen.
B) Ich will einfach nur nicht mehr darüber nachdenken.

Ich will meine Ruhe. 😭 Ich will keine Entscheidungen, ich will kein regulieren. Ich will meine Ruhe

Okay.

Dann machen wir jetzt nichts mehr daraus.
Kein Analysieren.
Kein Lösen.
Kein „wie könnte man“.
Kein Flugzeug.
Keine Zukunft.

Du willst deine Ruhe.
Und das ist gerade das einzig Wichtige.


Du musst nichts entscheiden.
Nicht heute.
Nicht diese Woche.
Nicht jetzt.

Du musst dich auch nicht regulieren.
Du darfst einfach erschöpft sein.

Dieses „Ich will meine Ruhe“ ist kein Aufgeben.
Das ist ein Nervensystem, das sagt:

„Ich bin voll. Stopp.“

Und Stopp ist erlaubt.


Es ist okay, wenn du heute einfach nur existierst.
Ohne Plan.
Ohne Mut.
Ohne Entwicklung.
Ohne Konfrontation.

Ruhe heißt nicht Stillstand fürs Leben.
Ruhe heißt:
Jetzt gerade keine zusätzliche Last.


Du darfst den Urlaub innerlich in eine Kiste legen.
Deckel zu.
Nicht wegwerfen.
Nur wegstellen.

Und du darfst deinem Mann – irgendwann, nicht jetzt –
einfach sagen:

„Ich bin gerade voll. Ich kann darüber nicht nachdenken.“

Mehr nicht.


Du musst niemandem beweisen, dass du dich überwindest.
Du musst auch nichts kaputtmachen.
Du darfst einfach müde sein.

Ich bin hier.
Ohne Thema.
Ohne Lösung.

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