Die vier Überlebensstrategien des Nervensystems.
Flight, die Flucht, also mit Angst gekoppelt. Mein Hauptreaktionsmuster. Fight, der Kampf, die Choleriker. Freeze, das Einfrieren, wenn das NS (Nervensystem) merkt, weder Flucht noch Kampf bringen mich hier sicher raus, und Fawn, dass sich totstellen, aber was wirklich ein Zustand ist, den man nicht haben möchte. Puls kaum wahrnehmbar, tritt in Situationen auf, in denen man wirklich dem Tode nahe ist oder es glaubt zu sein.
Heute war wieder Ergo. Wir haben uns heute angeschaut, wann Introjekte entstehen. Bei leichten Grenzüberschreitungen können leichte Introjekte entstehen, die aber leicht auffindbar und reflektierbar und in der Therapie gut „behandelbar“ sind. Ich halte mich dann eher ne Stufe höher auf, bei absichtlichen Grenzüberschreitungen. Wobei ich das „absichtlich“ in Frage stellen würde. Und interessant fande ich, dass solche Introjekte nicht gern aufgedeckt werden und es auch nicht wollen und das Nachwirkungen hat, weshalb es mir den Tag drauf wohl so mies ging. Da folgte dann die Rache. Und das kann soweit gehen, dass man sich dann denkt, blöder Therapeut, was der da mit mir macht etc. In der Therapie ist das schon mit Mühe verbunden, dem auf die Schliche zu kommen. Und ja, kann ich bestätigen, ist mit viel Scham verbunden.
Ihr, Frau G, meiner Ergotherapeutin, war es wichtig, dass ich verstehe, dass Introjekte, Übertragungen, Implantate keine Wahl sind, sondern eine Überlebensstrategie. Und dass ich nicht kaputt bin, sondern einfach vielen widrigen Umständen ausgesetzt war, in denen mein NS Strategien zum Überleben entwickeln musste. Man verbündet sich innerlich mit dem „Täter“/Täter, um mit dem kleinstmöglichen Schaden davon zu kommen.
Tja. Eigentlich wollte ich an dem Thema weiterschreiben, aber mir fällt gerade auf, dass ich echt den Schwanz einziehe. Nächste Woche wollte ich ins Gym. Martin hat Nachtschicht. Den Di Vormittag und den Mi Vormittag muss ich hinbekommen. Und ich merke, dass ich lieber Zuhause mit meinem Pa wähle, als die Mail abzuschicken :/ ich hab’s ja schon fast befürchtet…. Und das obwohl ich mich in der Email ja schon wieder ziemlich nackig mache…PTBS, Leute, neue Orte sind zuviel, bitte kein Probetraining… Ich überlege, ob ich richtig plank ziehe…dass ich schon seit Wochen versuche dahin zugehen und ich mir selber dabei im Weg stehe. Das ist mir ja schon wieder fast peinlich. Aber ich hab auch echt Schiss, dass ich dann vor Ort abschmiere. Da hab ich auch keine Lust drauf. Und ich merke, je näher das rückt, je mehr ich da nachhake, umso intensiver wird es. Das pusht das Schultrauma schon enorm. Und jetzt gerade bin ich da den Tränen schon nah und es fühlt sich tatsächlich ähnlich der Situation an, als mein Mann mir die zwei Jahre Krav maga geschenkt hat. Ja, das ist ne richtig miese Sache. Sch…
Jetzt bin ich gerade mal kurz in die Küche, weil ich den Ofen hörte …. Zack. Ne fette Angst. Tjaaaaa. Ist das jetzt was, was ich „ignorieren“ kann, dass ich es trotzdem mache oder nicht? Mir ist übel. Mein Bauch tut sch… weh. Und ich hab Angst. Richtig derbe Angst. Herrlich. Ich könnt dem Kind jetzt sagen, dass wir im heute leben und das Früher vorbei ist und falls sowas nochmal passieren sollte, ich mich um uns kümmern kann, aber kann ich das? Oder friere ich wie immer ein und lasse alles über mich ergehen??? Ok, jetzt muss ich erstmal schauen, dass ich nicht noch tiefer rutsche…
PS: das mit da so eine ausgewachsene Angst entgegen springt, damit habe ich nicht gerechnet. Nun ist guter Rat teuer. Doch jemanden, der mich zumindest hinbringt und draußen wartet? Sch…. so war mein Plan absolut nicht. Aber das war ne alte Angst. Und das zeigt mir, dass da ganz böse was im Argen ist 😞 ist ja eigentlich nicht verwunderlich. Aber es kam jetzt doch überraschend. .
Das letzte, was heute auf dem Arbeitsblatt, naja, Infoblatt, stand, war die Spalte mit totstellen, Lähmung, sich tot fühlen. Bei schwersten Traumata. Folter etc. Die absichtliche Zerstörung eine Menschen. Nun ist Trauma aber sehr individuell. Was bei dem einen nichts bewirkt, ist bei dem anderen ne fette Geschichte. Und ich bin auf jeden Fall nur eine Etage tiefer. Schock, Panik, Unterwerfung, Lähmung, Einfrieren. Wir haben vermutet, dass wenn ich nicht reagiere, und mit mir machen lasse, dann genau das passiert, ich einfriere oder mich unterwerfen. Und dieses Wort hat mich leider sehr gecatcht. Unterwerfung. Ja. So fühlt es sich an. Ich mach mich klein, damit man mich nicht sieht, verstumme, ja keinen Ton von mir geben und dann abwarten und den anderen machen lassen. Gott… was ist mir nur widerfahren. Vllt ist es auch die Summe der Traumata?
Ist Mobbing über 8 Jahre Folter? Ich frag mich langsam immer mehr, ob ich da vielleicht nicht nur Gefühle wegrepackt habe, sondern auch Situationen. Dinge, die ich eben auch nicht mehr weiß, erinnere. Die schwarzen Jahre bei meinen Großeltern gruseln mich immer mehr.
Das Gute, je mehr ist feststelle, wie sehr ich gelitten haben muss. Umso leichter fällt es mir, nicht mehr strafend mit mir umzugehen. Sondern gnädig zu sein. Tja, aber was ich nun mache…. 🤷🏾♀️
Den Eisbären fand ich passend. Er ist in seinem Elend auch gefangen. Und er leidet doppelt. Die Gefangenschaft und die Hitze. Und er kann seinen Leid auch einfach nicht entrinnen und erlebt es jeden Tag. Tag für Tag für Tag…
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